Archiv für den Monat: März 2018

Berufsperspektiven erweitern

Angehende ErzieherInnen qualifizieren sich für die Tagespflege

Der Tagesmütter e.V. Reutlingen bietet in Kooperation mit der Evangelischen Fachschule für Sozialpädagogik einen Qualifizierungskurs zur Tagespflegeperson nach dem Curriculum des Deutschen Jugendinstituts speziell für Erzieherinnen und Erzieher im Berufspraktikum an. Der erste Kurs startete in diesem Schuljahr und läuft noch bis Sommer.

Das Berufsfeld von Erzieherinnen und Erziehern ist in den letzten Jahren immer vielfältiger geworden. Die Ausbildung deckt sowohl die Arbeit in Kindertageseinrichtungen inklusive Krippe, bei Schulkindern, Jugendlichen und in heilpädagogischen Feldern ab. Mit der Zunahme an Betreuungsangeboten und den damit verbesserten Möglichkeiten für Familien, Beruf und Kinder gut miteinander zu verbinden, steigt auch der Fachkräftebedarf weiter an.

Angehenden Erzieherinnen und Erziehern, die an der Evangelischen Fachschule für Sozialpädagogik Reutlingen ausgebildet werden, wird durch die „Zusatzqualifikation Kindertagespflege“ im letzten Ausbildungsjahr, dem Berufspraktikum, die Möglichkeit gegeben, ihre fachliche Qualifikation im Bereich der Tagespflege weiter auszubauen.

Diese Zusatzqualifikation bietet ausgebildeten Erzieherinnen und Erziehern eine Option, auch in der Familienphase weiterhin im Beruf verbleiben zu können. Das besondere Angebot „TigeR“ (Kindertagespflege in anderen geeigneten Räumen) des Tagesmütter e.V. Reutlingen stellt für angehende Erzieherinnen und Erzieher hier eine zusätzliche, attraktive berufliche Perspektive dar.

Der Umfang der Qualifizierung beträgt für pädagogische Fachkräfte 30 Unterrichtseinheiten, wie es die Verwaltungsvorschrift Kindertagespflege von Baden-Württemberg voraussetzt. Themen, die die Berufspraktikantinnen und Berufspraktikanten in ihrer Ausbildung vertieft kennengelernt haben, werden in einem neuen Kontext beleuchtet. Bis zum Sommer 2018 wird der Kurs abgeschlossen sein, sodass nicht nur die Anerkennung zur Erzieherin oder zum Erzieher vorliegt, sondern auch die Voraussetzung für einen beruflichen Einstieg in die Kindertagespflege.

Die Parallelität des Angebots mit der ErzieherInnenausbildung ist neu. Die Kooperation von Evangelischer Fachschule und Kindertagespflege trägt dazu bei, dass die verschiedenen Betreuungsbereiche, institutionelle Betreuung und Kindertagespflege, weiter mit einander vernetzt werden. Dadurch erhalten Fachkräfte die Möglichkeit, das gesamte Spektrum der Betreuungslandschaft kennenzulernen und damit im späteren Arbeitsalltag Kooperationsbeziehungen in der Praxis zu erweitern und berufliche Perspektiven zu eröffnen.

Gabriele Beier, Direktorin 

Evangelische Fachschule für Sozialpädagogik Reutlingen
www.fachschule-reutlingen.de

Bilingualer Unterricht in der PiA-Ausbildung

Pilot Project in English / Promoting Education and Development

Naturwissenschaftlich Bildungsprozesse zu eröffnen und zu begleiten steht als Thema bei der Praxisintegrierten Ausbildung im 2. und 3. Ausbildungsjahr im Lehrplan. So fassten die Kolleginnen Joanne Böck (Kanadierin und Dozentin für das Fach Englisch) und Gitte Able (Dozentin für den Bereich naturwissenschaftliches Lernen und Trainerin beim Haus der kleinen Forscher) den Entschluss, einen kleinen Teil des jeweiligen Unterrichts gemeinsam im Team-Teaching zu gestalten. Das Ziel war, eine Fremdsprache beim praktischen Tun zu erlernen, also ein Lernangebot zu schaffen, das darauf abzielt, einen authentischen Gebrauch der englischen Sprache im Rahmen vom Experimentieren und Forschen in der Fachschule zu ermöglichen.

