Archiv für das Jahr: 2018

Aschenputtel, Frau Holle und die Goldene Gans

Theaterprojekt an der Evangelischen Fachschule begeistert Grundschulkinder

Was macht man eigentlich, wenn man den Text vergessen hat? Wie klingt das Geräusch von flatternden Täubchen? Wie oft muss ich mich im Stück umziehen?  Welche Musik nehmen wir? Welche Stichworte helfen uns in der Verständigung? Es waren viele Fragen, die den Schülerinnen und Schülern zu Beginn des Theaterprojektes durch den Kopf gingen und die die Lehrerinnen Frau Salzer und Frau Kwaschik im Rahmen der Projekteröffnung selbst gekonnt vorspielten.

Dass an der Evangelischen Fachschule eine sehr praxisorientierte Berufsausbildung stattfindet, erleben die jungen Frauen und Männer, die Sozialassistenten bzw. Erzieher werden wollen, an ganz unterschiedlichen Aspekten. In diesem Fall ist es das szenische Spiel, das einerseits Teil der Ausbildung andererseits gerade im Advent eine Anforderung im beruflichen Alltag ist. So können sich die Schülerinnen und Schüler der Fachschule im Rahmen des Wahlpflichtunterrichtes für „Theaterpädagogik“ entscheiden. Unter Leitung der Theaterpädagogin Ute Kwaschik lernen die Auszubildenden verschiedene Übungen und Spiele kennen, die auf das Theaterspielen vorbereiten. Sie üben, mit der Stimme gestaltend zu sprechen und eben eine Textgrundlage in ein darstellendes Spiel zu verwandeln. In der vergangenen Woche hatten die Klassen SP 17a und SP 17b Zeit, sich ganz auf das Inszenieren und Spielen zu konzentrieren. Im späteren Berufsalltag wird ihnen diese Selbsterfahrung helfen, zum Beispiel Eltern im Theaterspielen anzuleiten, die dann das Weihnachtsmärchen für ihre Kindergartenkinder spielen.

Innerhalb weniger Tage fanden alle Schülerinnen und Schüler Antworten auf ihre Fragen. Denn bereits am vergangenen Freitag waren mehr als 120 Grundschulkinder der Stadt Wolmirstedt in der Fachschule zu Gast. Sie fieberten angespannt mit den Märchenhelden, wurden in das Geschehen teilweise einbezogen und antworteten begeistert. Die Kinder durften die Goldmarie anfassen und schimpften innig auf die Pechmarie. Herzhaft lachen konnten die Kinder über die zahlreichen Wiederholungen des Bruders Franz im Märchen „Die goldene Gans“, der immerzu betonte: „Hab ich ein Pech, hab ich ein Pech!“. Eine Lehrerin der Grundschule zollte den schauspielernden Schülern großes Lob, als sie im Anschluss an die Vorstellung sagte: “Das war etwas für die Seele. So schön!“ Gemeint war die Version von Frau Holle, in der auch Filzpuppen in das Spiel einbezogen wurden. Ein weiterer Höhepunkt der Schauspielkunst war das Schattenspiel, das im Märchen Aschenputtel vor allem die traurigen Szenen geschickt transportierte.

Natürlich hatten auch die Schülerinnen und Schüler der Fachschule selbst Gelegenheit, die Märchen anzuschauen. Nachdem die Grundschulkinder die Märchen gesehen hatten, gab es in der Evangelischen Fachschule eine „Gemeinsame Zeit im Advent“. Es wurden Lieder gesungen, Gedichte gesprochen, es wurde musiziert – und eben Theater gespielt.


Evangelische Fachschule für Soziale Berufe
Parkstr. 5 – 39326 Wolmirstedt – Tel. 039201 30215              

Neue Schulleiterin für Evangelische Fachschule Schwäbisch Hall gewählt: Cornelia Becker wird im Sommer Martin Berger ablösen

Die Mitgliederversammlung des Trägervereins hat Dr. Cornelia Becker zur neuen Direktorin der Evangelischen Fachschule für Sozialpädagogik Schwäbisch Hall gewählt. Sie wird die Schulleitung der Erzieherausbildung im Sommer 2019 von Martin Berger übernehmen, der in Ruhestand geht.

