Archiv für den Monat: Mai 2019

Russische Studentinnen am Elisabeth-von-der-Pfalz-Berufskolleg

Sieben Deutschstudentinnen von der Universität Iwanowo und ihre Professorin haben jetzt eine Woche am evangelischen Berufskolleg verbracht. Schüler*innen und eine Lehrerin stellten ihre Gästezimmer zur Verfügung und werden im kommenden Herbst zum Gegenbesuch nach Iwanowo starten. Der Freundeskreis Iwanowo, die Evangelische Kirche von Westfalen und der Ausschuss für Weltweite Ökumene, Partnerschaften und Mission des Kirchenkreises Herford fördern und unterstützen diese inzwischen vierte Begegnung.

Die Gäste haben die Herforder Stadtgeschichte und deutsche (Schul-) Kultur durch eine Stadtführung, eine Führung durch das Rathaus mit Begrüßung durch den stellvertretenden Bürgermeister Ralf Grebe sowie bei gemeinsamen Mahlzeiten und während der Teilnahme am Unterricht im Berufskolleg kennengelernt.

Abschiedsfoto Russische Gäste und Gastgeber im evdp-Berufskolleg mit Schulleiter Gert Flörke, Rgine Stelte (3. v.l.) und Dr. Annelore Siller (2. v.r.)

Den Blick über den jeweiligen Tellerrand haben Gastgeber und russische Besucherinnen bei einer Studienfahrt zum Übersee-Museum Bremen geweitet. „Ein tolles Museum“, betonte Professorin Raissa Babaeva aus Iwanowo. Für ihre Germanistikstudentinnen gehörte sicherlich auch das Einpersonenstück „Schlafen Fische?“ im Stadttheater Herford zu den kulturellen Highlights. Schauspielerin Anna-Marie Lehmann verkörpert darin die zehnjährige Jette, die über Tod und Sterben ihres Bruders Emil nachdenkt. Sie fragt sich, ob Fische schlafen und wann der Alltag nach dem Tod wieder normal wird. Sollte er das überhaupt? Diese und viele weitere Fragen reflektierte sie am anderen Morgen sehr lebendig mit Gästen und Schülern im Elisabeth-von-der-Pfalz-Berufskolleg.

„Wird es mal wieder besser werden?“ Mit einer offenen Frage endete auch der Schulgottesdienst in der Jakobi-Kirche, mit dem die Woche der Begegnung zu Ende ging. Eine Klasse von Fachabiturienten*innen hatte sich im Vorfeld intensiv mit den verheerenden Folgen von Nationalismus und Rassismus auseinandergesetzt. Sie hatten Texte von Kindern unter anderem aus Theresienstadt gelesen und wollen sich als „Schule ohne Rassismus – Schule mit Courage“ jetzt gegen das Vergessen der Gräuel des zweiten Weltkrieges und für ein vielfältiges Miteinander einsetzen.

Beim Abschied gab es viele Tränen. Die 19- bis 21-jährigen Studentinnen aus Russland dankten für den herzlichen Empfang, obwohl das Stereotyp des Deutschen eher als distanziert gelte. Auch auf deutscher Seite sind mit jeder Reise mehr Vorurteile gefallen, berichtete Schulleiter Gert Flörke und wünschte den neuen Freundschaften, dass sie lange bestehen bleiben. Professorin Raisa Babaeva betonte, dass sich Menschen jenseits aller Politik auf einer anderen Ebene verstehen und sich durch kulturelle Unterschiede bereichern könnten. Das ursprüngliche Ziel Friedensarbeit und Völkerverständigung kann also schon jetzt (im Kleinen) als erreicht gelten.

Elisabeth-von-der-Pfalz-Berufskolleg
Berufs-/Fachschulen im Sozial- und Gesundheitswesen des Kirchenkreises Herford
Löhrstraße 2
32052 Herford

Elisabeth-von-der-Pfalz-Berufskolleg ist Schule mit Courage

Das evangelische Berufskolleg in der Radewig ist jetzt „Schule ohne Rassismus – Schule mit Courage“. Die Vlothoerin Katharina Vorderbrügge von der Mobilen Beratung gegen Rechtsextremismus zertifizierte die Schule im Rahmen eines gemeinsamen Festes mit der Kirchengemeinde an der Jakobi-Kirche. Sie wünschte den Schülern*innen viel Erfolg beim Umsetzen ihrer Selbstverpflichtung: Über 70 Prozent der Schulgemeinschaft hatten unterschrieben, dass sie sich für dauerhaft wirksame Projekte gegen alle Arten der Diskriminierung an ihrer Schule einsetzen und gegen entwertende Äußerungen oder Handlungen vorgehen werden.

