Adams Äpfel und Hiob: Ein Wochenende im Namen der Gerechtigkeit

An einem Wochenende im Herbst kamen kursübergreifend Schülerinnen und Schüler zusammen, um mit den beiden Religionspädagogik-Dozentinnen Jasmin Laritz und Silvia Butz-Horlacher das Thema Gerechtigkeit zu bearbeiten. Den Einstieg bildete der dänische Film „Adams Äpfel“ – eine schwarze Komödie, die makaber ist und zuweilen bis an die Schmerzgrenze geht. Der Film ist intelligent gemacht, enthält auch warmherzige Sequenzen und ist gefüllt mit biblischen Motiven, vor allem aus dem Buch Hiob. Die Komödie greift die große Frage der Menschheit auf, die auch in der Bibel gestellt wird: Warum lässt Gott das zu? Wir schauten uns die Motive des Films „Adams Äpfel“ in Bezug auf das Hiobbuch genauer an. Der Text aus der Bibel widerspricht der Annahme, dass Krankheit und Leid als Strafe für Sünde und Vergehen anzusehen sind. Denn Hiob wird als Mann „ohne Fehl und Tadel“ beschrieben, dem dennoch Schreckliches widerfährt.

In einer weiteren Einheit beschäftigten wir uns mit der philosophischen Sicht auf die Gerechtigkeit: Unsere Zeit ist geprägt von Selbstverwirklichung, individueller Freiheit, von einer Offenheit, sich selbst ein sinnerfülltes Leben zu „basteln“. Aber wie sieht es mit der globalen Verantwortung aus, wie können wir zumindest gedanklich-philosophisch dem Thema der globalen Gerechtigkeit nahekommen?

So wurde Gerechtigkeit an diesem Wochenende in unterschiedlichen Bereichen – theologisch, cineastisch, philosophisch – heiß diskutiert und auch praktisch umgesetzt: Upcycling war unsere Antwort auf unser oft ungerechtes (Konsum-)Verhalten.

Am Ende bleibt für alle ein unvergessliches Wochenende. Studierende und Dozentinnen konnten sich einmal ohne schulischen Rahmen erleben und Leben teilen.

Silvia Butz-Horlacher und Jasmin Laritz, Dozentinnen