Archiv für den Monat: März 2018

Studientage unter dem Motto „Ich kann kochen“

Im Rahmen der Studientage des Berufskollegs fand das Projekt „Ich kann kochen“ statt. „Ich kann kochen“ ist die größte bundesweite Initiative für praktische Ernährungsbildung von Kita- und Grundschulkindern, die unter anderem von der Sarah-Wiener-Stiftung als Initiatorin ins Leben gerufen wurde.

Im Fokus steht die Ernährungsbildung mit allen Sinnen, die von den Kindern in Einrichtungen praktisch erfahren werden soll. In dieser Fortbildung werden künftige Erzieherinnen und Erzieher zu Genussbotschaftern qualifiziert, damit sie Kindern Spaß am Umgang mit frischen Lebensmitteln vermitteln können.

Die zentralen Inhalte der Fortbildung sind: Grundlagen für das Kochen mit Kindern und ein Bewusstsein für ausgewogene Ernährung erwerben, Lebensmittel mit allen Sinnen erfahren und die Küchenpraxis kennen lernen. Die Fortbildungsinhalte orientieren sich an den Bildungs- und Lehrplänen der Bundesländer.

Ziele sind:

  • Das selbstbestimmte, genussvolle Essverhalten der Kinder stärken
  • Kinder befähigen, ihren (Lebensmittel-)Konsum kritisch zu betrachten und aktiv zu gestalten

Selbst frisch kochen zu können macht viel Spaß und ist eine wichtige Alltagskompetenz. Durch einen genussvollen Umgang mit Essen lernen Kinder ihrem eigenen Körper und Geschmack zu vertrauen.

Nach einer ausführlichen theoretischen Einführung zur Ernährungsbildung durch unseren Referenten Herrn Brandel folgte die praktische Umsetzung der kindgerechten Rezepte in der Küche. Die Verkostung am wunderschön gedeckten Tisch war der Höhepunkt des Tages.

Christel Hofbauer, Dozentin

Evangelische Fachschule für Sozialpädagogik Stuttgart-Botnang
www.fachschule-stuttgart.de

 

Eine Welt: Globales Lernen in der Ausbildung

In vier Bausteinen beschäftigten wir uns im letzten Schuljahr mit Fragen von Globalisierung, sozialer Gerechtigkeit, Kinderrechten und Flucht und Vertreibung.

Baustein 1
Unterrichtsprojekt Kinderarbeit
In den Fächern Deutsch/Arbeitsmethoden und Religionspädagogik fand ein Projekt zum Thema Kinderarbeit statt. Die Schülerinnen und Schüler des Berufskollegs untersuchten, bei welchen unserer Alltagsgegenstände Kinder bei der Produktion beteiligt sind und welche Auswirkungen dies auf das Leben und die Perspektiven dieser Kinder hat. Es entstanden eindrucksvolle Präsentationen, die engagierte Diskussionen auslösten.

Baustein 2
Impulstag „Flucht und Vertreibung“
Wir gestalteten einen Projekttag zum Thema „Flucht und Vertreibung“ in Zusammenarbeit mit Engagement Global und mit Referentinnen aus dem Programm „Bildung trifft Entwicklung“. In Gruppen bearbeiteten die Schülerinnen und Schüler zentrale Fragen: Wie sehen die Fluchtbewegungen aus? Welche religiösen Gründe gibt es für Flucht? Wie kann man Fluchtursachen wirksam bekämpfen?

Baustein 3
Vortrag gegen Kinderarbeit
Im Rahmen der Erzieherinnen-Stiftung haben wir zu einem Vortrag eingeladen: „Keine Kinderarbeit für unseren Wohlstand.“ Referent war Benjamin Pütter, ein ausgewiesener Experte gegen Kinderarbeit, der seit Jahrzehnten die Länder aufsucht, in denen Kinderarbeit besonders verbreitet ist. In eindrucksvoller Weise zeigte der Referent die Zusammenhänge zwischen unserem Lebensstil und der Nutzung von Billigprodukten mit dem Einsatz von Kindern als billige Arbeitskräfte. An diesem Abend stellte sich Benjamin Pütter auch den Fragen der Schülerinnen und Schüler, die sich mit diesem Thema im Unterrichts­projekt Kinderarbeit beschäftigt haben.