Als Paten ihrer Schule mit Courage hat sich die Initiativgruppe zum Erlangen des Siegels den Superintendenten des Kirchenkreises Michael Krause ausgesucht. Krause mahnte in seinem Grußwort zur Erinnerung an die in Vergessenheit geratende Vergangenheit des Nationalsozialismus angesichts der bedrückenden Gegenwart neuer Formen der Ausgrenzung. Den festlichen Rahmen der Auszeichnung bildete passenderweise ein vielfältiges Fest von Jung und Alt auf dem Platz zwischen Jakobi-Kirche und dem Berufskolleg. Menschen unterschiedlichster Herkunft feierten mit Essen und Trinken, Akkordeon-Musik und Stelzentheater. Noch mehr freuen sich die Veranstalter aber über die gute Stimmung und die interessierten Gespräche unter den Nachbarn in der Radewig.

Schule mit Courage: Pate Michael Krause spricht ein Grußwort zur Verleihung des Siegels (Foto: Monika Heinis)

Elisabeth-von-der-Pfalz-Berufskolleg
Berufs-/Fachschulen im Sozial- und Gesundheitswesen des Kirchenkreises Herford
Löhrstraße 2
32052 Herford

Jugend debattiert: „Luca gehört zu den vier Besten des Landes“

Friederike-Fliedner-Schüler debattiert überzeugend im Plenarsaal des NRW-Landtags

Düsseldorf – Auch eine Stunde nach der Debatte war Kim Luca Ströhmann noch sichtlich beeindruckt. „Das war ein unglaubliches Erlebnis, vor dieser Kulisse reden zu dürfen und so weit gekommen zu sein“, sagte der Landesfinalist beim Wettbewerb „Jugend debattiert“.

Im Plenarsaal des Düsseldorfer Landtags hatte der Schüler aus der 12. Klasse des Friederike-Fliedner Berufskollegs Iserlohn am Mittwoch gegen drei Mitstreiter gekämpft. Der Rahmen im Landtag war feierlich, die Kulisse imponierend, WDR5-Moderator Max von Malotki führte humorvoll durch das Finale, das sogar im Livestream übertragen wurde. Die Streitfrage in der Altersgruppe II lautete: „Sollen bei Wahlen zum NRW-Landtag die Parteien verpflichtet werden, auf den Landeslisten gleich viele Frauen und Männer als Kandidaten aufzustellen?“

Auch zahlreiche Landespolitiker saßen im Plenum, darunter der Iserlohner Thorsten Schick (CDU), um der 24-minütigen Debatte gespannt zuzuhören. Gemeinsam mit Louis Kruse aus Waltrop plädierte Kim Luca Ströhmann auf der Pro-Seite dafür, auch bei Landtagswahlen „Parität herzustellen“. „Es ist immer noch so, dass Politik eine Männerdomäne ist“, betonte der 18-Jährige aus Pillingsen. Die Debattanten der Contra-Position, Lia Schöneweiß aus Köln und Niklas Kastner aus Olfen, hielten mit Sachkenntnis und geschliffenem Ausdrucksvermögen dagegen.

Nach eingehender Beratung der fünfköpfigen Jury attestierte der Juryvorsitzende Prof. Dr. Ulrich von Alemann von der Heinrich-Heine-Universität Düsseldorf den vier Finalisten „eine große Debatte auf hohem Niveau“. Die Rückmeldung für Kim Luca Ströhmann fiel ebenfalls weitgehend positiv aus: „Herausragend fand ich den Gedanken: Das Geschlecht kann man sich nicht aussuchen“, urteilte Ansgar Kemmann, bundesweiter Projektleiter von „Jugend debattiert“.

Lia Schöneweiß und Louis Kruse setzten sich am Ende als Landessieger durch und werden die NRW-Farben Ende Juni beim Bundeswettbewerb in Berlin vertreten. Niklas Kastner und Kim Luca Ströhmann halten sich für den Fall des Falles als Nachrücker bereit.

