Archiv für den Monat: Dezember 2018

Aschenputtel, Frau Holle und die Goldene Gans

Theaterprojekt an der Evangelischen Fachschule begeistert Grundschulkinder

Was macht man eigentlich, wenn man den Text vergessen hat? Wie klingt das Geräusch von flatternden Täubchen? Wie oft muss ich mich im Stück umziehen?  Welche Musik nehmen wir? Welche Stichworte helfen uns in der Verständigung? Es waren viele Fragen, die den Schülerinnen und Schülern zu Beginn des Theaterprojektes durch den Kopf gingen und die die Lehrerinnen Frau Salzer und Frau Kwaschik im Rahmen der Projekteröffnung selbst gekonnt vorspielten.

Dass an der Evangelischen Fachschule eine sehr praxisorientierte Berufsausbildung stattfindet, erleben die jungen Frauen und Männer, die Sozialassistenten bzw. Erzieher werden wollen, an ganz unterschiedlichen Aspekten. In diesem Fall ist es das szenische Spiel, das einerseits Teil der Ausbildung andererseits gerade im Advent eine Anforderung im beruflichen Alltag ist. So können sich die Schülerinnen und Schüler der Fachschule im Rahmen des Wahlpflichtunterrichtes für „Theaterpädagogik“ entscheiden. Unter Leitung der Theaterpädagogin Ute Kwaschik lernen die Auszubildenden verschiedene Übungen und Spiele kennen, die auf das Theaterspielen vorbereiten. Sie üben, mit der Stimme gestaltend zu sprechen und eben eine Textgrundlage in ein darstellendes Spiel zu verwandeln. In der vergangenen Woche hatten die Klassen SP 17a und SP 17b Zeit, sich ganz auf das Inszenieren und Spielen zu konzentrieren. Im späteren Berufsalltag wird ihnen diese Selbsterfahrung helfen, zum Beispiel Eltern im Theaterspielen anzuleiten, die dann das Weihnachtsmärchen für ihre Kindergartenkinder spielen.

Innerhalb weniger Tage fanden alle Schülerinnen und Schüler Antworten auf ihre Fragen. Denn bereits am vergangenen Freitag waren mehr als 120 Grundschulkinder der Stadt Wolmirstedt in der Fachschule zu Gast. Sie fieberten angespannt mit den Märchenhelden, wurden in das Geschehen teilweise einbezogen und antworteten begeistert. Die Kinder durften die Goldmarie anfassen und schimpften innig auf die Pechmarie. Herzhaft lachen konnten die Kinder über die zahlreichen Wiederholungen des Bruders Franz im Märchen „Die goldene Gans“, der immerzu betonte: „Hab ich ein Pech, hab ich ein Pech!“. Eine Lehrerin der Grundschule zollte den schauspielernden Schülern großes Lob, als sie im Anschluss an die Vorstellung sagte: “Das war etwas für die Seele. So schön!“ Gemeint war die Version von Frau Holle, in der auch Filzpuppen in das Spiel einbezogen wurden. Ein weiterer Höhepunkt der Schauspielkunst war das Schattenspiel, das im Märchen Aschenputtel vor allem die traurigen Szenen geschickt transportierte.

Natürlich hatten auch die Schülerinnen und Schüler der Fachschule selbst Gelegenheit, die Märchen anzuschauen. Nachdem die Grundschulkinder die Märchen gesehen hatten, gab es in der Evangelischen Fachschule eine „Gemeinsame Zeit im Advent“. Es wurden Lieder gesungen, Gedichte gesprochen, es wurde musiziert – und eben Theater gespielt.


Evangelische Fachschule für Soziale Berufe
Parkstr. 5 – 39326 Wolmirstedt – Tel. 039201 30215              

Neue Schulleiterin für Evangelische Fachschule Schwäbisch Hall gewählt: Cornelia Becker wird im Sommer Martin Berger ablösen

Die Mitgliederversammlung des Trägervereins hat Dr. Cornelia Becker zur neuen Direktorin der Evangelischen Fachschule für Sozialpädagogik Schwäbisch Hall gewählt. Sie wird die Schulleitung der Erzieherausbildung im Sommer 2019 von Martin Berger übernehmen, der in Ruhestand geht.