Dr. Cornelia Becker (in der Mitte mit Blumenstrauß) wurde zur neuen Schulleiterin der Evangelischen Fachschule für Sozialpädagogik Schwäbisch Hall ab Sommer gewählt. Sie löst Direktor Martin Berger ab, der in den Ruhestand geht. Die beiden Vorsitzenden des Trägervereins, Oberkirchenrat Dieter Kaufmann und Diplom-Pädagogin Heidi Fritz, gratulieren der künftigen Direktorin sehr herzlich zur Wahl.

SCHWÄBISCH HALL, 17.12.2018. Die Evangelische Fachschule für Sozialpädagogik Schwäbisch Hall bildet seit über 40 Jahren Erzieherinnen und Erzieher mit staatlicher Anerkennung aus. Im Sommer 2019 steht ein Schulleiterwechsel an: Martin Berger, seit 20 Jahren Direktor der Fachschule und bereits seit 27 Jahren als Dozent im Haus, geht im August in die passive Phase der Altersteilzeit. Nach einem ausführlichen Bewerbungsverfahren hat die Mitgliederversammlung des Trägervereins letzten Donnerstag seine Nachfolgerin gewählt: Dr. Cornelia Becker, zurzeit Referentin im Evangelischen Landesverband Tageseinrichtungen für Kinder, wird neue Direktorin an der Haller Fachschule mit Beginn des nächsten Schuljahres.

Die künftige Schulleiterin ist 49 Jahre alt und hat nach dem Abitur in Darmstadt zunächst eine Ausbildung zur Erzieherin absolviert. Nach einem anschließenden Soziologie-Studium mit Promotion arbeitete sie unter anderem als Dozentin in der Erzieherausbildung am Elisabethenstift Darmstadt und an der Fachschule für Sozialpädagogik im Landkreis Görlitz. Zu ihren aktuellen Tätigkeitsbereichen beim evangelischen Kita-Landesverband gehören neben der Fachberatung für die Region Main-Tauber-Kreis außerdem die landesweiten Projekte Qualitätsentwicklung, Inklusion und die Kooperation Kindergarten-Grundschule.

„Wir freuen uns sehr, solch eine kompetente und erfahrene Person als Schulleiterin gewonnen zu haben“, sagt Oberkirchenrat Dieter Kaufmann, erster Vorsitzender des Vereins Evangelischer Ausbildungsstätten für Sozialpädagogik. „Der Standort Schwäbisch Hall liegt uns sehr am Herzen. Unsere Evangelische Fachschule hat einen hervorragenden Ruf und ist bestens vernetzt in der Region. Mit ihrem Know-how aus Lehrtätigkeit, Kita-Erfahrung und Qualitätsmanagement wird Cornelia Becker die Entwicklung der Erzieherausbildung in Schwäbisch Hall weiter voranbringen.“

An der Haller Fachschule werden 250 Schülerinnen und Schüler von einem engagierten Dozententeam unterrichtet und auf ihrem Weg in den Beruf begleitet. „In der Erzieherausbildung an unserer Fachschule legen wir großen Wert auf eine Atmosphäre, die von Akzeptanz, Vertrauen und Wertschätzung gekennzeichnet ist“, sagt Heidi Fritz, zweite Vorsitzende im Trägerverein, „deshalb ist es uns wichtig, dass die neue Schulleiterin das evangelische und friedenspädagogische Profil der Haller Fachschule prägen und weiterführen wird. Die Gesellschaft braucht dringend bestens ausgebildete pädagogische Fachkräfte für eine sinnstiftende Erziehung und Bildung der anvertrauten Kinder und Jugendlichen.“

INFO ZUR FACHSCHULE
Die Haller Fachschule bietet verschiedene Ausbildungswege an: Regel-Ausbildung mit Realschulabschluss, Quereinstieg mit Abitur, Praxisintegrierte Ausbildung PiA und Teilzeit-Ausbildung. Auch kann auf Wunsch die Fachhochschulreife erworben sowie eine Doppelqualifizierung mit Bachelor-Abschluss erzielt werden. Als inhaltliche Schwerpunkte können Theaterpädagogik, Medienpädagogik oder Erlebnispädagogik gewählt werden. Zur Verzahnung von Theorie und Praxis besteht eine enge Vernetzung mit dem benachbarten Evangelischen Kinder- und Familienhaus. Außerdem gehört zum Haller Bildungszentrum die Evangelische Fachschule für Organisation und Führung (EFOF), die einen Fachwirt-Abschluss für soziale Berufe anbietet.

