Kategorie-Archiv: Aktuelles aus den Schulen

Comenius-Kolleg individualisiert das Lernen

Nach den Herbstferien testet eine Klasse der Berufsschule eine neue Art des Unterrichts: Teile des Stoffs erarbeiten die Schüler *innen zuhause selbst – in einem digitalen Klassenzimmer

Vom Stephanie Heske

Neue Zeiten brechen bald am Comenius-Berufskolleg an: Nach den Herbstferien testet dort eine Klasse das Konzept des „umgedrehten Klassenzimmers“. Alle zwei Wochen bleiben 23 Schüler*innen aus der Unterstufe des Heilerziehungspflegekurses an einem normalen Schultag zuhause, anstatt sich auf den Weg in das Gebäude an der Pferdebachstraße zu machen. „E-Learning“ heißt das Zauberwort. Anstatt sich von den Lehrer*innen im Klassenzimmer den Schulstoff erklären zu lassen werden dir Schüler*innen auf einer Plattform im Internet Unterlagen finden, die sie eigenständig durcharbeiten und dazu Aufgaben erledigen. Dafür haben sie eine Woche Zeit. Die Lehrer*innen geben ihnen über dieselbe Plattform Rückmeldung. So kann jede/r Schüler*in in ihrer/seinem eigenen Tempo und zu einer selbst gewählten Zeit lernen – und auch an einem Ort ihrer/seiner Wahl. „Nicht jede Schülerin und nicht jeder Schüler kann sich im Klassenraum gut konzentrieren“, weiß Schulleiter Uwe Gronert. Der einen gelingt es etwa am heimischen Schreibtisch besser, dem anderen im Lieblingscafe. In der nächsten Schulstunde, die dann wieder wie üblich im Klassenzimmer stattfindet, wird das zuhause erarbeitete Thema gemeinsam diskutiert und vertieft.

„Im Prinzip hat sich die Art und Weise, wie wir unterrichten, ja seit dem 19. Jahrhundert nicht verändert“, sagt Gronert. „Wir packen alle Schülerinnen und Schüler zur selben Zeit in einen Raum, unterrichten sie im gleichen Tempo. So bleiben vor allem etwas langsamere Schülerinnen und Schüler auf der Strecke. „Und meist erwischen wir die Schülerinnen und Schüler zu den normalen Unterrichtszeiten auch nicht unbedingt in ihrer Tageshöchstform. „Ab kommendem Sommer soll das E-Learning weiter ausgerollt werden…“ Es können auch noch mehr Klassen werden“, hofft Gronert. Wievielt es letztendlich werden, hängt auch von der Bereitschaft der Lehrer ab, sich auf die neue Art des Unterrichtens einzulassen. Denn sie individualisiert nicht nur das Lernen, sondern auch das Lehren. Weg vom frontalen Erklären, hin zur personalisierten Hilfestellung.

30.000,00 Euro erhält das Kolleg als private Ersatzschule pro Jahr aus dem Landesprogramm „Gute Schule 2020“. Das Geld fließt – anders als bei staatlichen Schulen – komplett in die digitale Infrastruktur, nicht in die Instandhaltung des Gebäudes. Und einen angenehmen Nebeneffekt hat das ELeaming auch noch: „Wir können so eine Menge CO2 und Stickoxide einsparen“, sagt Gronert, denn rund 80 Prozent der 350 Schüler*innen des Kollegs kommen mit dem Auto.“

Grundschullehrer und gleichzeitig Erzieher – neuer Studiengang ITEPS+e am Berufskolleg Bleibergquelle in Velbert

