Archiv für den Monat: Mai 2019

Jugend debattiert: „Luca gehört zu den vier Besten des Landes“

Friederike-Fliedner-Schüler debattiert überzeugend im Plenarsaal des NRW-Landtags

Düsseldorf – Auch eine Stunde nach der Debatte war Kim Luca Ströhmann noch sichtlich beeindruckt. „Das war ein unglaubliches Erlebnis, vor dieser Kulisse reden zu dürfen und so weit gekommen zu sein“, sagte der Landesfinalist beim Wettbewerb „Jugend debattiert“.

Im Plenarsaal des Düsseldorfer Landtags hatte der Schüler aus der 12. Klasse des Friederike-Fliedner Berufskollegs Iserlohn am Mittwoch gegen drei Mitstreiter gekämpft. Der Rahmen im Landtag war feierlich, die Kulisse imponierend, WDR5-Moderator Max von Malotki führte humorvoll durch das Finale, das sogar im Livestream übertragen wurde. Die Streitfrage in der Altersgruppe II lautete: „Sollen bei Wahlen zum NRW-Landtag die Parteien verpflichtet werden, auf den Landeslisten gleich viele Frauen und Männer als Kandidaten aufzustellen?“

Auch zahlreiche Landespolitiker saßen im Plenum, darunter der Iserlohner Thorsten Schick (CDU), um der 24-minütigen Debatte gespannt zuzuhören. Gemeinsam mit Louis Kruse aus Waltrop plädierte Kim Luca Ströhmann auf der Pro-Seite dafür, auch bei Landtagswahlen „Parität herzustellen“. „Es ist immer noch so, dass Politik eine Männerdomäne ist“, betonte der 18-Jährige aus Pillingsen. Die Debattanten der Contra-Position, Lia Schöneweiß aus Köln und Niklas Kastner aus Olfen, hielten mit Sachkenntnis und geschliffenem Ausdrucksvermögen dagegen.

Nach eingehender Beratung der fünfköpfigen Jury attestierte der Juryvorsitzende Prof. Dr. Ulrich von Alemann von der Heinrich-Heine-Universität Düsseldorf den vier Finalisten „eine große Debatte auf hohem Niveau“. Die Rückmeldung für Kim Luca Ströhmann fiel ebenfalls weitgehend positiv aus: „Herausragend fand ich den Gedanken: Das Geschlecht kann man sich nicht aussuchen“, urteilte Ansgar Kemmann, bundesweiter Projektleiter von „Jugend debattiert“.

Lia Schöneweiß und Louis Kruse setzten sich am Ende als Landessieger durch und werden die NRW-Farben Ende Juni beim Bundeswettbewerb in Berlin vertreten. Niklas Kastner und Kim Luca Ströhmann halten sich für den Fall des Falles als Nachrücker bereit.

„Das war mit sehr viel Anspannung und Anstrengung verbunden, aber nun gehe ich mit einem sehr guten Gefühl nach Hause“, sagte Ströhmann nach seinem großen Auftritt. Vom Schulwettbewerb Anfang Februar bis zum Landesfinale hatte der Schüler der höheren Berufsfachschule in sechs Runden seine Debattierfähigkeit unter Beweis gestellt. Unter landesweit 46.000 Teilnehmern setzte er sich schließlich durch – zuletzt als einziger Schüler eines Berufskollegs.

„Das ist ein großartiges Ergebnis: Luca gehört zu den vier Besten des Landes“, sagte FFBK-Schulleiterin Andrea Schumann, die als Unterstützung mit nach Düsseldorf gekommen war. Das tolle Abschneiden sei auch „ein deutliches Zeichen, wie sehr es sich lohnt, Demokratie zu gestalten und dafür die Mittel zu haben – da ist Debatte ein ausgezeichnetes Mittel“.    

Das FFBK nahm als Vertreter der Region Arnsberg 3 in diesem Jahr zum ersten Mal an dem bundesweiten Wettbewerb teil. Entsprechend stolz sind Mitschüler und Lehrer an der Brüderstraße über das Abschneiden ihres Schulsiegers. Der hatte diese Woche noch ganz andere Themen auf dem Zettel: Das Landesfinale am Mittwoch war umrahmt von den Klausuren zur Erlangung der Fachhochschulreife in Deutsch, Englisch, Erziehungswissenschaften und Mathe.

spieLen mit reGeln

Fachschüler zur Exkursion in Potsdam

Das 28. Bildungsforum „Internationaler Spielmarkt 2019“ lockte wieder hunderte Spielfreudige, Spielpädagogen und pädagogische Fachkräfte nach Potsdam. Am vergangenen Wochenende lud der Spielmarkt wieder zu Workshops und Vorträgen ein, animierte die Besucher, die Spielinseln und anderen Mitmachaktionen auszuprobieren. Auch in diesem Schuljahr konnten die Schülerinnen und Schüler der Evangelischen Fachschule Wolmirstedt dieses Angebot nutzen und sich für die praktische Tätigkeit Anregungen und Impulse holen – und vor allem: selbst spielen.

Das Thema des Bildungsforums war in diesem Jahr „spieLen mit reGeln“. Es ging darum, die charakteristische Bedeutung von Regeln für die unterschiedlichsten Formate von Spielen aufzuzeigen, SpielArten über die Regeln zu identifizieren und die Wechselwirkungen zwischen Spielregeln und einem Leben nach Regeln aufzuzeigen. Gleichzeitig gab es Gelegenheiten sich mit der Problematik von festen Regeln einerseits und dem Fragen nach der Veränderbarkeit oder auch der Anpassungsfähigkeit von Regeln zu beschäftigen. Wie verändert sich der Charakter von „Mensch ärgere Dich nicht“, wenn zwei Parteien kooperieren? Was verändert sich, wenn wir nur noch kooperative Spiele spielen und Konkurrenzspiele meiden würden? Ist Oma eine Falschspielerin, wenn sie den Enkel gewinnen lässt? Beeinflussen Computerspiele, die nach den Prinzipien von Gewalt und Krieg gespielt werden, das Regelverständnis von Kindern und Jugendlichen auch im Alltag? Gibt es in Familien, in denen viel miteinander gespielt wird, eine besonders hohe Akzeptanz der Einhaltung von Regeln? Wo lernen Kinder heute den Umgang mit Regeln, wenn sie kaum noch auf der Straße spielen können?

Die unterrichtlichen Überlegungen und Kenntnisse zum Spiel(en) erfuhren für die SP18-Klassen eine weitere Vertiefung, die von den Fachlehrern Katrin Müller-Bauschke und Gregor Schöpe begleitet wurde. Beide nutzten die Angebote des Spielmarktes auch zur eigenen Fortbildung. Dass leider viele Workshops in diesem Jahr ausfielen, war sehr schade – dafür faszinierten die Angebote im Freien, die Materialien und Mitmachaktionen umso mehr.

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Pressemitteilung Evangelische Fachschule für Soziale Berufe Wolmirstedt vom 08.05.2019