„Das war mit sehr viel Anspannung und Anstrengung verbunden, aber nun gehe ich mit einem sehr guten Gefühl nach Hause“, sagte Ströhmann nach seinem großen Auftritt. Vom Schulwettbewerb Anfang Februar bis zum Landesfinale hatte der Schüler der höheren Berufsfachschule in sechs Runden seine Debattierfähigkeit unter Beweis gestellt. Unter landesweit 46.000 Teilnehmern setzte er sich schließlich durch – zuletzt als einziger Schüler eines Berufskollegs.

„Das ist ein großartiges Ergebnis: Luca gehört zu den vier Besten des Landes“, sagte FFBK-Schulleiterin Andrea Schumann, die als Unterstützung mit nach Düsseldorf gekommen war. Das tolle Abschneiden sei auch „ein deutliches Zeichen, wie sehr es sich lohnt, Demokratie zu gestalten und dafür die Mittel zu haben – da ist Debatte ein ausgezeichnetes Mittel“.    

Das FFBK nahm als Vertreter der Region Arnsberg 3 in diesem Jahr zum ersten Mal an dem bundesweiten Wettbewerb teil. Entsprechend stolz sind Mitschüler und Lehrer an der Brüderstraße über das Abschneiden ihres Schulsiegers. Der hatte diese Woche noch ganz andere Themen auf dem Zettel: Das Landesfinale am Mittwoch war umrahmt von den Klausuren zur Erlangung der Fachhochschulreife in Deutsch, Englisch, Erziehungswissenschaften und Mathe.

spieLen mit reGeln

Fachschüler zur Exkursion in Potsdam

Das 28. Bildungsforum „Internationaler Spielmarkt 2019“ lockte wieder hunderte Spielfreudige, Spielpädagogen und pädagogische Fachkräfte nach Potsdam. Am vergangenen Wochenende lud der Spielmarkt wieder zu Workshops und Vorträgen ein, animierte die Besucher, die Spielinseln und anderen Mitmachaktionen auszuprobieren. Auch in diesem Schuljahr konnten die Schülerinnen und Schüler der Evangelischen Fachschule Wolmirstedt dieses Angebot nutzen und sich für die praktische Tätigkeit Anregungen und Impulse holen – und vor allem: selbst spielen.

Das Thema des Bildungsforums war in diesem Jahr „spieLen mit reGeln“. Es ging darum, die charakteristische Bedeutung von Regeln für die unterschiedlichsten Formate von Spielen aufzuzeigen, SpielArten über die Regeln zu identifizieren und die Wechselwirkungen zwischen Spielregeln und einem Leben nach Regeln aufzuzeigen. Gleichzeitig gab es Gelegenheiten sich mit der Problematik von festen Regeln einerseits und dem Fragen nach der Veränderbarkeit oder auch der Anpassungsfähigkeit von Regeln zu beschäftigen. Wie verändert sich der Charakter von „Mensch ärgere Dich nicht“, wenn zwei Parteien kooperieren? Was verändert sich, wenn wir nur noch kooperative Spiele spielen und Konkurrenzspiele meiden würden? Ist Oma eine Falschspielerin, wenn sie den Enkel gewinnen lässt? Beeinflussen Computerspiele, die nach den Prinzipien von Gewalt und Krieg gespielt werden, das Regelverständnis von Kindern und Jugendlichen auch im Alltag? Gibt es in Familien, in denen viel miteinander gespielt wird, eine besonders hohe Akzeptanz der Einhaltung von Regeln? Wo lernen Kinder heute den Umgang mit Regeln, wenn sie kaum noch auf der Straße spielen können?

Die unterrichtlichen Überlegungen und Kenntnisse zum Spiel(en) erfuhren für die SP18-Klassen eine weitere Vertiefung, die von den Fachlehrern Katrin Müller-Bauschke und Gregor Schöpe begleitet wurde. Beide nutzten die Angebote des Spielmarktes auch zur eigenen Fortbildung. Dass leider viele Workshops in diesem Jahr ausfielen, war sehr schade – dafür faszinierten die Angebote im Freien, die Materialien und Mitmachaktionen umso mehr.

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Pressemitteilung Evangelische Fachschule für Soziale Berufe Wolmirstedt vom 08.05.2019