Luftaufnahme des Geländes der Bleibergquelle

Ab 2019 startet am Berufskolleg Bleibergquelle im rheinischen Velbert ein neuer Studiengang. ITEPS+e. ITEPS bedeutet: International Teacher Education for Primary Schools. Dieser Studiengang wird weltweit nur von zwei Universitäten in den Niederlanden und in Norwegen angeboten. Doch bei den Universitäten endet es bei ITEPS. Das Berufskolleg Bleibergquelle hat diesen hochqualifizierten Studiengang noch um eine praktische Ausbildung zum Erzieher / zur Erzieherin erweitert. Die Erfahrung in der Ausbildung von staatlich anerkannten / Erzieherinnen und Erziehern ist in den Gedanken eingeflossen, ab 2019 das Studium ITEPS+e – also plus die Ausbildung zum Erzieher / zur Erzieherin – anzubieten. So erzielt man in einem Studium gleich zwei Abschlüsse, den Bachelor of Education und den Abschluss als staatlich anerkannte Erzieherin / staatlich anerkannter Erzieher. Im Studium steht der pädagogische Bereich im Vordergrund. Also Erziehungswissenschaften, Didaktik und Sozialpädagogik. Umrahmt wird das 4-jährige Studium von jeweils jährlich 9 bis 10 Wochen Praktikum in unterschiedlichsten Einrichtungen. Das Studium und die Ausbildung finden in den ersten vier Semestern in Velbert statt und danach geht es zum Kooperationspartner, die Stenden University in Meppel, in den Niederlanden. Die Unterrichtssprache ist vom ersten Tag an durchgängig Englisch.

Die Studierenden werden auf die Zeit in den Niederlanden vorbereitet, in dem sie Niederländisch als Unterrichtsfach haben.

In Summe wird es so sein, dass die Absolventen sowohl an internationalen Grundschulen im In- und Ausland als auch in anderen Einrichtungen – wie in der Leitung von KITAS oder Jugendhilfeeinrichtungen, in Offenen Ganztagsschulen u.v.m. – begehrt sein werden. Es gibt bislang keine vergleichbare Ausbildung.

Durch den pädagogischen Schwerpunkt und die Ausbildung zum Erzieher / zur Erzieherin wissen die Absolventen wie Vor- und Grundschulkinder „ticken“, wie man Fähig- und Fertigkeiten und Wissen der jungen Zielgruppe vermittelt. Sie wissen, welche Bedürfnisse die Kinder haben, welche Anforderungen wichtig sind.

Der akademische Abschluss ist international anerkannt (Bachelor of Education).

Studierende am Berufskolleg Bleibergquelle

Die Aufnahmebedingungen sind: die Allgemeine Hochschulreife (Abitur) und gute Englischkenntnisse auf dem B2-Level und die Voraussetzungen für den Besuch der Fachschule (z.B. 900 Stunden Praxis). Die Studierenden werden – so ist der Wunsch der Schule – auf Menschen aus verschiedenen Kontinenten und Kulturen stoßen. Durch die gute Zusammenarbeit mit der Stadt Velbert wird es gute und bezahlbare Studentenwohnungen geben. Auch auf dem Gelände der Bleibergquelle gibt es preiswerte Unterkünfte.

Velbert befindet sich im Städtedreieck Düsseldorf, Essen und Wuppertal, eine interessante Gegend, die attraktive Angebote im Bereich Freizeit und Kultur bietet.

Die Anmeldungen erfolgen ab sofort. Informationen unter iteps.de und 02051 – 417 410.

Einzigartig in Hessen: Erzieher/innen-Ausbildung am Ev. Fröbelseminar Kassel und Korbach ist gleichwertig einem Bachelor-Studium

