Archiv für den Monat: Oktober 2018

Bundesrahmenhandbuch Diakonie-Siegel Fort- und Weiterbildung wurde präsentiert

Am 19.10.2018 wurde das Bundesrahmenhandbuch Diakonie-Siegel Fort- und Weiterbildung in Berlin präsentiert.
Nun gibt es erstmals für den Bereich der evangelischen Fort- und Weiterbildung ein Qualitätsmanagement, das sich mit den aktuellen Themen aus der Bildungslandschaft beschäftigt und zudem Cross-Referenzen zur AZAV und zur ISO-Norm aufweist. Neben dem Bundesrahmenhandbuch haben wir – das Stabsreferat Berufliche Bildung und Qualifizierung in Sozialen Berufen und das Diakonische Institut für Qualitätsentwicklung – einen Erklärfilm produziert, der Aufschluss über die Idee und Inhalte der Diakonie-Siegel gibt.

Die Bundesarbeitsgemeinschaft hat gemeinsam mit dem „Diakonischen Institut für Qualitätsentwicklung“ das Bundesrahmenhandbuch entwickelt. Dabei sind aktuelle bildungspolitische Themen eingeflossen wie das Lebensbegleitende Lernen und die an dem DQR (Deutscher Qualifikationsrahmen) ausgerichtete Kompetenzorientierung.
Die Grundsatzaussagen der Bundesarbeitsgemeinschaft, zur Bedeutung diakonischer Fort- und Weiterbildung, und die Empfehlungen der Diakonie zur kompetenzorientierten Ausschreibung in der Fort- und Weiterbildung dienten dabei als Grundlagen.
Das heißt, das Qualitätsmanagement im Bundesrahmenhandbuch bleibt nicht allgemein, sondern hat stetige Bezüge zum Bereich der Fort- und Weiterbildung. Komplexe Arbeitsabläufe werden nicht durch Kennzahlen abgebildet, sondern sie werden über Führungs-, Kern- und Unterstützungsprozesse abgebildet und beschrieben.

Der hier entwickelte Qualitätsansatz stellt sicher, dass die Produkte und Dienstleistungen aus dem Bereich der Fort- und Weiterbildung einem fachlichen und diakonischen Qualitätsverständnis entsprechen.
Unsere Motivation, das „Bundesrahmenhandbuch Diakonie-Siegel Fort- und Weiterbildung“ zu entwickeln, zeigte und zeigt sich darin, dass wir die Qualität in der Fort- und Weiterbildung sichtbar machen und weiterentwickeln wollen.
Zudem ist das Bundesrahmenhandbuch eine sehr gute Möglichkeit, auch unabhängig von Zertifizierungen, die eigene Angebotspalette dahingehend zu prüfen, welche Verbesserungsmöglichkeiten angesteuert werden können. Ganz im Sinne des Ausspruches von John Ruskin: „Qualität ist kein Zufall, sie ist immer das Ergebnis angestrengten Denkens.“

Grundschullehrer und gleichzeitig Erzieher – neuer Studiengang ITEPS+e am Berufskolleg Bleibergquelle in Velbert

Luftaufnahme des Geländes der Bleibergquelle

Ab 2019 startet am Berufskolleg Bleibergquelle im rheinischen Velbert ein neuer Studiengang. ITEPS+e. ITEPS bedeutet: International Teacher Education for Primary Schools. Dieser Studiengang wird weltweit nur von zwei Universitäten in den Niederlanden und in Norwegen angeboten. Doch bei den Universitäten endet es bei ITEPS. Das Berufskolleg Bleibergquelle hat diesen hochqualifizierten Studiengang noch um eine praktische Ausbildung zum Erzieher / zur Erzieherin erweitert. Die Erfahrung in der Ausbildung von staatlich anerkannten / Erzieherinnen und Erziehern ist in den Gedanken eingeflossen, ab 2019 das Studium ITEPS+e – also plus die Ausbildung zum Erzieher / zur Erzieherin – anzubieten. So erzielt man in einem Studium gleich zwei Abschlüsse, den Bachelor of Education und den Abschluss als staatlich anerkannte Erzieherin / staatlich anerkannter Erzieher. Im Studium steht der pädagogische Bereich im Vordergrund. Also Erziehungswissenschaften, Didaktik und Sozialpädagogik. Umrahmt wird das 4-jährige Studium von jeweils jährlich 9 bis 10 Wochen Praktikum in unterschiedlichsten Einrichtungen. Das Studium und die Ausbildung finden in den ersten vier Semestern in Velbert statt und danach geht es zum Kooperationspartner, die Stenden University in Meppel, in den Niederlanden. Die Unterrichtssprache ist vom ersten Tag an durchgängig Englisch.