Mehr Infos zu den Ausbildungswegen gibt es beim Tag der offenen Tür am 19. Januar von 14 bis 17 Uhr im Komberger Weg 53 sowie auf der Homepage: www.fachschule-hall.de

INFO ZUM SCHULTRÄGER
Träger der Evangelischen Fachschule für Sozialpädagogik Schwäbisch Hall ist der „Verein Evang. Ausbildungsstätten für Sozialpädagogik e. V.“ mit Sitz in Stuttgart. Die beiden Vorsitzenden sind Oberkirchenrat Dieter Kaufmann aus Stuttgart und Diplom-Pädagogin Heidi Fritz aus Leonberg. Die Anfänge des Trägervereins reichen bis ins Jahr 1862 zurück. Lange Zeit war er unter dem Namen „Verein Evang. Kindergärtnerinnenseminare“ bekannt. Der Hauptzweck des Vereins ist die Ausbildung von Erzieherinnen und Erziehern. Das Kultusministerium hat dafür bereits 1920 die staatliche Anerkennung ausgesprochen. Der Verein ist professioneller Träger von vier Evangelischen Fachschulen für Sozialpädagogik in Württemberg – an den Standorten Herbrechtingen, Reutlingen, Schwäbisch Hall und Stuttgart-Botnang mit insgesamt rund 1000 Schülerinnen und Schülern. Die Arbeit des Vereins geschieht mit klarem evangelischem Profil. Religionspädagogik zieht sich als Schwerpunkt durch die gesamte Ausbildung. Der Verein ist Mitglied im Diakonischen Werk Württemberg.

„Ich geh mich suchen“ – Bildung für eine starke Demokratie

Der Fachbereich Sozialpädagogik der Zinzendorfschulen beteiligt sich am bundesweiten Projekt „Openion – Bildung für eine starke Demokratie“ der Deutschen Kinder-und Jugendstiftung. Bei diesem Projekt, dessen Name eine Wortschöpfung aus den englischen Begriffen „Opinion, open, on“ ist, werden zeitgemäße Formen der Demokratiebildung erprobt.

Ob wir unser Leben nach demokratischen Werten ausrichten können, hängt viel davon ab, dass wir uns selbst als starke Persönlichkeit erleben. Daher ging es zum Auftakt in der Eingangsklasse 1BKSP um das Thema „Was macht unsere Identität aus?“

Die Schülerinnen und Schüler philosophierten über unterschiedliche Aspekte von Identität, etwa über die Frage, wie unsere Welt aussehen würde, wenn jeder die Identität des Anderen akzeptieren würde. Müssten dann Menschen, die aus der Masse fallen, weniger Mobbingerfahrungen machen? Oder würde die Welt im Chaos versinken, wenn der Grundsatz nicht berücksichtigt wird, dass die Freiheit des Einen dort aufhört, wo die des Anderen beginnt? Dazu gab es ein breites Spektrum an angehörten Meinungen, was letztendlich eine starke Demokratie ausmacht.

Dieser außergewöhnliche Schultag soll keine Einzelerfahrung bleiben. Im Laufe des Schuljahrs wird in weiteren philosophischen Runden das Thema Demokratie immer wieder erlebt. Dabei ist auch eine Zusammenarbeit mit der Akademie „Philosophieren mit Kindern“ geplant. Starke Demokratie ist ein Wert, der letztendlich auf dem Ergebnis der realisierten Erziehungsziele “Eigenverantwortlichkeit“ und „Gemeinschaftsfähigkeit“, die die angehenden Erzieherinnen und Erzieher nach dem SGBVIII verfolgen müssen, basiert. So bildet diese Fortbildung die Chance, sich sowohl beruflich als auch persönlich weiterzuentwickeln.

Wer sich ebenfalls für eine Ausbildung zum Erzieher bzw,. Jugend- und Heimerzieher interessiert, kann sich am 22. Januar informieren. Es stehen mit BAFöG und AFBG interessante Fördermöglichkeiten zur Verfügung, auch Auslandspraktika sind möglich. Die Veranstaltung beginnt um 18 Uhr im Erdmuth-Dorotheen-Haus, Zinzendorfplatz 11 in 78126 Königsfeld.

