Archiv für den Monat: Dezember 2016

Über die Arbeit in der Jury für den Illustrationspreis für Kinder- und Jugendbücher des GEP

In diesem Jahr wurde ich Jury-Mitglied des GEP-Illustrationspreises und trat damit die Nachfolge von Joachim Schmidt für den Bundesverband evangelischer Ausbildungsstätten an. Es war für mich das erste Mal, und ich war gespannt, was mich erwarten würde.

Es bewarben sich 88 Verlage mit 222 Büchern. Vom Winter bis zum späten Frühling trudelten bei jedem der sieben Jury-Mitglieder zwölf große Bücherkisten mit Bilderbüchern ein, die gelesen, betrachtet, verstanden und gewürdigt werden wollten. Gekürt werden sollen Bilderbücher, deren Illustrationen künstlerisch und inhaltlich hervorragend sind. Sie sollen

  • von persönlicher Ausdruckskraft sein und die Fantasie anregen,
  • innere Bilder wachrufen und weiterentwickeln,
  • den Text mit bildnerischen Mitteln sinnfällig deuten,
  • Gegenwärtiges, Vergangenes oder Fremdes im Bild lebendig werden lassen,
  • ein christliches Weltverständnis im Sinne von Gerechtigkeit, Frieden und Bewahrung der Schöpfung anschaulich unterstützen.

Jedes Jury-Mitglied hatte eine persönliche Auswahl an zehn preiswürdigen Büchern zu treffen. Die Büchersichtung gestaltete jeder unterschiedlich. Ich nutzte Netz und Kontakte unseres Berufskollegs, lud Kinder, Eltern der Kinder, Kolleginnen und Interessierte zu Treffen in verschiedenen Formaten ein. Wir lasen (vor), betrachteten, diskutierten, bewerteten und bestaunten vor allem die Vielfalt der Bilderbücher.

Im Juni traf sich die Jury im GEP-Verlagshaus in Frankfurt, um die jeweiligen persönlichen Favoriten vorzustellen. Wir besprachen jedes einzelne Buch mit dem Ziel einer gemeinsamen 10er-Liste, die als Empfehlung mit Rezensionen in einer Broschüre zum Illustrationspreis erscheinen sollte. Dies gestaltete sich teilweise gar nicht so einfach, weil jedem Jury-Mitglied aus einem anderen Blickwinkel heraus seine Auswahl zwischenzeitlich ans Herz gewachsen war. Mir persönlich eröffnete die Diskussion der einzelnen Bilderbücher den Blick für neue Aspekte und Deutungen, ebenso wie für die Vielfalt von Perspektiven auf und Beurteilungen der Bilderbücher. Nach einem Tag hatten wir unsere gemeinsamen zehn Favoriten gefunden.

Am nächsten Tag wählten wir unseren Preisträger. Auch dies stellte natürlich eine besondere Herausforderung dar. Am Ende setzte sich als klarer Favorit Stian Hole mit „Morkels Alphabet“ durch. Die Begründung der Jury, von Thomas Linden verfasst, lautete wie folgt:

Stian Hole, Morkels Alphabet Aus dem Norwegischen von Ina Kronenberger © 2016 Carl Hanser Verlag München

Stian Hole, Morkels Alphabet Aus dem Norwegischen von Ina Kronenberger © 2016 Carl Hanser Verlag München

„Mit Stian Hole wurde einer der bedeutendsten Illustratoren unserer Gegenwart ausgezeichnet. In seinem neuen Werk „Morkels Alphabet“ erzählt er von zwei Teenagern, die gemeinsam das Geheimnis der Sprache entdecken. Wobei die Sprache für sie nicht allein aus dem System der Zeichen besteht, sondern auch den Klang und den Geschmack der Worte bezeichnet. So finden sie Zugang zur winterlichen Natur und den Gefühlswelten des anderen. Dem Norweger gelingt, was nur wenige Illustratoren vermögen, er formuliert uns in seinen Bildern etwas vom Unsagbaren der Liebe.

Bild für Bild baut er eine Spannung auf, die über die letzte Seite seines Buches hinaus anhält. Im Zeitalter der digitalen Kommunikation zeigt uns Hole die Segnungen der Stille und Konzentration, die unseren Blick für die Welt schärfen und in uns die Fähigkeit zum Zuhören nähren. Mit seinen ebenso effektvollen wie anspielungsreichen Collagen entfaltet der 47-Jährige ein virtuoses Spiel von Nähe und Distanz, das der Geschichte von Anna und Morkel eine universelle Dimension verleiht. Als perfekt gestaltetes Bilderbuch präsentiert sich „Morkels Alphabet“ durch seinen respektvollen Umgang mit Bild und Textpassagen, die in einem eleganten Layout und in einer dezenten Typographie ihren Ausdruck findet.“

Im Anschluss planten wir die Veranstaltung und das Rahmenprogramm mit. Hierbei zeigte sich das große Engagement und die gute Vernetzung in die Frankfurter Kultur-Szene der Organisatorinnen des Preises, der Frankfurter Pressefrauen Pfiff, Elisabeth Ehrhorn und Carmen Sorgler. Als Laudator konnte Andreas Platthaus gewonnen werden, Leiter des Ressorts Literatur und Literarisches Leben in der Frankfurter Allgemeinen Zeitung. Eine Leipziger Jugendpfarrerin entwarf einen Literaturgottesdienst zu „Morkels Alphabet“ und entwickelte Anregungen für die Arbeit mit Jugendgruppen im Konfirmandenunterricht: http://gep.evangelisch.de/preise/illustrationspreis.