Dr. Cornelia Becker (in der Mitte mit Blumenstrauß) wurde zur neuen Schulleiterin der Evangelischen Fachschule für Sozialpädagogik Schwäbisch Hall ab Sommer gewählt. Sie löst Direktor Martin Berger ab, der in den Ruhestand geht. Die beiden Vorsitzenden des Trägervereins, Oberkirchenrat Dieter Kaufmann und Diplom-Pädagogin Heidi Fritz, gratulieren der künftigen Direktorin sehr herzlich zur Wahl.

SCHWÄBISCH HALL, 17.12.2018. Die Evangelische Fachschule für Sozialpädagogik Schwäbisch Hall bildet seit über 40 Jahren Erzieherinnen und Erzieher mit staatlicher Anerkennung aus. Im Sommer 2019 steht ein Schulleiterwechsel an: Martin Berger, seit 20 Jahren Direktor der Fachschule und bereits seit 27 Jahren als Dozent im Haus, geht im August in die passive Phase der Altersteilzeit. Nach einem ausführlichen Bewerbungsverfahren hat die Mitgliederversammlung des Trägervereins letzten Donnerstag seine Nachfolgerin gewählt: Dr. Cornelia Becker, zurzeit Referentin im Evangelischen Landesverband Tageseinrichtungen für Kinder, wird neue Direktorin an der Haller Fachschule mit Beginn des nächsten Schuljahres.

Die künftige Schulleiterin ist 49 Jahre alt und hat nach dem Abitur in Darmstadt zunächst eine Ausbildung zur Erzieherin absolviert. Nach einem anschließenden Soziologie-Studium mit Promotion arbeitete sie unter anderem als Dozentin in der Erzieherausbildung am Elisabethenstift Darmstadt und an der Fachschule für Sozialpädagogik im Landkreis Görlitz. Zu ihren aktuellen Tätigkeitsbereichen beim evangelischen Kita-Landesverband gehören neben der Fachberatung für die Region Main-Tauber-Kreis außerdem die landesweiten Projekte Qualitätsentwicklung, Inklusion und die Kooperation Kindergarten-Grundschule.

„Wir freuen uns sehr, solch eine kompetente und erfahrene Person als Schulleiterin gewonnen zu haben“, sagt Oberkirchenrat Dieter Kaufmann, erster Vorsitzender des Vereins Evangelischer Ausbildungsstätten für Sozialpädagogik. „Der Standort Schwäbisch Hall liegt uns sehr am Herzen. Unsere Evangelische Fachschule hat einen hervorragenden Ruf und ist bestens vernetzt in der Region. Mit ihrem Know-how aus Lehrtätigkeit, Kita-Erfahrung und Qualitätsmanagement wird Cornelia Becker die Entwicklung der Erzieherausbildung in Schwäbisch Hall weiter voranbringen.“

An der Haller Fachschule werden 250 Schülerinnen und Schüler von einem engagierten Dozententeam unterrichtet und auf ihrem Weg in den Beruf begleitet. „In der Erzieherausbildung an unserer Fachschule legen wir großen Wert auf eine Atmosphäre, die von Akzeptanz, Vertrauen und Wertschätzung gekennzeichnet ist“, sagt Heidi Fritz, zweite Vorsitzende im Trägerverein, „deshalb ist es uns wichtig, dass die neue Schulleiterin das evangelische und friedenspädagogische Profil der Haller Fachschule prägen und weiterführen wird. Die Gesellschaft braucht dringend bestens ausgebildete pädagogische Fachkräfte für eine sinnstiftende Erziehung und Bildung der anvertrauten Kinder und Jugendlichen.“

INFO ZUR FACHSCHULE
Die Haller Fachschule bietet verschiedene Ausbildungswege an: Regel-Ausbildung mit Realschulabschluss, Quereinstieg mit Abitur, Praxisintegrierte Ausbildung PiA und Teilzeit-Ausbildung. Auch kann auf Wunsch die Fachhochschulreife erworben sowie eine Doppelqualifizierung mit Bachelor-Abschluss erzielt werden. Als inhaltliche Schwerpunkte können Theaterpädagogik, Medienpädagogik oder Erlebnispädagogik gewählt werden. Zur Verzahnung von Theorie und Praxis besteht eine enge Vernetzung mit dem benachbarten Evangelischen Kinder- und Familienhaus. Außerdem gehört zum Haller Bildungszentrum die Evangelische Fachschule für Organisation und Führung (EFOF), die einen Fachwirt-Abschluss für soziale Berufe anbietet.