Aus Anlass des siebzigjährigen Jubiläums der Menschenrechte

Evangelische Fachschule für Sozialpädagogik Weinstadt beteiligt sich am neuen Netzwerk Menschenrechtsbildung

PD Dr. Axel Bernd Kunze, Pädagogisch-didaktischer Schulleiter

Am 10. Dezember 2018 feiert die Allgemeine Erklärung der Menschenrechte ihr siebzigjähriges Jubiläum. Aus diesem Anlass hat sich auf Initiative der Pädagogischen Hochschule Ludwigsburg ein bundesweites Netzwerk Menschenrechtsbildung gebildet, das Akteure aus Wissenschaft, Bildungsforschung und Bildungspraxis miteinander vernetzt, darunter die Evangelische Fachschule für Sozialpädagogik Weinstadt.
Die Netzwerkpartner wollen sich für eine hochwertige, chancengerechte und inklusive Bildung engagieren. Denn Bildung ist ein

PD Dr. Axel Bernd Kunze, Pädagogisch-didaktischer Schulleiter

Menschenrecht und der Schlüssel zu individueller und gesellschaftlicher Entwicklung. Bildung befähigt Menschen dazu, ihre Persönlichkeit zu entfalten und ein erfülltes Leben zu führen. Bildung stärkt Demokratie und fördert Solidarität. Erste Aktionen und Projekte, die fächerübergreifend an unterschiedlichen Standorten in Deutschland durchgeführt werden, sollen diese Ziele anlässlich des diesjährigen Menschenrechtsjubiläums ins öffentliche Bewusstsein heben.
Die Weinstädter Fachschule in Trägerschaft der Stiftung Großheppacher Schwesternschaft ist mit folgenden Aktivitäten beteiligt:

  • Am 30. November 2018 wird ein Fortbildungsmodul „Demokratiepädagogik und Menschenrechtsbildung“ für Pädagogische Fachkräfte in Kindertageseinrichtungen angeboten.
  • Anfang Dezember 2018 erscheint in der Reihe „Gruß der Großheppacher Schwesternschaft“ ein neuer Band mit dem Titel „Kindheit – Veränderungen und Unveränderliches“. Der Pädagogisch-didaktische Schulleiter, Herr PD Dr. Axel Bernd Kunze, würdigt darin das dreißigjährige Jubiläum der 1989 verabschiedeten UN-Kinderrechtskonvention. Er fragt, inwieweit die Elementarbildung als Menschenrechtsprofession begriffen werden kann und welche Konsequenzen sich daraus für die Didaktik der Erzieherausbildung ergeben.
  • Ebenfalls Anfang Dezember erscheint im Münsteraner Verlag Aschendorff ein Themenheft der schulpädagogischen Fachzeitschrift „Engagement“ zum Thema „Eine Frage der Haltung … Pädagogische Menschenbilder“. Herr PD Dr. Kunze stellt darin ein Modul zur sozialpädagogischen Berufsethik vor, das im Fortbildungsbereich der Weinstädter Fachschule entwickelt wurde und ethische Wertkonflikte am Beispiel inklusiver Verpflegung in Ganztageseinrichtungen thematisiert.

Die Beschäftigung mit Fragen der Menschenrechtsbildung soll auch 2019 fortgesetzt werden. Unter Bezug auf die neue Jahreslosung für 2019 – „Suche den Frieden und jage ihm nach …“ – sollen zwei Fortbildungsveranstaltungen für Pädagogische Fachkräfte sowie Mentorinnen und Mentoren angeboten werden: zum einen im Frühjahr ein Fachtag zur Friedenserziehung Maria Montessoris, zum anderen im Herbst ein Fachvortrag zum Thema „Aggression im Kinderspiel“.

PD Dr. Axel Bernd Kunze (Pädagogisch-didaktische Schulleitung EFSP)

Kontakt:
Privatdozent Dr. Axel Bernd Kunze
Stiftung Großheppacher Schwesternschaft
Evangelische Fachschule für Sozialpädagogik Weinstadt
Pädagogisch-didaktische Schulleitung
Oberlinstraße 4
71384 Weinstadt (Rems)
Tel. (0 71 51) 99 34-1 45/1 46
E-Mail: akunze@grossheppacher-schwesternschaft.de
Internet: www.fachschule-sozialpädagogik.de

Neuer BeA-Vorstand gewählt

Auf der diesjährigen Mitgliederversammlung am 8.-9.11.2018 in Weimar wurde der neue BeA-Vorstand gewählt.