Einen Tag vor der Preisverleihung am 9. September 2016 trafen sich die Jury, die Frankfurter Pressefrauen, Stian Hole, die Übersetzerin Ina Kronenberger sowie Andreas Platthaus. Endlich hatte ich Gelegenheit, unseren Preisträger persönlich kennenzulernen und mich mit ihm über sein Buch sowie sein weiteres Werk auszutauschen.

Auf der Preisverleihung schließlich stellte ein Jury-Mitglied unsere Arbeit vor und Stian Hole wurde mit seinem Bilderbuch „Morkels Alphabet“ gewürdigt. Die frisch erschienene Broschüre mit der Empfehlungsliste der Jury wurde Interessierten überreicht.

Heike Dunker

 

 

Alarmanlage auf vier Pfoten – Therapiehunde im Einsatz

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Foto: Simon Stobbe

Easy schnüffelte, zögerte kurz und kratzte dann am Bein einer Schülerin. Der junge Rüde hat die sogenannte Hypoprobe, versteckt im Hosenumschlag, gefunden. Die Hypoprobe enthielt Duftstoffe, die eine an Diabetes erkrankte Person bei einer akuten Unterzuckerung absondert. Der zum Diabetikerwarnhund (DiWaH) ausgebildete Deutsche Pinscher war mit seiner Trainerin Vera Schmitz zu Gast bei den Berufsbildenden Schulen der Stiftung kreuznacher diakonie. Rund 26 angehende Altenpflegerinnen und Altenpfleger lernten in der Projektwoche, wie Therapiehunde ausgebildet und im medizinischen Alltag eingesetzt werden. „Therapiehunde sind keine Kuscheltiere“, erklärte Dr. Dietmar Weigel, Referatsleiter und Schulleiter der Berufsbildenden Schulen. „Sie werden gezielt in der tiergestützten medizinischen Behandlung einge¬setzt, beispielsweise in der Psychotherapie, Ergotherapie, Sprach- und Sprechtherapie und Heilpädagogik.“

Foto: Simon Stobbe

Hundetrainerin Vera Schmitz erklärte die Aufgaben von Diabetikerwarnhunden: Hat der Hund den niedrigen Blutzuckerwert über die ausgeschiedenen Duftstoffe identifiziert, warnt er den Betroffenen durch Kratzen, Stupsen oder Bellen. Anschließend apportiert er den Notfallbeutel, den jeder Diabeteserkrankte stets in seiner Nähe hat. „Die Aufgaben des Diabetikerwarnhundes lassen sich in Warnen, Helfen und Retten zusammenfassen. Reagiert der Betroffene nicht und ist apathisch, löst der Hund über eine installierte Notfallklingel Alarm aus“, erläuterte Vera Schmitz.

Im Rahmen der diesjährigen Projektwoche standen den rund 400 Schülerinnen und Schülern mehr als 20 Projekte zur Auswahl, etwa Gebärdensprache, Erlebnispädagogisches Wandern oder Montessoripädagogik. Die Leitung der Projekte übernahmen die Schülerinnen und Schüler selbst, entsprechend dem Kerngedanken, dass bei einem sozialpädagogischen Projekt die Eigeninitiative, Beteiligung und Verantwortung der Schülerinnen und Schüler im Vordergrund stehen und die Lehrkräfte Mitlernende sind.

Text: Stiftung kreuznacher diakonie, Kristina Rogoß

Respekt! Das Berufskolleg der KWD ist unter den Finalisten beim Schulwettbewerb für mehr Respekt!

Die Oberstufenklasse des Bildungsganges Kinderpflege des Berufskollegs Kaiserswerther Diakonie hat an dem NRW weiten Schulwettbewerb für mehr Respekt erfolgreich teilgenommen. Unter der Schirmherrschaft von Ministerpräsidentin Hannelore Kraft und Schulministerin Sylvia Löhrmann, die auch unter den Jurymitgliedern waren, fand vom 14.11.-18.11.16 die Woche des Respekts statt. Zum Start dieser Woche wurden am 14.11. die Preissieger des Wettbewerbs im Dortmunder U geehrt und die Schülerinnen und Schüler nahmen als Finalisten daran Teil.

respekt-kwd-3In wochenlanger und kreativer Arbeit, in der die Klasse in Kleingruppen an einem gemeinsamen Projekt zum Thema „Respekt“ arbeitete, entstand die Zeitschrift „Respekt“. Die Schülerinnen und Schüler erfanden mehrere kleine Fotostories, zeichneten einen Comic, befragten Menschen in den Einrichtungen der Kaiserswerther Diakonie und entwickelten sogar einen Selbsttest, anhand dessen man herausfinden konnte wie respektvoll man selber ist. Darüber hinaus findet sich in der Zeitschrift das ABC des Respekts, welches der Leser selber mit seiner Sicht zum Thema vervollständigen kann.

respekt-kwd-2Mit dieser Zeitschrift schaffte es die Klasse aus rund 250 Beiträgen von Schulen aus ganz Nordrhein-Westfalen unter die besten vier Schulen in der Kategorie „Sekundarstufe II“. Insgesamt wurden 16 Finalisten aus vier Kategorien bei der Preisverleihung mit ihren Videobeiträgen vorgestellt. Diese können unter dem folgenden Link eingesehen werden:
https://www.respekt.nrw/finalisten-des-schulwettbewerbs/