Das Ev. Fröbelseminar der Diakonie Hessen ist hessenweit als erste und einzige Fachschule für Sozialpädagogik durch die Zentrale Evaluations- und Akkreditierungsagentur Hannover (ZEvA) zertifiziert worden.
Das bedeutet: Unsere modularisierte Ausbildung zum/r staatlich anerkannten Erzieher/in – in der Vollzeitausbildung, der praxisintegrierten sowie der Teilzeit-Ausbildung – ist ab sofort europaweit als grundsätzlich gleichwertig der Modulen von Bachelor-Studiengängen anerkannt.
Mit der Anerkennung durch die ZEvA bekommen die Absolvent/innen des Ev. Fröbelseminars somit nun auch die rechtliche Grundlage einer durchlässigen Anschlussmöglichkeit zum weitergehenden Studium – und zwar europaweit. Bislang erkannten die Unis bei Anschlussstudien ausgebildeter Erzieher/innen die Lehrinhalte mangels Vergleichbarkeit nicht an. Die Zertifizierung kann den Studierenden nun ersparen Seminare und Vorlesungen zu belegen, deren Inhalte bereits Bestandteil des Unterrichts beim Ev. Fröbelseminar waren.
Mit offiziellen Feierstunden an den Standorten Kassel und Korbach wurde der freudige Anlass mit Beginn des neuen Ausbildungsjahres 2018/2018 gewürdigt.
In Anwesenheit der Mitarbeitenden, wichtiger Kooperationspartner, politischen Entscheidungsträgern sowie Vertretern aus den Trägerverbänden und Einrichtungen wies Direktor Prof. Dr. Freimut Schirrmacher auf den langen, herausfordernden Weg der Modularisierung seit 2003 hin, der nun mit der Zertifizierung durch die ZEvA seinen erfolgreichen Abschluss fand. „Damit wird unsere Schule mit ihrem besonderen modularisierten Ausbildungskonzept und den nun auch von Experten wie Prof. Harm Kuper von der Deutschen Gesellschaft für Erziehungswissenschaften bescheinigten universitären Standards auf dem Gebiet der Berufsschulpädagogik zum ‚Leuchtturm‘ – und ist letztlich auch ein Erfolg der Fröbelpädagogik.“

v.l. Wilfried Knapp (Vorstand Diakonie Hessen, Winfried Morlock (Dozent/Koordinator Modularisierung Ev. Fröbelseminar), Prof. Dr. Freimut Schirrmacher (Direktor Ev. Fröbelseminar), Dr. Anne Amend-Söchting (Dozentin/Koordinatorin Modularisierung Ev. Fröbelseminar), Claus Stefan (ZEvA) und Barbara Lehr (ehem. stellv. Direktorin)

„Wir lassen bewegte Bilder klingen“ – Schüleraustausch nach Velikij Ustjug – Russland

„Am meisten hat mich die Gastfreundschaft unserer russischen Gastgeber beeindruckt.“ berichtet eine Teilnehmerin des zehntägigen Schüleraustausches des Berufskollegs der Kaiserswerther Diakonie nach Russland, der vom 8.2.-17.2. 2018 stattfand.
Seit über 18 Jahren besteht nun die Schulpartnerschaft zwischen dem pädagogischen College in Velikij Ustjug und dem Berufskolleg der Kaiserswerther Diakonie. Eine Gruppe von zehn Studierenden und drei Lehrer*innen des Berufskollegs machte sich auf den Weg in die alte Hansestadt Velikij Ustjug, die ca. 1000 km nördlich von Moskau liegt. Bei winterlichen Temperaturen war dies für die deutsche Gruppe die einmalige Gelegenheit, russische Gastfreundschaft zu erleben und dabei einen Einblick in das russische Bildungssystem und in russische (Lebens-)Kultur zu gewinnen.
In dem Projekt „Wir lassen bewegte Bilder erklingen“ gestalteten deutsche und russische Teilnehmer*innen Bilder zu dem russischen Lied „Antoschka“ und verklanglichten diese, so dass daraus Filmsequenzen entstanden. Die Ergebnisse stellten die Studierenden auf einem pädagogischen Kongress vor, der an der russischen Partnerschule stattfand. Außerdem wurden in diesem Jahr erstmalig Fotoarbeiten von Studierenden des Düsseldorfer Berufskollegs im Rahmen einer viel beachteten Ausstellung im pädagogischen College präsentiert.
Insgesamt war das Austauschprogramm für die deutschen Teilnehmer sehr vielfältig und schloss Besuche in einem Kindergarten und einer Wohngruppe für Menschen mit Behinderung ebenso ein wie die Teilnahme an einem klassischen Konzert, bei dem auch deutsche Studierende und Lehrer mitmusizierten. Spricht man die deutschen Studierenden auf die Studienfahrt an, so ist der Austausch auf jeden Fall noch nicht beendet: „Wir stehen mit den russischen Studenten, die wir dort kennen gelernt haben, über Facebook und E-mails in ständigem Kontakt und würden am liebsten noch einmal nach Russland fahren!“

#Muslimisch_in_Ostdeutschland: Schüler*innen besuchen die Wanderausstellung

Die multimediale Wanderausstellung „#Muslimisch_in_Ostdeutschland“ lädt ein, muslimische Perspektiven wahrzunehmen und sich mit Fragen der eigenen Identität und Zugehörigkeit auseinanderzusetzen. Die SAS18-Klassen unserer Schule sind dieser Aufforderung gefolgt und haben die Ausstellung in Magdeburg eben nicht nur angeschaut, sondern auch im Rahmen des Stationenlernens durchlaufen.