Ein anderer interessanter Untersuchungsaspekt war, ob sich dadurch weitere positive Nebeneffekte ergeben würden. Dazu stellten sich unter anderem Fragen wie:

  • Können wir durch den gemeinsamen Unterricht die Motivation für das allgemeinbildende Fach Englisch erhöhen?
  • Können wir durch die „gemeinsame Nutzung“ von Unterrichtsstunden Zeit gewinnen, um dem eigenen Erproben und Forschen mehr Raum zu geben?
  • Kann das selbstständige Sprachhandeln durch diese Unterrichtsform tatsächlich gestärkt werden?

Für das Pilot-Projekt wurde ein überschaubarer Rahmen gesteckt: fünf Doppelstunden gemeinsamer Unterricht zum Thema Energie und Strom. Das Thema entstand durch den Abgleich der Lehrpläne und beinhaltete folgende Konkretisierungen:

Neben der Einführung neuer Vokabeln wurden grammatische Strukturen eingebaut und geübt, zum Beispiel Bedingungssätze und das Passiv in der englischen Sprache. Dies hatte sich angeboten, um – wie beim Forschen notwendig – über das „was-wäre-wenn“ nachzudenken, also die Implikationen, die hypothetischen Situationen und ihre Konsequenzen zu behaupten oder festzulegen.

Erste Schlussfolgerungen aus diesem bilingualen Experiment:

  • Das praktische Erproben ließ sich sehr gut in den Englischunterricht einbinden und brachte die erhoffte Sprechanregung
  • Die Auszubildenden setzten die Fremdsprache unterschiedlich ein. Unterrichtssprache war hauptsächlich Englisch. Einige wählten bewusst die Herausforderung und blieben durchgängig in der Fremdsprache.
  • Der bilinguale Unterricht bietet mehrperspektivisches Lernen an: Der Erwerb sprachlicher und sachfachlicher Kompetenzen geschieht in Kombination und vertieft sowohl die fachliche als auch die sprachliche Auseinandersetzung. Zudem wurden Unterschiede in Begriffen und Feinheiten in den Sprachen verstärkt wahrgenommen.

Im Ergebnis kann schließlich festgehalten werden: Diese Unterrichtsform soll und wird auf jeden Fall fortgesetzt werden. Daher wurden aus dem Lehrplan des zweiten Ausbildungsjahres für das kommende Schuljahr die Themen Natur und Environmental Awareness ausgewählt.

 Gitte Able und Joanne Böck, Dozentinnen

Evangelische Fachschule für Sozialpädagogik Schwäbisch Hall
www.fachschule-hall.de

BNE – Bildung für nachhaltige Entwicklung

Ein Thema in der Frühpädagogik

Die evangelische Fachschule für Sozialpädagogik in Schwäbisch Hall nimmt sich dieses Themas schon lange an, nun hat BNE auch als Querschnittsthema Einzug in die Bildungs- und Lehrpläne gehalten. Neben anderen Themen wie Partizipation und Inklusion soll auch die Bildung für nachhaltige Entwicklung mit grundlegendem Wissen und als Haltung in der Ausbildung erarbeitet werden, abgeprüft wird dies im Rahmen der Abschlussprüfung zum Beispiel in einer Facharbeit oder über die schriftliche Prüfung.

Weltaktionsprogramm der UNESCO

Bildung für nachhaltige Entwicklung meint die Arbeit mit Kindern und Jugendlichen, bei der gemeinsam mit ihnen in einer Projektarbeit oder im gemeinsamen Philosophieren solchen Fragen nachgegangen wird. Die UNESCO hat für die Jahre 2015 bis 2019 ein Weltaktionsprogramm BNE ausgerufen. In allen Ländern machen sich bereits Kinder und Erwachsene auf den Weg, Müll einzusammeln, Bachläufe zu reinigen oder Tauschbörsen zu veranstalten. Ziel dieser Aktionen ist eine zukunftsfähige, faire und umweltfreundlichere Welt, in der auch die nächsten Generationen gut leben können.