Baustein 4
Autorenlesung „Train kids“
Als Aktion im Rahmen der Schulgemeinde erlebten wir eine Lesung mit Diskussion zu „Train kids“ mit dem Jugendbuchautor Dirk Reinhardt. Er stellte uns fünf Teenager vor, die zusammen auf der Flucht sind. Sie versuchen, das Elend ihrer Heimatländer Guatemala, El Salvador und Nicaragua hinter sich zu lassen und reisen als blinde Passagiere auf dem „Todeszug“ durch Mexiko, um in die USA zu gelangen, wo ihre Väter oder Mütter leben. Mit Texten und Bildern nahm uns der Autor mit auf die Etappen dieser gefährlichen Reise.

Dietmar Böhm, Birgit Deiss-Niethammer und Ulla Stauber, Dozent/Dozentinnen

Evangelische Fachschule für Sozialpädagogik Stuttgart-Botnang
www.fachschule-stuttgart.de

Ein Leitbild für unsere Schule

Was zeichnet uns aus, wo sind unsere Stärken?
Was schätzen wir hier an der Fachschule?
Was wollen wir erhalten, was ist unser Profil?
Was wollen wir pflegen und was soll verbessert werden?

Mit diesen Fragen beschäftigten wir uns auf unserem Weg zu einem Leitbild, in dem wir das festhalten, was uns für die Schule und die Ausbildung wichtig ist. Die Meinung der Studierenden wurde über einen Fragebogen eingeholt, bei dem es um ihre Sicht auf das schulische Miteinander, um die Atmosphäre in der Schule sowie um die Lernbedingungen ging. Die nicht-pädagogische Mitarbeiterschaft gab ihre Erfahrungen zur Fachschule in Form von Interviews weiter. Das Kollegium nahm sich für diesen ersten Schritt Zeit, um nicht nur einen positiven Ausgangspunkt für die Formulierung von Schwerpunkten zu finden, sondern auch, um Visionen für ein gutes, inspirierendes Leben und Arbeiten an der Fachschule zu entwickeln.

Unsere Vision für die Fachschule
Im weiteren Arbeiten an unserem Leitbild kristallisierten sich einzelne Qualitätsbereiche heraus, etwa „Menschenbild und Werte“, „Professionalität und Fachlichkeit“ oder „Schule als Ort der Begegnung“. Alle Bereiche sollten in einem nächsten Schritt ergänzt und differenziert werden. Unterschiedliche Standpunkte und Haltungen der beteiligten Kolleginnen und Kollegen wurden dabei deutlich und forderten immer wieder dazu auf, sich darüber auszutauschen, was unser Ziel, unsere Vision für
die Fachschule ist.

Auseinandersetzung und Selbstvergewisserung
Auch dies gehört zur konstruktiven, kollegialen Zusammenarbeit: unterschiedliche Meinungen und Ansichten darzulegen, sie zu begründen und sie auf eine für alle sinnvolle, passende Weise zusammenzubringen. Ein Prozess, der manches Mal ganz leicht und organisch verläuft und um den an anderer Stelle regelrecht gerungen werden muss. Während dieser Phase wurde aber vor allem klar, dass der Prozess der Auseinandersetzung und Selbstvergewisserung der bedeutsamere Part der Arbeit am Leitbild war. Alle Beteiligten erhielten so ein Gefühl dafür, welche Themenbereiche im Schulleben ihnen wichtig sind und wofür es sich einzusetzen lohnt.

Präsentation in der Schulgemeinde
Zum Ende des Schuljahres waren wir soweit, dass Leitsätze formuliert werden konnten. Das gedruckte Leitbild wurde bei einem kleinen feierlichen Akt in der Kollegiumskonferenz verabschiedet und die fertige Broschüre in der Schulgemeinde allen Studierenden vorgestellt.