Mehr Infos zu den Ausbildungswegen gibt es beim Tag der offenen Tür am 19. Januar von 14 bis 17 Uhr im Komberger Weg 53 sowie auf der Homepage: www.fachschule-hall.de

INFO ZUM SCHULTRÄGER
Träger der Evangelischen Fachschule für Sozialpädagogik Schwäbisch Hall ist der „Verein Evang. Ausbildungsstätten für Sozialpädagogik e. V.“ mit Sitz in Stuttgart. Die beiden Vorsitzenden sind Oberkirchenrat Dieter Kaufmann aus Stuttgart und Diplom-Pädagogin Heidi Fritz aus Leonberg. Die Anfänge des Trägervereins reichen bis ins Jahr 1862 zurück. Lange Zeit war er unter dem Namen „Verein Evang. Kindergärtnerinnenseminare“ bekannt. Der Hauptzweck des Vereins ist die Ausbildung von Erzieherinnen und Erziehern. Das Kultusministerium hat dafür bereits 1920 die staatliche Anerkennung ausgesprochen. Der Verein ist professioneller Träger von vier Evangelischen Fachschulen für Sozialpädagogik in Württemberg – an den Standorten Herbrechtingen, Reutlingen, Schwäbisch Hall und Stuttgart-Botnang mit insgesamt rund 1000 Schülerinnen und Schülern. Die Arbeit des Vereins geschieht mit klarem evangelischem Profil. Religionspädagogik zieht sich als Schwerpunkt durch die gesamte Ausbildung. Der Verein ist Mitglied im Diakonischen Werk Württemberg.

„Ich geh mich suchen“ – Bildung für eine starke Demokratie

Der Fachbereich Sozialpädagogik der Zinzendorfschulen beteiligt sich am bundesweiten Projekt „Openion – Bildung für eine starke Demokratie“ der Deutschen Kinder-und Jugendstiftung. Bei diesem Projekt, dessen Name eine Wortschöpfung aus den englischen Begriffen „Opinion, open, on“ ist, werden zeitgemäße Formen der Demokratiebildung erprobt.

Ob wir unser Leben nach demokratischen Werten ausrichten können, hängt viel davon ab, dass wir uns selbst als starke Persönlichkeit erleben. Daher ging es zum Auftakt in der Eingangsklasse 1BKSP um das Thema „Was macht unsere Identität aus?“

Die Schülerinnen und Schüler philosophierten über unterschiedliche Aspekte von Identität, etwa über die Frage, wie unsere Welt aussehen würde, wenn jeder die Identität des Anderen akzeptieren würde. Müssten dann Menschen, die aus der Masse fallen, weniger Mobbingerfahrungen machen? Oder würde die Welt im Chaos versinken, wenn der Grundsatz nicht berücksichtigt wird, dass die Freiheit des Einen dort aufhört, wo die des Anderen beginnt? Dazu gab es ein breites Spektrum an angehörten Meinungen, was letztendlich eine starke Demokratie ausmacht.

Dieser außergewöhnliche Schultag soll keine Einzelerfahrung bleiben. Im Laufe des Schuljahrs wird in weiteren philosophischen Runden das Thema Demokratie immer wieder erlebt. Dabei ist auch eine Zusammenarbeit mit der Akademie „Philosophieren mit Kindern“ geplant. Starke Demokratie ist ein Wert, der letztendlich auf dem Ergebnis der realisierten Erziehungsziele “Eigenverantwortlichkeit“ und „Gemeinschaftsfähigkeit“, die die angehenden Erzieherinnen und Erzieher nach dem SGBVIII verfolgen müssen, basiert. So bildet diese Fortbildung die Chance, sich sowohl beruflich als auch persönlich weiterzuentwickeln.

Wer sich ebenfalls für eine Ausbildung zum Erzieher bzw,. Jugend- und Heimerzieher interessiert, kann sich am 22. Januar informieren. Es stehen mit BAFöG und AFBG interessante Fördermöglichkeiten zur Verfügung, auch Auslandspraktika sind möglich. Die Veranstaltung beginnt um 18 Uhr im Erdmuth-Dorotheen-Haus, Zinzendorfplatz 11 in 78126 Königsfeld.