Was gehört zu meiner Identität? Was heißt eigentlich Muslimfeindlichkeit? Wieviel Muslime leben in Sachsen-Anhalt? Mit diesen und vielen weiteren Fragen haben sich die Schüler und Schülerinnen in der Ausstellung “Muslimisch in Ostdeutschland” auseinandergesetzt. Gut begleitet von den Mitarbeiterinnen der Landeszentrale für politische Bildung in Magdeburg, mussten verschiedene Aufgaben bewältigt werden.

Es wurde deutlich, der Islam ist vielfältig. Und auch die Gemeinsamkeit zu den Muslimen, die in kurzen Filmen von sich berichten, wurde schnell klar: Wir alle sind Menschen.

Siehe auch https://www.muslimisch-in-ostdeutschland.de/ .

Evangelische Fachschule für Soziale Berufe: www.efs-wms.de

Gute Aussichten für soziale und pflegerische Berufe

Elisabeth-von-der-Pfalz-Berufskolleg entlässt 106 Absolventen

Kreis Herford. „Gehen Sie hoffnungsvoll und zuversichtlich auf Ihren weiteren Weg“, ermutigte Schulleiter Gert Flörke die Abgänger des evangelischen Berufskollegs und wünschte ihnen persönlichen und beruflichen Erfolg.

Gesundheit, Erziehung und Soziales, in diesem Berufsfeld haben 50 Fachabiturienten, 13 Sozialassistenten, 20 Kinderpfleger sowie 23 Erzieher einen Meilenstein zur beruflichen Zukunft erreicht. Nach ihrem Abschluss am Elisabeth-von-der-Pfalz-Berufskolleg haben die meisten Absolventen bereits einen Arbeits- oder weiteren Ausbildungsvertrag in der Tasche, einige beginnen auch ein Studium an der Fachhochschule.

Über die Bildungsgänge und ihre Chancen informiert die Website des Berufskollegs www.evdp.de.

Erfolgreicher Jahrgang: Die Absolventen des Elisabeth-von-der-Pfalz-Berufskollegs.

 

Luft und Wasser – Sozialassistenten bringen Grundschüler zum Staunen, Nachdenken und Lachen

Luftballons, Regenbögen und Seifenblasen waren nur einige Dinge, mit denen sich die Schüler der Evangelischen Domgrundschule kurz vor den Sommerferien beschäftigten. Das Abschlussprojekt des Schuljahres 2017 / 2018 stand unter dem Motto „Luft und Wasser“ und so waren diese beiden Elemente wesentlicher Bestandteil verschiedener Experimente und Angebote.

In allen Klassenräumen wurde fleißig geklebt, gepustet oder gefaltet. Die 180 Schüler der Klassen 1-4 konnten die Erfahrung machen, dass es möglich ist, mit Seifenblasen zu malen und dass man mit Zuckerwasser Regenbögen zaubern kann. Beliebt war auch die Herstellung von Lavalampen und Flugobjekten. Das Team der Domgrundschule wurde dabei von den Schülerinnen und Schülern der Evangelischen Fachschule für Soziale Berufe Wolmirstedt unterstützt. Die Klasse SAS17a bereitete 2 Wochen lang im Rahmen ihres Unterrichtes unter Leitung ihres Fachlehrers Gregor Schöpe diesen Projekttag vor und setzte ihn mit viel Kreativität und guter Laune vor Ort um. Die Begeisterung wurde auch von den Grundschülern geteilt und zeigte sich nicht nur beim Experimentieren selbst, sondern auch bei Gesang und Tanz zu Beginn und Abschluss des Projekttages. Ein besonderer Moment war die spontane Beatbox- und Gesangseinlage zweier Schüler der Fachschule, welche mit tosendem Applaus belohnt wurde. Am Ende des Tages war das Fazit bei den Lehrern, den Schülern der Domgrundschule und der Fachschule eindeutig: Die Zusammenarbeit bei der Umsetzung der vielen Ideen hat nicht nur Spaß gemacht, sondern war auch unkompliziert und für alle Seiten bereichernd. Um es mit den Worten der Grundschüler auszudrücken: „Nochmal!“