Die Studierenden werden auf die Zeit in den Niederlanden vorbereitet, in dem sie Niederländisch als Unterrichtsfach haben.

In Summe wird es so sein, dass die Absolventen sowohl an internationalen Grundschulen im In- und Ausland als auch in anderen Einrichtungen – wie in der Leitung von KITAS oder Jugendhilfeeinrichtungen, in Offenen Ganztagsschulen u.v.m. – begehrt sein werden. Es gibt bislang keine vergleichbare Ausbildung.

Durch den pädagogischen Schwerpunkt und die Ausbildung zum Erzieher / zur Erzieherin wissen die Absolventen wie Vor- und Grundschulkinder „ticken“, wie man Fähig- und Fertigkeiten und Wissen der jungen Zielgruppe vermittelt. Sie wissen, welche Bedürfnisse die Kinder haben, welche Anforderungen wichtig sind.

Der akademische Abschluss ist international anerkannt (Bachelor of Education).

Studierende am Berufskolleg Bleibergquelle

Die Aufnahmebedingungen sind: die Allgemeine Hochschulreife (Abitur) und gute Englischkenntnisse auf dem B2-Level und die Voraussetzungen für den Besuch der Fachschule (z.B. 900 Stunden Praxis). Die Studierenden werden – so ist der Wunsch der Schule – auf Menschen aus verschiedenen Kontinenten und Kulturen stoßen. Durch die gute Zusammenarbeit mit der Stadt Velbert wird es gute und bezahlbare Studentenwohnungen geben. Auch auf dem Gelände der Bleibergquelle gibt es preiswerte Unterkünfte.

Velbert befindet sich im Städtedreieck Düsseldorf, Essen und Wuppertal, eine interessante Gegend, die attraktive Angebote im Bereich Freizeit und Kultur bietet.

Die Anmeldungen erfolgen ab sofort. Informationen unter iteps.de und 02051 – 417 410.

Einzigartig in Hessen: Erzieher/innen-Ausbildung am Ev. Fröbelseminar Kassel und Korbach ist gleichwertig einem Bachelor-Studium