Der neue BeA-Vorstand wurde auf der diesjährigen Mitgliederversammlung in Weimar einstimmig gewählt. Zur neuen Vorsitzenden des BeA wurde Astrid Hofmeister, Kaiserswerther Diakonie in Düsseldorf gewählt.

Zum neuen Vorstand gehören für die Amtszeit 2018-2022 Silvia Gartinger Fachschule für Sozialpädagogik d. Ev. Johannesstift in Berlin, Ulrike Kläfker, Ev. Fachschule für Sozial- und Heilpädagogik in Osnabrück, Matthias Kreiter, Ausbildungszentrum Gesundheit und Soziales in Speyer, Sabine Lang, Marburger Bildungs – und Studienzentrum in Marburg, Andrea Schumann, Friederike-Fliedner-Berufskolleg in Iserlohn und Susanne Weber-Ludwig, Diakonisches Bildungsinstitut Johannes Falk gGmgH in Eisenach.

Wir gratulieren der Vorsitzenden und dem Vorstand und wünschen eine gute Amtsperiode mit spannenden wie interessanten Themen.
Zudem danken wir Norbert Göttker, Vorsitzender des BeA von 2011-2018 und Dr. Dietmar Weigel und Silke Seidel-Beck für die geleistete Vorstandsarbeit.

(von links nach rechts: Andrea Schumann, hinten: Silvia Gartinger, Matthias Kreiter, Susanne Weber-Ludwig, Ulrike Kläfker, vorne von links: Sabine Lang, Astrid Hofmeister (Vorsitzende), Dr. Annett Herrmann (Geschäftsführung)

Comenius-Kolleg individualisiert das Lernen

Nach den Herbstferien testet eine Klasse der Berufsschule eine neue Art des Unterrichts: Teile des Stoffs erarbeiten die Schüler *innen zuhause selbst – in einem digitalen Klassenzimmer

Vom Stephanie Heske

Neue Zeiten brechen bald am Comenius-Berufskolleg an: Nach den Herbstferien testet dort eine Klasse das Konzept des „umgedrehten Klassenzimmers“. Alle zwei Wochen bleiben 23 Schüler*innen aus der Unterstufe des Heilerziehungspflegekurses an einem normalen Schultag zuhause, anstatt sich auf den Weg in das Gebäude an der Pferdebachstraße zu machen. „E-Learning“ heißt das Zauberwort. Anstatt sich von den Lehrer*innen im Klassenzimmer den Schulstoff erklären zu lassen werden dir Schüler*innen auf einer Plattform im Internet Unterlagen finden, die sie eigenständig durcharbeiten und dazu Aufgaben erledigen. Dafür haben sie eine Woche Zeit. Die Lehrer*innen geben ihnen über dieselbe Plattform Rückmeldung. So kann jede/r Schüler*in in ihrer/seinem eigenen Tempo und zu einer selbst gewählten Zeit lernen – und auch an einem Ort ihrer/seiner Wahl. „Nicht jede Schülerin und nicht jeder Schüler kann sich im Klassenraum gut konzentrieren“, weiß Schulleiter Uwe Gronert. Der einen gelingt es etwa am heimischen Schreibtisch besser, dem anderen im Lieblingscafe. In der nächsten Schulstunde, die dann wieder wie üblich im Klassenzimmer stattfindet, wird das zuhause erarbeitete Thema gemeinsam diskutiert und vertieft.

„Im Prinzip hat sich die Art und Weise, wie wir unterrichten, ja seit dem 19. Jahrhundert nicht verändert“, sagt Gronert. „Wir packen alle Schülerinnen und Schüler zur selben Zeit in einen Raum, unterrichten sie im gleichen Tempo. So bleiben vor allem etwas langsamere Schülerinnen und Schüler auf der Strecke. „Und meist erwischen wir die Schülerinnen und Schüler zu den normalen Unterrichtszeiten auch nicht unbedingt in ihrer Tageshöchstform. „Ab kommendem Sommer soll das E-Learning weiter ausgerollt werden…“ Es können auch noch mehr Klassen werden“, hofft Gronert. Wievielt es letztendlich werden, hängt auch von der Bereitschaft der Lehrer ab, sich auf die neue Art des Unterrichtens einzulassen. Denn sie individualisiert nicht nur das Lernen, sondern auch das Lehren. Weg vom frontalen Erklären, hin zur personalisierten Hilfestellung.