Konkretisierung
Jetzt geht es weiter mit der Konkretisierung der einzelnen Leitsätze, die ja bewusst sehr allgemein formuliert wurden. Um sie mit Leben zu füllen, wurden im Kollegium bereits einzelne Leitsätze je nach Interesse und Kapazität herausgegriffen und überlegt, was sie für unseren Schulalltag bedeuten. Ende letzten Jahres wurden dazu schon erste Schritte eingeleitet. Es fand sich beispielsweise ein Team, das das Stille Zimmer neu gestalten will, ein YouTube-Kanal mit Lernfilmen soll aufgebaut und das Konferenzzimmer ansprechender gestaltet werden.

Die Studierenden sollen zu Wort kommen
In einem nächsten Schritt sollen nun die Studierenden zu Wort kommen. Zwei Termine mit der Schulgemeinde sind als Forum für die Auseinandersetzung mit ihren Wünschen und Visionen geplant und dienen als Auftakt für weiteres gemeinsames Ent­wickeln und Umsetzen von ihren Vorschlägen. Diesen Weg werden wir auch in Zukunft fortsetzen, damit sich das Leitbild zu einem lebendigen Bestandteil unserer Schulkultur weiterentwickelt.

Heike Kistner und Annemarie Steiner, Dozentinnen

Evangelische Fachschule für Sozialpädagogik Stuttgart-Botnang
www.fachschule-stuttgart.de

Freundeskreis der Herbrechtinger Fachschule

Zum Tag der offenen Tür ließen sich viele ehemalige Absolventinnen und Absolventen der Herbrechtinger Fachschule einladen. Die Neugierde auf das sanierte und neu gebaute Schulzentrum war riesig. Auch besteht großes Interesse daran, weiterhin miteinander in Kontakt zu bleiben. Deshalb wurde im Frühjahr ein Freundeskreis gegründet. Der Freundeskreis versteht sich als eine Gruppe von Ehemaligen aus allen Jahrgängen und Freunden der Fachschule, die miteinander und mit der Fachschule in Kontakt bleiben wollen. „Wir treffen uns jährlich und erhalten Informationen über die aktuelle Entwicklung der Fachschule – exklusiv für die Mitglieder des Freundeskreises“, heißt es im Faltblatt. Die Mitgliedsbeiträge (Richtpreis: 15 Euro pro Jahr) und Spenden werden konkret vor Ort für einzelne Projekte oder Anschaffungen verwendet. Interessiert? Wir freuen uns auf Sie! Alle Infos: www.fachschule-herbrechtingen.de/freundeskreis

Beate Sorg-Pleitner, Direktorin

Evangelische Fachschule für Sozialpädagogik Herbrechtingen
www.fachschule-herbrechtingen.de

Freundeskreis Faltblatt hier zum Download.

Teilzeit-Ausbildung kommt in Herbrechtingen gut an

Entwickelt war das Konzept einer Teilzeit-Ausbildung bereits seit einiger Zeit, doch erst jetzt zeigte unsere Werbung Wirkung: Seit dem Schuljahr 2017/18 haben wir erstmals Studierende in Teilzeit in unseren PiA-Kursen.

Diese Ausbildungsvariante ermöglicht es auch Müttern mit kleinen Kindern, sich zur Erzieherin ausbilden zu lassen, ohne das Gefühl, für ihre eigenen Kinder zu wenig Zeit zu haben. Motivation war uns nicht zuletzt, dass es solche jungen Frauen bereits an unserer Fachschule gab, die uns rückmeldeten, dass sie die hohen Anforderungen einer Vollzeit-Ausbildung mit ihren kleinen Kindern kaum bewältigen können. Darum haben wir uns dazu entschieden, die Organisation der Praxis in dieser Ausbildung so zu gestalten, dass die Praxistage teils flexibel gewählt werden können.

Im organisatorischen Ablauf wird die Teilzeit-Variante der klassischen Ausbildung zusammen mit der praxisintegrierten Ausbildung (PiA-Kurse) unterrichtet. Für die Teilzeit-Absolventinnen (bislang sind es zu 100% Frauen) schließt sich an drei Jahre schulische Ausbildung – anders als bei der PiA-Ausbildung – ein Jahr Berufspraktikum zum Erwerb der staatlichen Anerkennung an. Auch das Berufspraktikum kann im Ausnahmefall in Teilzeit (und dann entsprechend zeitlich verlängert) absolviert werden.