Die bislang bereits gute Kooperation der beiden Schulen hat also eine erfolgreiche Vertiefung gefunden und wird auch im nächsten Schuljahr fortgesetzt – sowohl mit Blick auf die Auszubildenden im 1. als auch die im 2. Ausbildungsjahr!

Pressemitteilung Evangelische Fachschule für Soziale Berufe Wolmirstedt vom 29.06.2018

Absolventen Heilerziehungspflege

Berufsbildende Schulen der Stiftung kreuznacher diakonie:
Heilerziehungspfleger feiern erfolgreichen Abschluss

BAD KREUZNACH. Nach den Wochen der anstrengenden Prüfungen haben 18 Absolventinnen und fünf Absolventen am vergangenen Mittwoch ihr Zertifikat zum staatlich anerkannten Heilerziehungspfleger erhalten. Erleichtert und stolz sind zum Beispiel Sarah Plappert und Agostinho Santos: Beide haben sich für die Ausbildung in der Heilerziehungspflege entschieden. „Mir ist es wichtig, Menschen in Abstimmung auf ihre Fähigkeiten und Bedürfnisse zu fördern und zu unterstützen“, erzählt die 29-jährige Sarah Plappert. „An der Ausbildung hat mir besonders gefallen, dass ich meine Kompetenzen in einem sehr guten Klassenverband erweitern konnte und wir immer wieder einen Praxisbezug hergestellt haben.“

Agostinho Santos beeindrucken die Weiterbildung- und Qualifizierungsmöglichkeiten nach der Ausbildung. „Als Heilerziehungspfleger habe ich viele Perspektiven, so dass ich mich vielfältig weiter entwickeln kann.“ Der 23-jährige Bad Kreuznacher beginnt nach einem kurzen Erholungsurlaub in wenigen Wochen im Haus Paulinum der Stiftung kreuznacher diakonie, den Arbeitsvertrag hat er bereits unterschrieben.

Absolventen Heilerziehungspflege

Die Absolventinnen und Absolventen zur Heilerziehungspflegerin beziehungsweise zum Heilerziehungspfleger an den Berufsbildenden Schulen der Stiftung kreuznacher diakonie

Ausbildung zur/zum staatlich anerkannten Heilerziehungspfleger/in
Absolventen der Heilerziehungspflege haben vielfältige Möglichkeiten auf dem Arbeitsmarkt. Heilerziehungspfleger finden beispielsweise spannende Aufgaben in Wohngruppen oder Förderwerkstätten für Menschen mit Behinderung, in integrativen und therapeutischen Einrichtungen, Rehabilitationszentren oder in Tagesstätten.

Die dreijährige Ausbildung umfasst einen schulischen Teil an zwei Tagen in der Woche an den Berufsbildenden Schulen der Stiftung kreuznacher diakonie und einen fachpraktischen Teil an den restlichen Tagen in Einrichtungen der Behindertenhilfe. Bewerberinnen und Bewerber für das Schuljahr 2019/2020 können ab Ende August ihre Unterlagen einreichen.

Weitere Informationen erhalten Interessierte unter www.kreuznacherdiakonie.de oder telefonisch unter 0671/605 3713

Die Stiftung kreuznacher diakonie ist Träger von Krankenhäusern, Hospizen, Senioren-, Wohnungslosen-, Kinder-, Jugend- und Familienhilfen, Sozialstationen  sowie Wohnungen und Werkstätten für Menschen mit körperlichen und geistigen Behinderungen und psychischen Erkrankungen. Die Stiftung unterhält Bildungsstätten für Berufe im Sozial- und Gesundheitswesen. Die Stiftung kreuznacher diakonie beschäftigt rund 6.700 Mitarbeitende.