30.000,00 Euro erhält das Kolleg als private Ersatzschule pro Jahr aus dem Landesprogramm „Gute Schule 2020“. Das Geld fließt – anders als bei staatlichen Schulen – komplett in die digitale Infrastruktur, nicht in die Instandhaltung des Gebäudes. Und einen angenehmen Nebeneffekt hat das ELeaming auch noch: „Wir können so eine Menge CO2 und Stickoxide einsparen“, sagt Gronert, denn rund 80 Prozent der 350 Schüler*innen des Kollegs kommen mit dem Auto.“

Bundesrahmenhandbuch Diakonie-Siegel Fort- und Weiterbildung wurde präsentiert

Am 19.10.2018 wurde das Bundesrahmenhandbuch Diakonie-Siegel Fort- und Weiterbildung in Berlin präsentiert.
Nun gibt es erstmals für den Bereich der evangelischen Fort- und Weiterbildung ein Qualitätsmanagement, das sich mit den aktuellen Themen aus der Bildungslandschaft beschäftigt und zudem Cross-Referenzen zur AZAV und zur ISO-Norm aufweist. Neben dem Bundesrahmenhandbuch haben wir – das Stabsreferat Berufliche Bildung und Qualifizierung in Sozialen Berufen und das Diakonische Institut für Qualitätsentwicklung – einen Erklärfilm produziert, der Aufschluss über die Idee und Inhalte der Diakonie-Siegel gibt.

Die Bundesarbeitsgemeinschaft hat gemeinsam mit dem „Diakonischen Institut für Qualitätsentwicklung“ das Bundesrahmenhandbuch entwickelt. Dabei sind aktuelle bildungspolitische Themen eingeflossen wie das Lebensbegleitende Lernen und die an dem DQR (Deutscher Qualifikationsrahmen) ausgerichtete Kompetenzorientierung.
Die Grundsatzaussagen der Bundesarbeitsgemeinschaft, zur Bedeutung diakonischer Fort- und Weiterbildung, und die Empfehlungen der Diakonie zur kompetenzorientierten Ausschreibung in der Fort- und Weiterbildung dienten dabei als Grundlagen.
Das heißt, das Qualitätsmanagement im Bundesrahmenhandbuch bleibt nicht allgemein, sondern hat stetige Bezüge zum Bereich der Fort- und Weiterbildung. Komplexe Arbeitsabläufe werden nicht durch Kennzahlen abgebildet, sondern sie werden über Führungs-, Kern- und Unterstützungsprozesse abgebildet und beschrieben.

Der hier entwickelte Qualitätsansatz stellt sicher, dass die Produkte und Dienstleistungen aus dem Bereich der Fort- und Weiterbildung einem fachlichen und diakonischen Qualitätsverständnis entsprechen.
Unsere Motivation, das „Bundesrahmenhandbuch Diakonie-Siegel Fort- und Weiterbildung“ zu entwickeln, zeigte und zeigt sich darin, dass wir die Qualität in der Fort- und Weiterbildung sichtbar machen und weiterentwickeln wollen.
Zudem ist das Bundesrahmenhandbuch eine sehr gute Möglichkeit, auch unabhängig von Zertifizierungen, die eigene Angebotspalette dahingehend zu prüfen, welche Verbesserungsmöglichkeiten angesteuert werden können. Ganz im Sinne des Ausspruches von John Ruskin: „Qualität ist kein Zufall, sie ist immer das Ergebnis angestrengten Denkens.“

Grundschullehrer und gleichzeitig Erzieher – neuer Studiengang ITEPS+e am Berufskolleg Bleibergquelle in Velbert

