„Arbeit mit Flüchtlingen“: Verein Evang. Ausbildungsstätten für Sozialpädagogik e. V.

Pressemitteilung vom 11.12.2015

Evangelische Fachschule engagiert sich in Notunterkunft –
Spielaktionen gemeinsam mit Flüchtlingskindern

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Jede Woche gehen Schülerinnen und Schüler der Evangelischen Fachschule für Sozialpädagogik in die Notunterkunft für Flüchtlinge und machen ein offenes Spielangebot für die Flüchtlingskinder. Die künftigen Erzieherinnen und Erzieher bieten etwas zum Malen, Basteln oder auch Bewegungsspiele an und machen dabei wertvolle Erfahrungen.

SCHWÄBISCH HALL, 11.12.2015. Die Turnhalle des Berufsschulzentrums wurde im Herbst als Notunterkunft für Flüchtlinge eingerichtet. Die Flüchtlinge, überwiegend Familien mit Kindern, sind dort für drei bis vier Wochen untergebracht, bis das Landratsamt eine Anschlussunterbringung gefunden hat. Betreut werden sie während dieser Zeit überwiegend vom Freundeskreis Asyl, der sie mit Kleidung, Geschirr, Deutschkursen, Dolmetscher-, Beratungs- und Fahrdiensten versorgt.

Seit November gibt es an der Evangelischen Fachschule für Sozialpädagogik Schwäbisch Hall eine Studiengruppe, die sich bei den Freizeitangeboten für die Flüchtlingskinder mit einbringt. Jede Woche wird ein offenes Kreativ- und Spielangebot von den angehenden Erzieherinnen und Erziehern für die Flüchtlingskinder durchgeführt. „Wir bieten für die Kinder etwas zum Malen, Basteln, Spielen oder auch einfache Sing- und Bewegungsspiele an“, berichtet Dozentin Antje Bauer, die die Studiengruppe betreut. „Wir helfen mit, dass die Kinder in der Turnhalle nicht nur untergebracht sind, sondern auch in mit ihren Bedürfnissen nach Beschäftigung und Anerkennung wahrgenommen werden. Neben den Deutschkursen für die älteren Kinder am Vormittag gibt es nun fast täglich ein kleines Nachmittagsangebot von Seiten freiwillig engagierter Schüler und Schülerinnen aus unterschiedlichen Schulen. Auch der Heimbacher Hof und der Zirkus Compostelli bieten regelmäßig Aktionen an. Das ist gut, denn die Kinder brauchen eine gewisse Tagesstruktur und Verlässlichkeit.“

Die Fachschule verfolgt gleich mehrere Ziele mit der Studiengruppe. „Die Schülerinnen und Schüler der Studiengruppe erhalten durch ihr Engagement einen Eindruck von der Lebenswelt der Flüchtlinge in einer Notunterkunft und können gleichzeitig persönliche Erfahrungen im Kontakt mit den Kindern und teilweise auch mit den Eltern machen“, so Antje Bauer. „Dadurch können eventuell bestehende Unsicherheiten und Vorurteile abgebaut werden. Aber das wichtigste Ziel ist: Wir bieten den Kindern, die in der Turnhalle so wenig Raum und Möglichkeiten zum Spielen haben, etwas zum Beschäftigen, Entdecken und Mitmachen. Nebenbei können sie gleich ihre ersten Deutschkenntnisse anwenden und üben.“

Die Aktivitäten für die Kinder in der Flüchtlingsunterkunft kommen sehr gut an. „Unsere Schülerinnen und Schüler sind motiviert dabei“, freut sich Dozentin Antje Bauer, „sie bringen sich auch nach langen Unterrichtstagen engagiert ein. Sogar bei Wochenendaktivitäten sind sie immer wieder da, um mitzuhelfen. Das ist wirklich toll! Und sie sind trotz der immer wieder mal auftauchenden Schwierigkeiten durch die Sprachbarrieren begeistert von der Offenheit und Freude der Kinder!“

Auch in der Fortbildung von Erzieherinnen im Landkreis zum Thema Flüchtlinge engagiert sich die Fachschule. „Wir bringen unser Knowhow aus der Pädagogik ein und geben Impulse beim KITA-Café des Landkreises zur Begleitung von Flüchtlingskindern“, berichtet Direktor Martin Berger. „Dabei geht es um kulturelle Vielfalt, interkulturelle Pädagogik und ihre praktische Umsetzung, also wie Fachkräfte in den Kitas die Kinder gut aufnehmen und stärken können.“

Kontakt
: Direktor Martin Berger, Telefon: 07 91 / 9 30 60 0, hall@ev-fs.de