Erna de Vries – eine beeindruckende Zeitzeugin zu Besuch in den Ev. Fachschulen Osnabrück

„Du wirst überleben, und du wirst erzählen.“

Am 7. Mai 2018 herrschte in der Aula der Ev. Fachschulen  Osnabrück ungewohnte Stille, obwohl mehr als 160 Schülerinnen und Schüler, Lehrkräfte und weitere interessierte BesucherInnen anwesend waren. Der Grund für diese Ruhe war die 94-jährige Erna de Vries aus Lathen, die über ihre Erinnerungen an die Zeit des Holocaust sprach.

Frau de Vries wurde 1923 geboren, ihr Vater war protestantisch und ihre Mutter jüdisch, und damit war sie laut der Nürnberger Gesetze der Nationalsozialisten „Mischling ersten Grades“. Nach dem frühen Tod ihres Vaters lebten Erna de Vries und ihre Mutter in Kaiserslautern, wo sie den zunehmenden Repressalien der Nazis unterworfen waren. So erlebten sie unter anderem die furchtbare Zerstörung ihrer Wohnung in der Reichspogromnacht und die anschließende vollständige Entrechtung der Menschen jüdischen Glaubens.

Als ihre Mutter 1943 den Deportationsbefehl nach Auschwitz bekam, entschied sich die Tochter, freiwillig mitzugehen, weil sie ohne ihre Mutter nicht in Kaiserslautern bleiben wollte.

Sehr eindringlich schilderte sie den langen Transport nach Auschwitz, die Ankunft an der Rampe, die entwürdigenden Arbeits- und Lebensbedingungen und die schreckliche Angst, die alle Häftlinge jeden Tag haben mussten, denn in Auschwitz wurde sowohl nach Plan als auch willkürlich gemordet.

Als „Mischling ersten Grades“ wurde Frau de Vries  später von Auschwitz in das KZ Ravensbrück verlegt, wo sie für die Rüstungsindustrie bei Siemens arbeiten musste. Im Frühjahr 1945 schließlich wurden die inhaftierten Frauen gezwungen, sich auf einen der sogenannten „Todesmärsche“ zu begeben. Dort hat sie die Befreiung durch die Amerikaner erlebt.

Seit mehr als 20 Jahren hat Erna de Vries es sich als Aufgabe gesetzt, den Auftrag ihrer Mutter: „Du wirst erzählen!“ umzusetzen. So ist sie unter anderem in zahlreichen Schulen unterwegs, um ihre Lebensgeschichte der Jahre 1933 bis 1945 zu schildern und um mit Jugendlichen und jungen Erwachsenen ins Gespräch zu kommen.

Fazit der Veranstaltung in den EFS: In Zeiten von zunehmendem Nationalismus, Rassismus, Rechtspopulismus und Antisemitismus sind Zeitzeugenbesuche wie dieser ein sehr wichtiges Projekt, denn wer will, kann aus der Geschichte sehr viel für die Gegenwart lernen. Dankbar und mit sehr großer Hochachtung und Anerkennung zollten die Zuhörer einen lang anhaltenden abschließenden Beifall für Frau de Vries.

Friederike Niederdalhoff

Zum Praxisbesuch nach Ecuador: Reutlinger Lehrer betreut angehende Erzieherinnen im Berufspraktikum in Cuenca

Fünf Reutlinger Erzieherinnen absolvieren ihr Berufspraktikum zurzeit in Cuenca in Ecuador. Dozent Martin Mohr war zum Praxisbesuch vor Ort und berichtet von den Erfahrungen.