Wir freuen uns über die steigende Nachfrage nach diesem neuen, besonders für Frauen attraktiven Ausbildungsangebot.

Beate Sorg-Pleitner, Direktorin

Evangelische Fachschule für Sozialpädagogik Herbrechtingen
www.fachschule-herbrechtingen.de

Ein „digitaler Quantensprung“: Neue Medien an der Herbrechtinger Fachschule

Es war einmal …

  • … schulische Dateien im Schul-PC speichern, gleichzeitig auf dem (verschlüsselten) USB-Stick zur weiteren Bearbeitung mit nach Hause nehmen und im weiteren Verlauf aktualisierte Daten wieder mit den Schuldaten vergleichen und aktualisieren …
  • … dringende Mails zu Hause am Wochenende oder in den Ferien erledigen wollen, aber im verfügbaren Mailsystem keine entsprechende Mailanschrift finden und nicht auf den seit­herigen Mailverkehr zugreifen können …

Dies sind zwei alltägliche Beispiele von vielen, die nun zur Vergangenheit gehören.

Topaktuelle Ausstattung

Mit dem Neubau unserer Schule wurde sowohl von der Evangelischen Landeskirche als auch vom Trägerverein alles dafür getan, um in umfassender Weise modernste digitale Anwendungen zu etablieren und damit unsere Bildungseinrichtung mit topaktueller Ausstattung zu profilieren:

  • Ein schulinterner Server bietet nun für alle Lehrkräfte die Möglichkeit, Daten im Netzwerk abzulegen und bei Bedarf von zu Hause mittels sicherer VPN-Verbindung darauf zugreifen zu können.
  • Alle Daten des Mailsystems sind sowohl an der Schule als auch zu Hause in identischer Weise nutzbar.
  • Digitale Tafeln in den vier neuen Klassenräumen sind mit PCs verbunden und bieten interaktive Bildschirme, Internetverbindung, Beamer- und Speicherfunktionen sowie klassische Schultafel­anwendungen.
  • Allen Studierenden stehen individuelle WLAN-Zugänge zur Verfügung.
  • Netzwerkkonfigurationen ermöglichen PC-Ausdrucke am Kopierer oder an anderen Druckern in der Schule, Scanfunktionen am Kopierer oder „Netzwerkgruppen“.
  • Ein halber Klassensatz (14 Stück) Laptops inklusive WLAN-Verbindung stehen den Klassen für Unterrichtszwecke zur Verfügung.
  • In der Bibliothek sind sechs Mini-PCs als Recherche- und Arbeitsplätze für Studierende und Lehrkräfte eingerichtet.
  • Am Monitor im Eingangsbereich können aktuelle Informationen in unterschiedlichen Datenformaten an Studierende und Gäste bekannt gegeben werden.

Gelegentliche Anlaufschwierigkeiten und manche Skepsis konnten mit Hilfe der beteiligten Firmen sowie einer gehörigen Portion Geduld bewältigt werden. Wir sind über diese großzügige Ausstattung hoch erfreut und enorm dankbar!

Fritz Sanwald, stellvertretender Schulleiter

Evangelische Fachschule für Sozialpädagogik Herbrechtingen
www.fachschule-herbrechtingen.de

Hamburg macht Schule – Beteiligung an der Gestaltung des Unterrichts

Schülerinnen und Schüler coachen Lehrkräfte

Wir sollen im Unterricht etwas über Partizipation lernen ‐ und sind nicht an der Gestaltung die‐ ses Unterrichts beteilig!« Dieser Satz war Auslöser für unser Pro‐ jekt. Schülerinnen und Schüler set‐ zen sich mit der Frage nach gutem Unterricht auseinander und ge‐ stalten einen Studientag mit Leh‐ rerinnen und Lehrern. Wie gehen sie vor? Welche Methoden setzen sie ein? Wie hat dieses Projekt die Schul- und Lernkultur verändert?