 

BNE macht Mut

„BNE hat das Ziel, Menschen zu motivieren und zu befähigen, die Welt im Sinne einer nachhaltigen Entwicklung zu gestalten. Bildung für nachhaltige Entwicklung macht Mut – Mut, komplizierten Dingen auf den Grund zu gehen und sie zu verändern – Mut, Entscheidungen zu treffen – Mut, aus unterschiedlichen Perspektiven auf eine Sache zu schauen und neugierig darauf zu sein, was andere denken.“ (aus: Tür auf! Mein Einstieg in Bildung für nachhaltige Entwicklung. Broschüre „Haus der kleinen Forscher“)

 

Wie kann nachhaltige Entwicklung mit Kindern aussehen?

Wie die umweltpädagogische Praxis aussieht, ist abhängig von der Konzeption, der Zeit und den Fachkräften. Damit eine ganzheitliche Umsetzung möglich wird, sollten alle Beteiligten einbezogen werden: die Erzieherinnen und Erzieher, Kinder mit ihren Eltern/Familien, der Träger, Hausmeister und die Küche. Erzieherinnen und Erzieher sollen an den Alltagserfahrungen und dem kindlichem Spiel anknüpfen. Sie sollen außerdem die Fragen, Themen und Interessen der Kinder z.B. durch Projekte, Bilderbücher, Lieder oder das Einbeziehen von Experten aufgreifen. An die Kinder sollten diese Aktivitäten entwicklungsgemäß angepasst werden, indem die Themen beispielsweise durch experimentelle, kreative Prozesse und das Einbeziehen der Sinne erarbeitet werden. Hierbei geht es um die ganzheitliche und nicht rein kognitive Erarbeitung (Ganzheitlichkeit statt Erarbeiten von Sachwissen oder moralischem Appell).

 

Handlungskompetenz der Kinder fördern

Kinder erwerben in den ersten Lebensjahren Einstellungen, Wissen und Werte, welche das Handeln prägen. Wichtig dabe ist, dass für sie ein eigener Erfahrungsraum geschaffen wird, z.B. durch Wald-/ Naturtage, die Gestaltung eines naturnahen Außengeländes (dieses sollte groß, regelmäßig nutzbar sein, unterschiedliche Möglichkeiten bieten sowie ganzjährig und bei jedem Wetter zugänglich sein). Vor allem das, was Kinder selbst durch Naturerfahrungen erleben, ist prägend für ihr Handeln. Es ist aber auch wichtig, dass sie im Alltag mitbestimmen dürfen, zum Beispiel in Form von Kinderkonferenzen oder in der Projektarbeit. So erwerben sie Kompetenzen und erfahren, dass es sich lohnt, etwas zu tun und Verantwortung zu übernehmen.

Dr. Cornelia Schäfter, Dozentin
Elena Liebendörfer, Schülerin im Oberkurs
 

Evangelische Fachschule für Sozialpädagogik Schwäbisch Hall
www.fachschule-hall.de

Deutsch als Fremdsprache (DaF) an der Fachschule

Förderung der Sprachkompetenz als Voraussetzung für Fachkompetenz

Die ErzieherInnenausbildung als fachlich anspruchsvolle Herausforderung stellt an alle Studierenden einen hohen Anspruch an persönlicher, sozialer sowie auch sprachlicher Kompetenz. Diese setzt nicht zuletzt für deutsche Muttersprachler ein hohes Maß an Lernbereitschaft, Ausdrucksfähigkeit und Engagement voraus. Nicht-Muttersprachler haben vor allem im sprachlichen Bereich, der jedoch für alle Lern- und Handlungsfelder wichtig ist, einen weitaus schwereren Stand, da zu den allgemeinsprachlichen Herausforderungen die fachsprachlichen Besonderheiten hinzukommen. Diese sprachliche Barriere sollte in der ersten DaF-Studiengruppe der Haller Fachschule gemindert werden.

Begonnen hatte das Pilotprojekt im Herbst 2016 mit der Anfrage einiger SchülerInnen, die sich als Nicht-Muttersprachler Unterstützung bei den umfangreichen schriftlichen Aufgaben wünschten. Diese Anfrage wurde zum Anlass genommen, unter den Studierenden mit Migrationshintergrund eine allgemeine Interessensabfrage zu einer DaF-Studiengruppe durchzuführen. Alle Befragten begrüßten den Vorschlag, woraufhin beschlossen wurde, eine solche Studiengruppe einzurichten.

