Auf dem Weg zur Fair-Trade-Schule

Als wir im letzten Schuljahr die Türen unseres Neubaus in Herbrechtingen öffneten und die Studierenden, neu wie alt, begrüßten, entdeckten wir schon sehr bald, welche Chancen uns dieser Neubau bieten würde: Zum Beispiel die Möglichkeit, ganz neue Formen des Unterrichtens zu erproben, viel Raum, Licht und Privilegien zu haben wie beispielsweise Smartboards oder modern gestaltete Seminarräume …

Es ist Tradition an unserer Schule, dass die SMV ein Projekt oder eine Aktion organisiert. Der im vorherigen Jahr durchgeführte Bad-Taste Day wurde schnell von der Liste gestrichen. Doch worum könnte es in diesem ersten Jahr im Neubau gehen? Etwas Bedeutendes musste her, so viel war klar, aber was genau?

Fair-Trade-Schulteam aus SMV und Vertrauenslehrerinnen in Herbrechtingen.

Schon bald keimte eine Idee in den Köpfen der Studierenden, genährt durch den Studientag der damaligen PiA-1-Klasse zum Thema „Fair-Trade Kindergarten“ und den Besuch von Expertin Karin Wirnsberger im Rahmen des Religionspädagogischen Projekts, die die Initiative „kikuna – Zukunft nachhaltig gestalten“ vorstellte. Wir wollen eine Fair-Trade-Schule werden: fair sein – gerecht sein – etwas von unseren Privilegien zurückgeben. Der Grundstein war gelegt.

Doch der Weg dorthin sollte noch einige Zeit in Anspruch nehmen. Referentin Maria Gießmann, die für die Umsetzung der Fair-Trade-Schulen in Baden-Württemberg verantwortlich ist, besuchte uns im letzten Schuljahr, um unsere abschließenden Fragen zu klären. Letztendlich trennten uns fünf zu erfüllende Kriterien von unserem Ziel:

  • die Gründung eines Schulteams,
  • das Entwickeln eines Fair-Trade-Kompasses,
  • eine Schulaktion pro Schuljahr zum Thema Fair-Trade,
  • der Verkauf mindestens zweier Fair-Trade-Produkte an unserer Schule und
  • die Integration des Themas „Fairer Handel“ in den Unterrichtsverlauf.

Die Gründung des Schulteams war schnell beschlossene Sache: die SMV würde diese Aufgabe gemeinsam mit den Vertrauenslehrerinnen übernehmen. Für das Amt des Sprechers erklärte sich unser Studierendensprecher Daniel Söder bereit. Gemeinsam entwickelten wir Kriterien, die uns als zukünftige Fair-Trade-Schule besonders am Herzen liegen. Daraus formulierte die SMV den Fair-Trade-Kompass. Auch die Fair-Trade-Schulaktion pro Schuljahr konnten wir durch den Besuch der beiden Referentinnen für dieses Schuljahr bereits in doppelter Form erfüllen. Die Idee eines Verkaufs von Fair-Trade-Produkten fand bei den Studierenden großen Anklang. Neben dem sowieso schon fair gehandelten Kaffee in unserem Kaffeeautomaten sollte es endlich die Möglichkeit geben, Snacks an der Schule erwerben zu können. Und dann auch noch Fair-Trade! Die Schwierigkeit dabei zeigte sich eher in der Organisation. Wann und wo sollte ein solcher Verkauf stattfinden? Und wer übernimmt diese Aufgabe? Die Lösung: Der Verkauf soll alle zwei Wochen vor und nach dem Religionspädagogischen Projekt stattfinden, wenn sich sowieso die gesamte Schulgemeinschaft im Foyer trifft. Auch für die Integration des Themas „Fair-Trade“ in den Unterricht bot sich der Bereich Religionspädagogik sowie das Fach Englisch an. Somit konnten wir auch das letzte Kriterium auf dem Weg zu einer Fair-Trade-Schule erfüllen. Unsere SMV ist sehr stolz und hofft, schon bald zur offiziellen Nominierung einladen zu können!

Simone Schmidbaur, Dozentin
Evangelische Fachschule für Sozialpädagogik Herbrechtingen
www.fachschule-herbrechtingen.de