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Schule.Reformation.Demokatie

Die Schülerinnen und Schüler der Evangelische Fachschule für Sozialpädagogik Alte Eichen in Hamburg wurde von der Evangelischen Schulstiftung in der EKD für ihr Vorhaben „Schüler_innen coachen Lehrer_innen“ im Rahmen des Projektes „Schule.Reformation.Demokratie.“ mit einer Förderung von 3.000 Euro unterstützt.

Von Uwe Baumann
Was mit einem mutigen Coaching-Projekt begann, wird den Schulalltag der Hamburger Fachschule für Sozialpädagogik Alte Eichen nachhaltig verändern. Denn mit der finanziellen Förderung der Evangelischen Schulstiftung in der EKD wurde nicht nur ein Teilprojekt, sondern eine ganze Schule samt Lehrerkollegium bedacht. Am Anfang stand die Frage: „Wo drückt der Schuh?“ – Schule sollte anders werden, Schülerinnen und Schüler wollten stärker in die Unterrichtsgestaltung einbezogen werden. Die Projektbewerbung bei „Schule.Reformation.Demokratie.“ war geboren. Mehr noch: Eine Initiatorengruppe, bestehend aus den Schülerinnen Merle Bredow, Clara Scholz, Sheila Steffens und Jacky Zeng, dem Schülervertreter Thomas Schmidt und Verbindungslehrer Tobias Milewski, formulierte erste Kritikpunkte zu Themen wie Partizipation und Methodenvielfalt im Unterricht. Allerdings kristallisierte sich im Verlaufe der Projektlaufzeit heraus, dass die etablierte Wissensvermittlung bereits viele gute Aspekte enthielt.

Zur demokratischen Struktur der Fachschule passte das geplante Coaching-Projekt jedenfalls ausgezeichnet. Solche Ansätze sind im Schulwesen immer noch beispielhaft und sollen ermutigen, neue Wege des Lernens zu wagen. In Hamburg beispielsweise mit fachlicher Begleitung durch das Referat Demokratiepädagogik des Landesinstituts für Lehrerbildung. Eine Konzeptgruppe, bestehend aus Schülern und Lehrern, arbeitete an einer Änderung des bestehenden Wahlpflichtkurssystems und auch für das Projekt „Schüler_innen coachen Lehrer_innen“ wurde Verstärkung geholt: Die Diplom-Sozialpädagogin Susanne Hoffmann-Michel vom Supervisionsnetzwerk stand der Initiatorengruppe zur Seite. „Sie sind als Schülerinnen und Schüler Experten darin, wie Unterricht für Sie gut ist. Nutzen Sie Ihre Rolle als Experten“, motivierte sie die Gruppe. Gemeinsam wurde das Coaching-Projekt zunächst als Wahlpflichtkurs vorbereitet, an dem Schülerinnen und Schüler aus sechs Klassen teilnahmen. Die Einstiegsfrage: „Was macht guten Unterricht aus?“ mündete schließlich in der Planung eines Coaching-Tages. Lehrer- und Schülerschaft sollten über Unterrichtsgestaltung diskutieren. Konkrete Ideen der Initiatorengruppe und der Wahlpflichtkurs-Teilnehmenden sollten präsentiert, Interviews zwischen Schülern und Lehrern geführt, im World-Café miteinander besprochen und konkrete Ziele verabredet werden. Die Schülerschaft wünschte sich, dass Verbesserungen nicht in Allgemeinplätzen untergehen oder am Ende eines mühevollen Prozesses verwässert werden sollten.

Das Projekt wurde ein Erfolg. Schüler und Lehrer blieben fair, nahmen jedoch kein Blatt vor den Mund. Anstrengend ist so etwas, das bestätigten die Teilnehmenden, außerdem soll der Prozess noch evaluiert und später fortgesetzt werden. Sicher wird das schulische Leben der Fachschule zügig einen Schub erhalten – ehrlich, reflektiert, professionell. „Mir hat der intensive Austausch mit den Lehrern sehr gut gefallen. Er ist ein sinnvolles Modell der beiderseitigen Rückmeldung“, beschreibt Schülerin Viviane Stoltze den Coaching-Workshop.