Luftaufnahme des Geländes der Bleibergquelle

Ab 2019 startet am Berufskolleg Bleibergquelle im rheinischen Velbert ein neuer Studiengang. ITEPS+e. ITEPS bedeutet: International Teacher Education for Primary Schools. Dieser Studiengang wird weltweit nur von zwei Universitäten in den Niederlanden und in Norwegen angeboten. Doch bei den Universitäten endet es bei ITEPS. Das Berufskolleg Bleibergquelle hat diesen hochqualifizierten Studiengang noch um eine praktische Ausbildung zum Erzieher / zur Erzieherin erweitert. Die Erfahrung in der Ausbildung von staatlich anerkannten / Erzieherinnen und Erziehern ist in den Gedanken eingeflossen, ab 2019 das Studium ITEPS+e – also plus die Ausbildung zum Erzieher / zur Erzieherin – anzubieten. So erzielt man in einem Studium gleich zwei Abschlüsse, den Bachelor of Education und den Abschluss als staatlich anerkannte Erzieherin / staatlich anerkannter Erzieher. Im Studium steht der pädagogische Bereich im Vordergrund. Also Erziehungswissenschaften, Didaktik und Sozialpädagogik. Umrahmt wird das 4-jährige Studium von jeweils jährlich 9 bis 10 Wochen Praktikum in unterschiedlichsten Einrichtungen. Das Studium und die Ausbildung finden in den ersten vier Semestern in Velbert statt und danach geht es zum Kooperationspartner, die Stenden University in Meppel, in den Niederlanden. Die Unterrichtssprache ist vom ersten Tag an durchgängig Englisch.

Die Studierenden werden auf die Zeit in den Niederlanden vorbereitet, in dem sie Niederländisch als Unterrichtsfach haben.

In Summe wird es so sein, dass die Absolventen sowohl an internationalen Grundschulen im In- und Ausland als auch in anderen Einrichtungen – wie in der Leitung von KITAS oder Jugendhilfeeinrichtungen, in Offenen Ganztagsschulen u.v.m. – begehrt sein werden. Es gibt bislang keine vergleichbare Ausbildung.

Durch den pädagogischen Schwerpunkt und die Ausbildung zum Erzieher / zur Erzieherin wissen die Absolventen wie Vor- und Grundschulkinder „ticken“, wie man Fähig- und Fertigkeiten und Wissen der jungen Zielgruppe vermittelt. Sie wissen, welche Bedürfnisse die Kinder haben, welche Anforderungen wichtig sind.

Der akademische Abschluss ist international anerkannt (Bachelor of Education).

Studierende am Berufskolleg Bleibergquelle

Die Aufnahmebedingungen sind: die Allgemeine Hochschulreife (Abitur) und gute Englischkenntnisse auf dem B2-Level und die Voraussetzungen für den Besuch der Fachschule (z.B. 900 Stunden Praxis). Die Studierenden werden – so ist der Wunsch der Schule – auf Menschen aus verschiedenen Kontinenten und Kulturen stoßen. Durch die gute Zusammenarbeit mit der Stadt Velbert wird es gute und bezahlbare Studentenwohnungen geben. Auch auf dem Gelände der Bleibergquelle gibt es preiswerte Unterkünfte.

Velbert befindet sich im Städtedreieck Düsseldorf, Essen und Wuppertal, eine interessante Gegend, die attraktive Angebote im Bereich Freizeit und Kultur bietet.

Die Anmeldungen erfolgen ab sofort. Informationen unter iteps.de und 02051 – 417 410.

Einzigartig in Hessen: Erzieher/innen-Ausbildung am Ev. Fröbelseminar Kassel und Korbach ist gleichwertig einem Bachelor-Studium

