Bilingualer Unterricht in der PiA-Ausbildung

Pilot Project in English / Promoting Education and Development

Naturwissenschaftlich Bildungsprozesse zu eröffnen und zu begleiten steht als Thema bei der Praxisintegrierten Ausbildung im 2. und 3. Ausbildungsjahr im Lehrplan. So fassten die Kolleginnen Joanne Böck (Kanadierin und Dozentin für das Fach Englisch) und Gitte Able (Dozentin für den Bereich naturwissenschaftliches Lernen und Trainerin beim Haus der kleinen Forscher) den Entschluss, einen kleinen Teil des jeweiligen Unterrichts gemeinsam im Team-Teaching zu gestalten. Das Ziel war, eine Fremdsprache beim praktischen Tun zu erlernen, also ein Lernangebot zu schaffen, das darauf abzielt, einen authentischen Gebrauch der englischen Sprache im Rahmen vom Experimentieren und Forschen in der Fachschule zu ermöglichen.

Ein anderer interessanter Untersuchungsaspekt war, ob sich dadurch weitere positive Nebeneffekte ergeben würden. Dazu stellten sich unter anderem Fragen wie:

  • Können wir durch den gemeinsamen Unterricht die Motivation für das allgemeinbildende Fach Englisch erhöhen?
  • Können wir durch die „gemeinsame Nutzung“ von Unterrichtsstunden Zeit gewinnen, um dem eigenen Erproben und Forschen mehr Raum zu geben?
  • Kann das selbstständige Sprachhandeln durch diese Unterrichtsform tatsächlich gestärkt werden?

Für das Pilot-Projekt wurde ein überschaubarer Rahmen gesteckt: fünf Doppelstunden gemeinsamer Unterricht zum Thema Energie und Strom. Das Thema entstand durch den Abgleich der Lehrpläne und beinhaltete folgende Konkretisierungen:

Neben der Einführung neuer Vokabeln wurden grammatische Strukturen eingebaut und geübt, zum Beispiel Bedingungssätze und das Passiv in der englischen Sprache. Dies hatte sich angeboten, um – wie beim Forschen notwendig – über das „was-wäre-wenn“ nachzudenken, also die Implikationen, die hypothetischen Situationen und ihre Konsequenzen zu behaupten oder festzulegen.

Erste Schlussfolgerungen aus diesem bilingualen Experiment:

  • Das praktische Erproben ließ sich sehr gut in den Englischunterricht einbinden und brachte die erhoffte Sprechanregung
  • Die Auszubildenden setzten die Fremdsprache unterschiedlich ein. Unterrichtssprache war hauptsächlich Englisch. Einige wählten bewusst die Herausforderung und blieben durchgängig in der Fremdsprache.
  • Der bilinguale Unterricht bietet mehrperspektivisches Lernen an: Der Erwerb sprachlicher und sachfachlicher Kompetenzen geschieht in Kombination und vertieft sowohl die fachliche als auch die sprachliche Auseinandersetzung. Zudem wurden Unterschiede in Begriffen und Feinheiten in den Sprachen verstärkt wahrgenommen.

Im Ergebnis kann schließlich festgehalten werden: Diese Unterrichtsform soll und wird auf jeden Fall fortgesetzt werden. Daher wurden aus dem Lehrplan des zweiten Ausbildungsjahres für das kommende Schuljahr die Themen Natur und Environmental Awareness ausgewählt.

 Gitte Able und Joanne Böck, Dozentinnen

Evangelische Fachschule für Sozialpädagogik Schwäbisch Hall
www.fachschule-hall.de