Alarmanlage auf vier Pfoten – Therapiehunde im Einsatz

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Foto: Simon Stobbe

Easy schnüffelte, zögerte kurz und kratzte dann am Bein einer Schülerin. Der junge Rüde hat die sogenannte Hypoprobe, versteckt im Hosenumschlag, gefunden. Die Hypoprobe enthielt Duftstoffe, die eine an Diabetes erkrankte Person bei einer akuten Unterzuckerung absondert. Der zum Diabetikerwarnhund (DiWaH) ausgebildete Deutsche Pinscher war mit seiner Trainerin Vera Schmitz zu Gast bei den Berufsbildenden Schulen der Stiftung kreuznacher diakonie. Rund 26 angehende Altenpflegerinnen und Altenpfleger lernten in der Projektwoche, wie Therapiehunde ausgebildet und im medizinischen Alltag eingesetzt werden. „Therapiehunde sind keine Kuscheltiere“, erklärte Dr. Dietmar Weigel, Referatsleiter und Schulleiter der Berufsbildenden Schulen. „Sie werden gezielt in der tiergestützten medizinischen Behandlung einge¬setzt, beispielsweise in der Psychotherapie, Ergotherapie, Sprach- und Sprechtherapie und Heilpädagogik.“

Foto: Simon Stobbe

Hundetrainerin Vera Schmitz erklärte die Aufgaben von Diabetikerwarnhunden: Hat der Hund den niedrigen Blutzuckerwert über die ausgeschiedenen Duftstoffe identifiziert, warnt er den Betroffenen durch Kratzen, Stupsen oder Bellen. Anschließend apportiert er den Notfallbeutel, den jeder Diabeteserkrankte stets in seiner Nähe hat. „Die Aufgaben des Diabetikerwarnhundes lassen sich in Warnen, Helfen und Retten zusammenfassen. Reagiert der Betroffene nicht und ist apathisch, löst der Hund über eine installierte Notfallklingel Alarm aus“, erläuterte Vera Schmitz.

Im Rahmen der diesjährigen Projektwoche standen den rund 400 Schülerinnen und Schülern mehr als 20 Projekte zur Auswahl, etwa Gebärdensprache, Erlebnispädagogisches Wandern oder Montessoripädagogik. Die Leitung der Projekte übernahmen die Schülerinnen und Schüler selbst, entsprechend dem Kerngedanken, dass bei einem sozialpädagogischen Projekt die Eigeninitiative, Beteiligung und Verantwortung der Schülerinnen und Schüler im Vordergrund stehen und die Lehrkräfte Mitlernende sind.

Text: Stiftung kreuznacher diakonie, Kristina Rogoß