Rebecca Hillebrand, Lehrerin an der Fachschule fragt: „Schule anders denken? Müssen wir das oder kann auch alles bleiben wie es ist? Es läuft doch, oder?“ Und fügt kritisch hinzu: „Dies sind Fragen, mit denen wir uns im Schulalltag vielleicht seltener auseinandersetzen als nötig. Klar ist: Der Fortbildungstag hat gezeigt, dass Wunsch und Realität auseinanderklaffen.“ Und fast einem Lutherschen Thesenanschlag gleich, stellte sie fest: „Hier besteht Handlungsbedarf. Hier müssen wir uns (unbequemen) Wahrheiten stellen, für mehr Gleichberechtigung sorgen, Transparenz und Partizipation ermöglichen. Hier müssen wir Schulentwicklungsprozesse miteinander in Gang setzen und Schule anders denken.“

Künftig werden an der Evangelischen Fachschule Fragen wie „Was macht den Unterricht interessanter?“ weitgehend gemeinsam beantwortet, so der Plan. Die Fachschullehrerin Beate von Reinersdorff sagte abschließend: „Jeder von uns war in Bewegung, jede hörte aufmerksam zu.“ Wurde es nicht allzu persönlich? Nein, es sei nicht um Kritik gegangen. Beate von Reinersdorff: „Es flossen Wertschätzung und gegenseitiger Respekt. Am Ende haben wir ein Ziel formuliert, das in acht Wochen umsetzbar ist. Für uns wird es ein neu zu installierender Lehrersprechtag sowie die Auseinandersetzung mit unserer Rolle als Lehrkräfte sein.“ Sowohl Schüler- als auch Lehrerschaft wollen als gleichberechtigte Partner gemeinsam das Lernen an der Fachschule gestalten. Beate von Reinersdorff sprach aus, was die meisten dachten: „Ja, mehr davon!“

21 Schulen haben sich für das Förderprogramm„Schule.Reformation.Demokratie.“ beworben. Insgesamt wurden vier Schulen mit je 3.000 Euro gefördert. Die Kommission setzte sich aus dem Vorstandsmitglied Wolfgang von Rechenberg, der Pädagogischen Geschäftsführerin Dr. Annerose Fromke, dem Stiftungsvorsitzenden der Schulstiftung in der Nordkirche, Kai Gusek, zwei Studierenden der Evangelischen Hochschule Berlin und Ferdinand Kiderlen, Schulleiter der Evangelischen Sekundarschule Magdeburg, zusammen. Am 19. Januar 2018 kamen alle Bewerber und die Gewinnerschulen zu einem „Fachtag Demokratie“ in der Bundesakademie für Kirche und Diakonie in Berlin zusammen

Text von Uwe Baumann/ESS EKD

Auf Teppichfliesen zur Zauberinsel: Berufskolleg veranstaltet Sporttag für Kindergarten- und Grundschulkinder

„Kinder in Bewegung – Kids in Motion“ – unter diesem Motto trafen sich Mitte März rund 120 Kinder mit ihren Erzieherinnen und Lehrerinnen zu einem gemeinsamen Sporttag, organisiert vom Berufskolleg der Evangelischen Fachschule für Sozialpädagogik Reutlingen.

Mit viel Spaß und Elan begann der Tag bei einem Aufwärmtraining zu fetziger Musik. Danach turnten die Kinder an insgesamt acht Stationen. In der Halle mit den Großgeräten waren verschiedene thematische Stationen aufgebaut: im Zirkus, bei der Feuerwehr, auf dem Rummel und bei den Piraten. In der Halle mit den Kleingeräten konnten die Kinder mit Teppichfliesen zur Zauberinsel übersetzen, auf Farbenjagd gehen oder sich wendig wie Schlangen bewegen. Darüber hinaus gab es noch eine Tanzstation, wo die Vorschulkinder und die Erstklässler jeweils einen Tanz erlernten. Die beiden Tänze wurden zum Abschluss gegenseitig unter großer Begeisterung vorgetanzt, bevor jedes Kind mit einer Urkunde nach Hause gehen durfte.

