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Aktuelle Themen 2004



Materialien des BeA zur Qualitätsentwicklung an evangelischen Ausbildungsstätten für Sozialpädagogik

Downloads


Handreichung zur Qualitätsentwicklung an ev. Fachschulen für Sozialpädagogik - Handreichung_komplett.pdf (PDF 330 KB)
Standards für BeA-Schulen - Standards.pdf (PDF 48 KB)

Positionspapier der drei Fachschulverbände 2004

Zukunftsfähigkeit der Ausbildung von Erzieherinnen und Erziehern in der Bundesrepublik Deutschland

1. Ausgangssituation
Seit der Veröffentlichung der Ergebnisse aus der PISA-Studie wird nicht nur in der bildungspolitischen Fachöffentlichkeit, sondern auch in den Medien über die Reform und die Qualität der Erzieher/innenausbildung diskutiert und von vielen Seiten die Ansiedlung der Ausbildung auf Hochschulniveau gefordert.
Unsere in den drei Bundesverbänden zusammengeschlossenen insgesamt ca 200 Fachschulen / Fach-akademien für Sozialpädagogik in der Bundesrepublik Deutschland wollen in diese aktuelle Diskussion ihre Anliegen und Forderungen für eine verbesserte Ausbildung einbringen. Dabei sind wir der Auffas-sung, dass die Debatte zu kurz greift, wenn sie von der Akademisierung der Ausbildung alles erwartet.

2. Die Verantwortung und der Ausbildungsauftrag der Fachschulen / Fachakademien
Fachschulen / Fachakademien qualifizieren Fachkräfte für die breit gefächerten Arbeitsfelder der Kinder- und Jugendhilfe. Die Erzieherinnen und Erzieher, für deren Ausbildung wir verantwortlich sind, stellen mit ca. 70 % die größte Berufsgruppe in diesen Arbeitsfeldern.
Die Fachschulen / Fachakademien für Sozialpädagogik in der Bundesrepublik Deutschland sind sich daher ihrer gesellschaftlichen Verantwortung bewusst. Sie unterstützen und begleiten die Entwicklung einer umfassenden beruflichen Handlungskompetenz ihrer Studierenden, damit diese selbstständig und eigenverantwortlich Erziehungs-, Bildungs- und Betreuungsarbeit übernehmen können. Der Befähigung für die Bildungsarbeit kommt in der Ausbildung nicht erst seit der Diskussion um die PISA-Studie ein besonders hoher Stellenwert zu.

3. Die Qualität der fachschulischen Ausbildung
Fachschulen und Fachakademien setzen bei ihrer Ausbildung auf: - gezielte Persönlichkeitsbildung und fachliche Kompetenzentwicklung der Studierenden, u.a. - durch eine intensive individuelle Lernbegleitung - durch biografisches und gruppenbezogenes Lernen - durch Projektarbeit und fachübergreifendes Lernen - durch erwachsenenorientierte Lehr- und Lernmethoden - enge Verzahnung von Theorie und Praxis u.a. - durch die fachwissenschaftliche und fachdidaktische sowie praxisbezogene Kompetenz der Dozent/innen und Anleiter/innen - durch die theoriegeleitete Bearbeitung praxisbezogener Fragestellungen in intensiver Ver-knüpfung der Lernorte Fachschule/Fachakademie und Praxis - durch die Ausgestaltung des Schullebens als Modellerfahrung für die Praxis - sozialräumliche Verankerung der Fachschulen/Fachakademien als regionale Kom-petenzzentren
Auf dieses Profil einer fachschulischen Ausbildung kann im differenzierten Qualifikationsspektrum der Fachkräfte für die Kinder- und Jugendhilfe nicht verzichtet werden, da andere Ausbildungsformen diesen Anforderungen nicht in vergleichbarem Ausmaß gerecht werden.
4. Anforderungen an eine zukünftige fachschulische Erzieher/innenausbildung
Die bestehenden Stärken einer fachschulischen Ausbildung für die Arbeitsfelder der Kinder- und Jugendhilfe müssen nachhaltig gewährleistet und ausgebaut werden.
Formal und strukturell halten wir es für unabdingbar –bundeseinheitlich– - der fachschulischen Ausbildung eine zweijährige einschlägige berufliche Erstausbildung vorzu-schalten - als Zugangsvoraussetzung für die Fachschule die Fachhochschulreife festzuschreiben - die fachschulische Ausbildung insgesamt dreijährig auszulegen, wobei das dritte Jahr als schulisch begleitetes Berufspraktikum zu organisieren ist - inhaltlich und didaktisch-curricular Standards festzulegen, auf deren Basis die Ausbildungsstätten regionale und trägerspezifische Profile ausbilden.
Die gestiegenen Anforderungen im Berufsfeld der Kinder- und Jugendhilfe erfordern aus unserer Sicht zukünftig auch eine verstärkte Kooperation zwischen den unterschiedlichen Ebenen der Ausbildung von sozialpädagogischen Fachkräften. Wir fordern daher eine konsequente und umfassende Modularisierung der Ausbildungen für die Arbeits-felder der Kinder- und Jugendhilfe. Damit kann eine Anrechnung der in der jeweiligen Ausbildung erwor-benen Kenntnisse und Fähigkeiten für eine weiter- bzw. höherqualifizierende Ausbildung erfolgen. Dabei sind folgende Prinzipien zu beachten:
- Anschlussfähigkeit und Durchlässigkeit Die unterschiedlichen Ausbildungen in Fachschule / Fachakademie und Fachhochschule müssen bei vergleichbarer Qualität der Inhalte und der Lehr- und Lernformen miteinander kompatibel und auch anschlussfähig sein. Über den Weg einer einschlägigen beruflichen Erstausbildung und den Besuch einer Fachschule / Fachakademie wird die Durchlässigkeit von einem mittleren Bildungsabschluss bis in das Hochschulsystem ermöglicht.
- Spezialisierung in einem transparenten System von Ausbildung Die Erzieher/innenausbildung muss weiterhin zu einer berufsfeldweiten Grundqualifikation führen. Da in der Kinder- und Jugendhilfe weiterführende Qualifikationen und Spezialisierungen für bestimmte Bereiche notwendig sind, fordern wir ein transparentes System aufeinander aufbauender berufsqualifizierender Abschlüsse.
Nach unserer Auffassung ermöglicht ein so differenziertes und durchlässiges Ausbildungssystem nicht nur die Ausbildung individueller Fachkräfteprofile, sondern erleichtert auch die vertikale und horizontale Mobilität der Fachkräfte der Kinder- und Jugendhilfe. Dies wiederum ist ein notwendiger und wichtiger Beitrag zu Steigerung der Attraktivität und professionellen Weiterentwicklung der Fachkräfteausbildung für die Kinder- und Jugendhilfe.