Das Ev. Fröbelseminar der Diakonie Hessen ist hessenweit als erste und einzige Fachschule für Sozialpädagogik durch die Zentrale Evaluations- und Akkreditierungsagentur Hannover (ZEvA) zertifiziert worden.
Das bedeutet: Unsere modularisierte Ausbildung zum/r staatlich anerkannten Erzieher/in – in der Vollzeitausbildung, der praxisintegrierten sowie der Teilzeit-Ausbildung – ist ab sofort europaweit als grundsätzlich gleichwertig der Modulen von Bachelor-Studiengängen anerkannt.
Mit der Anerkennung durch die ZEvA bekommen die Absolvent/innen des Ev. Fröbelseminars somit nun auch die rechtliche Grundlage einer durchlässigen Anschlussmöglichkeit zum weitergehenden Studium – und zwar europaweit. Bislang erkannten die Unis bei Anschlussstudien ausgebildeter Erzieher/innen die Lehrinhalte mangels Vergleichbarkeit nicht an. Die Zertifizierung kann den Studierenden nun ersparen Seminare und Vorlesungen zu belegen, deren Inhalte bereits Bestandteil des Unterrichts beim Ev. Fröbelseminar waren.
Mit offiziellen Feierstunden an den Standorten Kassel und Korbach wurde der freudige Anlass mit Beginn des neuen Ausbildungsjahres 2018/2018 gewürdigt.
In Anwesenheit der Mitarbeitenden, wichtiger Kooperationspartner, politischen Entscheidungsträgern sowie Vertretern aus den Trägerverbänden und Einrichtungen wies Direktor Prof. Dr. Freimut Schirrmacher auf den langen, herausfordernden Weg der Modularisierung seit 2003 hin, der nun mit der Zertifizierung durch die ZEvA seinen erfolgreichen Abschluss fand. „Damit wird unsere Schule mit ihrem besonderen modularisierten Ausbildungskonzept und den nun auch von Experten wie Prof. Harm Kuper von der Deutschen Gesellschaft für Erziehungswissenschaften bescheinigten universitären Standards auf dem Gebiet der Berufsschulpädagogik zum ‚Leuchtturm‘ – und ist letztlich auch ein Erfolg der Fröbelpädagogik.“

v.l. Wilfried Knapp (Vorstand Diakonie Hessen, Winfried Morlock (Dozent/Koordinator Modularisierung Ev. Fröbelseminar), Prof. Dr. Freimut Schirrmacher (Direktor Ev. Fröbelseminar), Dr. Anne Amend-Söchting (Dozentin/Koordinatorin Modularisierung Ev. Fröbelseminar), Claus Stefan (ZEvA) und Barbara Lehr (ehem. stellv. Direktorin)

„Wir lassen bewegte Bilder klingen“ – Schüleraustausch nach Velikij Ustjug – Russland

„Am meisten hat mich die Gastfreundschaft unserer russischen Gastgeber beeindruckt.“ berichtet eine Teilnehmerin des zehntägigen Schüleraustausches des Berufskollegs der Kaiserswerther Diakonie nach Russland, der vom 8.2.-17.2. 2018 stattfand.
Seit über 18 Jahren besteht nun die Schulpartnerschaft zwischen dem pädagogischen College in Velikij Ustjug und dem Berufskolleg der Kaiserswerther Diakonie. Eine Gruppe von zehn Studierenden und drei Lehrer*innen des Berufskollegs machte sich auf den Weg in die alte Hansestadt Velikij Ustjug, die ca. 1000 km nördlich von Moskau liegt. Bei winterlichen Temperaturen war dies für die deutsche Gruppe die einmalige Gelegenheit, russische Gastfreundschaft zu erleben und dabei einen Einblick in das russische Bildungssystem und in russische (Lebens-)Kultur zu gewinnen.
In dem Projekt „Wir lassen bewegte Bilder erklingen“ gestalteten deutsche und russische Teilnehmer*innen Bilder zu dem russischen Lied „Antoschka“ und verklanglichten diese, so dass daraus Filmsequenzen entstanden. Die Ergebnisse stellten die Studierenden auf einem pädagogischen Kongress vor, der an der russischen Partnerschule stattfand. Außerdem wurden in diesem Jahr erstmalig Fotoarbeiten von Studierenden des Düsseldorfer Berufskollegs im Rahmen einer viel beachteten Ausstellung im pädagogischen College präsentiert.
Insgesamt war das Austauschprogramm für die deutschen Teilnehmer sehr vielfältig und schloss Besuche in einem Kindergarten und einer Wohngruppe für Menschen mit Behinderung ebenso ein wie die Teilnahme an einem klassischen Konzert, bei dem auch deutsche Studierende und Lehrer mitmusizierten. Spricht man die deutschen Studierenden auf die Studienfahrt an, so ist der Austausch auf jeden Fall noch nicht beendet: „Wir stehen mit den russischen Studenten, die wir dort kennen gelernt haben, über Facebook und E-mails in ständigem Kontakt und würden am liebsten noch einmal nach Russland fahren!“