Die Kooperation der Gemeinde Lichtenstein mit den örtlichen Kindergärten, der Grundschule, dem TSV 1898 Oberhausen e.V. und der Evangelischen Fachschule für Sozialpädagogik fand das zweite Mal mit großem Erfolg statt. Die Vorschulkinder und Erstklässler aus der Gemeinde Lichtenstein konnten sich an diesem Tag sportlich betätigen und sich dabei ein wenig kennenlernen. Die angehenden Erzieherinnen und Erzieher unserer Fachschule konnten durch die Mitgestaltung des Tages ihre Vorerfahrungen und ihr Wissen im Bereich Bewegungserziehung einsetzen und erweitern. Die Gemeinde Lichtenstein hat mit der Bereitstellung der Hallen und der Finanzierung des Frühstücks den Rahmen zum Gelingen des Sporttages geboten.

Silke Blanz, Birgit Reichart und Karin Unold-Fischer, Dozentinnen

 Evangelische Fachschule für Sozialpädagogik Reutlingen
www.fachschule-reutlingen.de

Aufenthaltsort aus Weiden – fast wie eine gotische Kathedrale

Projektwoche „Nachhaltigkeit“

„Ist der Raum Behälter aller körperlichen Objekte oder ist er die Lagerungsqualität der körperlichen Objekte?“ Albert Einstein (1879-1955)

Raum und Architektur sind nicht denkbar ohne die Beziehungsvorstellungen der Nutzer und Bewohner und den Ordnungsbeziehungen zwischen den Körpern, die erst den Raum schaffen.

In einer Projektwoche im Berufskolleg haben wir uns von den herkömmlichen Schulräumen nach draußen begeben und den Außenraum Garten nutzbar gemacht. Gleichzeitig haben wir die Schule selbst als nachhaltigen Raum erfahren und erlebt. „Eine gute Schule braucht engagierte Lehrer, ein durchdachtes Konzept, anregende Materialien“, heißt es in einem Artikel über die britische Architektin Prue Chiles. (Zitate aus einem Interview bei SPIEGEL-Online vom 17.08.2015: Die perfekte Architektur zum Lernen, http://www.spiegel.de/lebenundlernen/schule/schulen-warum-die-architektur-das-lernen-beeinflusst-a-1047700.html)

Die Architektin beschäftigt sich damit, wie Schulen gebaut sein sollten, damit das Lernen leichtfällt: „Eine Schule sollte so umwerfend sein, dass sich die Schüler gern mit ihr identifizieren. Klare architektonische Aussagen können die Lernenden anregen. Wenn Schüler etwa aus dem Klassenzimmer kommen, sollte es anders, interessant aussehen. So ein Wechsel verbessert die Konzentration. Abwechslung entsteht auch, indem man verschiedene Sinne anspricht oder Materialien einsetzt, die sich toll anfühlen. Früher gab es nur Frontalunterricht, mittags gingen die Schüler nach Hause. Heute ist das Lernen individualisierter, und die Schüler verbringen mehr Zeit in der Schule. Jeder Schüler sollte eine ideale Umgebung bekommen.“

In Projekten versuchen wir, die Lernumgebung mit unseren Schülerinnen Schülern so zu gestalten, dass sie sich mit den Orten, die sie umgeben, identifizieren können. Im Projekt „Nachhaltigkeit“ haben wir im Garten der Schule einen Aufenthaltsort in Skelettbauweise aus Weiden konstruiert. An diesem Pausenort können die Kräfte mobilisiert werden, die zum Lernen benötigt werden. Gleich der Bauweise der gotischen Kathedralen scheinen die Weidenbalken dem Himmel zuzustreben. Damals symbolisierte diese Bauweise Gottesnähe. Bleibt zu hoffen, dass dies auch an dem neuen Aufenthaltsort für unsere Schülerinnen und Schüler wirksam wird und daraus Inspiration und Gemeinschaft erwächst.

Andrea Dohse, Dozentin 

Evangelische Fachschule für Sozialpädagogik Reutlingen
www.fachschule-reutlingen.de