15. Mai 2004

Freiburg, Lotte, Stuttgart

Positionspapier.doc (MSWord) herunterladen


BAGKAE, Bundesarbeitsgemeinschaft katholischer Ausbildungsstätten für Erzieherinnen/Erzieher, Karlstr. 40, 79104 Freiburg, Tel. 0761-200248, Fax: 0761-200572, mailto: monika.seemann-pfistner@caritas.de, www.bagkae.caritas.de
BeA, Bundesverband evangelischer Ausbildungsstätten für Sozialpädagogik, Stafflenbergstr. 7, 70184 Stuttgart, Tel. 0711-2159-578, Fax: 0711-2159-569, Email: waller@diakonie.de, Email: bea@diakonie.de,: www.beaonline.de
BöfAE, Bundesarbeitsgemeinschaft öffentlicher und freier nicht konfessionell gebundener Ausbildungsstätten für Erzieher/innen, Zum tiefen Reck 3, 49504 Lotte-Halen, Email: info@bofae.de, www.boefae.de

Erzieherinnen - Ein Beruf mit Zukunft

Info Broschüre

Wer sich im sozialpädagogischen Arbeitsfeld weiterqualifizieren möchte, dem stehen viele Türen offen. Beispielsweise eine Ausbildung zur Heilpädagogin oder ein Studium an einer Fachhochschule. Das Gehalt richtet sich nach dem Tarif des öffentlichen Dienstes.

Erzieherinnen bilden
  • sich selbst
  • Kinder und Jugendliche an mehr Orten als man denkt:
    in Kindertageseinrichtungen - Kinderkrippe - Kinderhort, in Heimen und Wohngruppen der Jugendhilfe, in Einrichtungen der Behindertenhilfe, in Schulen und Internaten, in Freizeiteinrichtungen.


Man braucht eine fundierte Ausbildung um
  • in Tageseinrichtungen Kinder in ihrem Bildungsprozess zu begleiten und Eltern in der Erziehungsarbeit zu unterstützen,
  • im Heim Kindern und Jugendlichen mit Entwicklungsstörungen Ansprechpartner zu sein und Geborgenheit zu vermitteln,
  • Kinder und Jugendliche mit Behinderungen in ihren Fähigkeiten zu fördern und zu stärken. Evangelische und katholische Ausbildungsstätten bilden

Die konfessionellen und kirchlichen Schulen legen Wert auf eine fachlich fundierte und praxisbezogene Ausbildung. Sie arbeiten eng mit den Praxisstellen zusammen. Der Unterricht wird immer wieder durch Praktikumsphasen ergänzt. So wird die Theorie mit der Praxis verzahnt.
Leitbild der evangelischen und katholischen Fachschulen für Sozialpädagogik ist das christliche Menschenbild. Die konfessionellen und kirchlichen Schulen sind ein Ort für Menschen

  • die sich mit dem christlichen Glauben auseinandersetzen und für ihre spätere Tätigkeit Wertorientierung erfahren wollen,
  • denen die Mitgestaltung am eigenen Ausbildungsprozess wichtig ist,
  • die ihre persönlichen, sozialen und musischen kreativen Fähigkeiten zu beruflicher Kompetenz entwickeln wollen.

Nicht selten lernen die Studierenden dabei ganz neue Seiten an sich kennen, etwa wenn sie Theater spielen, auch das gehört zur Ausbildung. An konfessionellen und kirchlichen Schulen muss man nicht besonders "fromm" sein, darf es aber. Die Ausbildungsvoraussetzungen sind die Fachoberschulreife und eine zweijährige Erstausbildung an einer Berufsfachschule. Je nach Bundesland gibt es Ausnahmen. Die Ausbildung an der Fachschule für Sozialpädagogik (in Bayern Fachakademie) dauert in der Regel drei Jahre. Zwei Jahre sind schulische Ausbildung, ein Jahr dauert das Berufspraktikum, (Ausnahme: Niedersachsen). Nach erfolgreichem Abschluss lautet die Berufsbezeichnung Staatlich anerkannter Erzieher bzw. Staatlich anerkannte Erzieherin. Mehr Bildung, Erziehung und Betreuung, so lauten die Forderungen der Politik. Die Aufgaben wachsen. Schon jetzt zeigt sich, dass für neue Aufgabenfelder weiteres Personal benötigt wird.


Weitergehende Informationen
Zur persönlichen Beratung stehen die evangelischen Fachschulen für Sozialpädagogik in der Region zur Verfügung.


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