Das Ev. Fröbelseminar der Diakonie Hessen ist hessenweit als erste und einzige Fachschule für Sozialpädagogik durch die Zentrale Evaluations- und Akkreditierungsagentur Hannover (ZEvA) zertifiziert worden.
Das bedeutet: Unsere modularisierte Ausbildung zum/r staatlich anerkannten Erzieher/in – in der Vollzeitausbildung, der praxisintegrierten sowie der Teilzeit-Ausbildung – ist ab sofort europaweit als grundsätzlich gleichwertig der Modulen von Bachelor-Studiengängen anerkannt.
Mit der Anerkennung durch die ZEvA bekommen die Absolvent/innen des Ev. Fröbelseminars somit nun auch die rechtliche Grundlage einer durchlässigen Anschlussmöglichkeit zum weitergehenden Studium – und zwar europaweit. Bislang erkannten die Unis bei Anschlussstudien ausgebildeter Erzieher/innen die Lehrinhalte mangels Vergleichbarkeit nicht an. Die Zertifizierung kann den Studierenden nun ersparen Seminare und Vorlesungen zu belegen, deren Inhalte bereits Bestandteil des Unterrichts beim Ev. Fröbelseminar waren.
Mit offiziellen Feierstunden an den Standorten Kassel und Korbach wurde der freudige Anlass mit Beginn des neuen Ausbildungsjahres 2018/2018 gewürdigt.
In Anwesenheit der Mitarbeitenden, wichtiger Kooperationspartner, politischen Entscheidungsträgern sowie Vertretern aus den Trägerverbänden und Einrichtungen wies Direktor Prof. Dr. Freimut Schirrmacher auf den langen, herausfordernden Weg der Modularisierung seit 2003 hin, der nun mit der Zertifizierung durch die ZEvA seinen erfolgreichen Abschluss fand. „Damit wird unsere Schule mit ihrem besonderen modularisierten Ausbildungskonzept und den nun auch von Experten wie Prof. Harm Kuper von der Deutschen Gesellschaft für Erziehungswissenschaften bescheinigten universitären Standards auf dem Gebiet der Berufsschulpädagogik zum ‚Leuchtturm‘ – und ist letztlich auch ein Erfolg der Fröbelpädagogik.“

v.l. Wilfried Knapp (Vorstand Diakonie Hessen, Winfried Morlock (Dozent/Koordinator Modularisierung Ev. Fröbelseminar), Prof. Dr. Freimut Schirrmacher (Direktor Ev. Fröbelseminar), Dr. Anne Amend-Söchting (Dozentin/Koordinatorin Modularisierung Ev. Fröbelseminar), Claus Stefan (ZEvA) und Barbara Lehr (ehem. stellv. Direktorin)

„Wir lassen bewegte Bilder klingen“ – Schüleraustausch nach Velikij Ustjug – Russland

„Am meisten hat mich die Gastfreundschaft unserer russischen Gastgeber beeindruckt.“ berichtet eine Teilnehmerin des zehntägigen Schüleraustausches des Berufskollegs der Kaiserswerther Diakonie nach Russland, der vom 8.2.-17.2. 2018 stattfand.
Seit über 18 Jahren besteht nun die Schulpartnerschaft zwischen dem pädagogischen College in Velikij Ustjug und dem Berufskolleg der Kaiserswerther Diakonie. Eine Gruppe von zehn Studierenden und drei Lehrer*innen des Berufskollegs machte sich auf den Weg in die alte Hansestadt Velikij Ustjug, die ca. 1000 km nördlich von Moskau liegt. Bei winterlichen Temperaturen war dies für die deutsche Gruppe die einmalige Gelegenheit, russische Gastfreundschaft zu erleben und dabei einen Einblick in das russische Bildungssystem und in russische (Lebens-)Kultur zu gewinnen.
In dem Projekt „Wir lassen bewegte Bilder erklingen“ gestalteten deutsche und russische Teilnehmer*innen Bilder zu dem russischen Lied „Antoschka“ und verklanglichten diese, so dass daraus Filmsequenzen entstanden. Die Ergebnisse stellten die Studierenden auf einem pädagogischen Kongress vor, der an der russischen Partnerschule stattfand. Außerdem wurden in diesem Jahr erstmalig Fotoarbeiten von Studierenden des Düsseldorfer Berufskollegs im Rahmen einer viel beachteten Ausstellung im pädagogischen College präsentiert.
Insgesamt war das Austauschprogramm für die deutschen Teilnehmer sehr vielfältig und schloss Besuche in einem Kindergarten und einer Wohngruppe für Menschen mit Behinderung ebenso ein wie die Teilnahme an einem klassischen Konzert, bei dem auch deutsche Studierende und Lehrer mitmusizierten. Spricht man die deutschen Studierenden auf die Studienfahrt an, so ist der Austausch auf jeden Fall noch nicht beendet: „Wir stehen mit den russischen Studenten, die wir dort kennen gelernt haben, über Facebook und E-mails in ständigem Kontakt und würden am liebsten noch einmal nach Russland fahren!“