Im Januar 2017 wurden schließlich die ersten Schritte in diese Richtung gemacht. Um das jeweilige Sprachniveau der SchülerInnen besser einschätzen und eine adäquate Gruppenbildung vornehmen zu können, sollten diese einen Eingangstest machen. Dieser umfasste die Bereiche Grammatik, Rechtschreibung, Zeichensetzung, Textverständnis und Textwiedergabe sowie selbständige Textproduktion. Dabei war es wichtig, dass die SchülerInnen diesen Test ohne Hilfsmittel lösen, sodass Rückschlüsse auf das vorhandene bzw. automatisierte Wissen gemacht werden können.

Da die Teilnehmenden an der Studiengruppe aus verschiedenen Kursstufen kamen, gestaltete sich die Terminfindung schwierig, gelang jedoch schließlich. Des Weiteren bildeten die Niveauunterschiede im schriftlichen und mündlichen Ausdruck eine besondere Herausforderung. Hauptaugenmerk dieser „ersten Runde“ lag auf Sprachnormen, die in einer Mischung von allgemein- und fachsprachlichen Themenfeldern für alle Studierenden aufgearbeitet wurden. In Form von Einführungssequenzen, Übungsrunden, Austauschphasen und Hausaufgaben konnten die Studierenden sowohl in der Gruppe als auch in Einzelarbeit die behandelten Themen einüben und sich austauschen, wobei oft gemeinsame „Fehlerleiden“ und Erfolge für schöne, aufmunternde und zum Teil auch witzige Momente sorgten.

Und nun stellt sich die Frage: Was ist am Ende das Ergebnis? – Die Antwort: Eine Fortsetzung ist erwünscht. Sprachlicher Ausdruck, ob schriftlich oder mündlich, ist ein wichtiger Bestandteil der Ausbildung. Probleme in diesem Bereich stellen Barrieren dar, die sich im Verständnis sowie Ausdruck und nicht zuletzt in den Noten widerspiegeln. Und diese gilt es abzubauen.

Marinela Seitz, Dozentin
Evangelische Fachschule für Sozialpädagogik Schwäbisch Hall
www.fachschule-hall.de

Materialien zur Fachtagung BeA-Fachtagung in Münster am 15.03.2018

Vortrag von Prof. Dr. Ivo Züchner zum Thema „Jugendliche im digitalen Netz – Veränderte Lebens- und Ausdrucksformen?“

 

 

 

 


 

15. Kinder- und Jugendbericht Bundesministerium für Familie, Senioren, Frauen und Jugend Bericht über die Lebenssituation junger Menschen und die Leistungen der Kinder- und Jugendhilfe in Deutschland

 

 

 


Ein Buch ist ein Buch ist ein Buch: Literatur auf der Spur
Vortrag von Angelika Pirrung, EFS Bethlehem Karlsruhe
auf der BeA-Fachtagung in Münster am 15.03.2018

 

Weltgebetstag in der Evangelischen Fachschule für Soziale Berufe Wolmirstedt

Der Weltgebetstag wird jedes Jahr von Frauen aus einem anderen Land vorbereitet. Am ersten Freitag im März wird dieser Gottesdienst in mehr als 120 Ländern durch verschiedene Zeitzonen rund um den Globus insgesamt 24 Stunden gefeiert.
Aus Südamerika kommt das weltumspannende Gebet der Frauen für 2018. Surinam ist das kleinste Land des Subkontinent und doch eines seiner buntesten. Als Teil Amazoniens weist es eine sehr hohe Biodiversität auf: über 90 Prozent des Landes sind von Regenwald aus 1000 verschiedenen Bauarten bewachsen.
Um diese Vielfalt geht es auch beim Weltgebetstag, der in der Evangelischen Fachschule für Soziale Berufe Wolmirstedt am vergangenen Mittwoch in einer Andacht gefeiert wurde. Im Kurs Religionspädagogik wurde die Andacht von Schülerinnen und Schülern der Fachschule vorbereitet.

Kathrin Müller-Bauschke