Auf eine enge Theorie-Praxis-Verzahnung in der Erzieherausbildung legt die Evangelische Fachschule für Sozialpädagogik an der Kreuzeiche großen Wert. Für die Betreuung im Berufspraktikum hat Dozent Martin Mohr kürzlich mehr als 10.000 Kilometer zurückgelegt: Er reiste nach Cuenca in Ecuador, um fünf angehende Erzieherinnen während ihres Praxiseinsatzes zu begleiten. Seit acht Jahren kooperiert die Evangelische Fachschule mit der deutschen Schule in Cuenca, einer ecuadorianischen Stadt hoch in den Anden Lateinamerikas. Das Interesse an einem Praktikum im Ausland ist groß. Aus dem aktuellen Kurs waren Victoria, Sophia, Isabel, Madita und Sina erfolgreich mit ihrer Bewerbung. Seit letzten September arbeiten sie im Kindergarten der deutschen Schule in Cuenca. Alle anderen aus ihrer Klasse haben eine Praktikumsstelle im Umkreis von 50 Kilometer um Reutlingen. „Die Schülerinnen müssen ja einige Prüfungsaufgaben und schriftlichen Arbeiten erledigen“, so Mohr, „das versuchen wir über E-Mail und Skype zu begleiten. Da die fünf Praktikantinnen nicht an den regulären Studientagen teilnehmen können, haben wir das in Kompaktform durchgeführt, während ich in Ecuador war.“

Auch die von der Prüfungsordnung vorgesehenen Praxisbesuche hat der Dozent dort im Block umgesetzt. Jede Schülerin musste eine Aktivität für den Morgenkreis planen, vorbereiten, durchführen und anschließend mit ihrem Lehrer und der dortigen Anleiterin reflektieren. „Ich war daher jeden Vormittag im Kindergarten und habe die pädagogische Arbeit vor Ort kennen gelernt und die Auszubildenden beobachtet“, erzählt Mohr, „anschließend haben wir uns zusammengesetzt, Erfahrungen ausgewertet und offene Fragen besprochen. Die fünf Praktikantinnen aus Reutlingen machen das ganz hervorragend, trotz der vielen Hürden durch die spanische Fremdsprache.“ Im dortigen Kindergarten gehört es zur Konzeption, dass grundsätzlich pädagogische Fachkräfte aus Ecuador und aus Deutschland zusammenarbeiten. Jede Kindergartengruppe hat eine deutschsprachige Erzieherin. Denn für die sprachliche Förderung der Kinder wurde die sogenannte Immersionsmethode eingeführt, das heißt die zu lernende Sprache wird in der Kita konsequent neben der Erstsprache als Alltagssprache verwendet. „Die jeweilige Fachkraft spricht also das Kind ausschließlich in ihrer Muttersprache an und ermutigt das Kind, in dieser Sprache zu antworten“, erläutert Mohr, „damit wird das Grundprinzip „eine Person – eine Sprache“ erfüllt und es kommt zu keinen Sprachvermischungen.“

Spannend ist das Beobachten von Unterschieden in der frühkindlichen Bildung zwischen den Ländern. „Der Morgenkreis läuft dort sehr ähnlich ab wie in unseren Kitas. Der Tag wird in die Jahreszeit eingeordnet, das Wetter wird kommentiert, im März wird ein Frühlingslied gesungen und so weiter. In Cuenca allerdings wird mehr Wert auf die Verschriftlichung gelegt, so wird zum Beispiel das Datum von Kindern an die Tafel geschrieben. Auch fällt auf, dass die Erzieherinnen mit „Profesora“ angesprochen werden, also dieselbe Anrede wie bei Lehrerinnen. Das zeigt das hohe Prestige, das pädagogischen Fachkräfte dort haben. Davon könnten wir uns in Deutschland eine Scheibe abschneiden“, meint Dozent Martin Mohr.

Die Erfahrungen aus dem Praxisbesuch spielen auch im Unterricht an der Kreuzeiche eine Rolle. „Die interkulturelle Pädagogik gehört sowieso zum Lehrplan“, so Mohr, „durch den direkten Austausch mit Ecuador werden diese Themen konkret. Es hat mich zum Beispiel total begeistert, als die Praktikantinnen erzählten, dass sie auf dem Wochenmarkt jedes Mal ganz bewusst eine neue Frucht kaufen, sich erklären lassen, wie man sie öffnet und isst und dies dann gleich ausprobieren. Diese Offenheit und Neugierde auf Ungewohntes thematisieren wir in der Ausbildung. Toll, wenn das dann wirklich gelebt wird, auch im Umgang mit der fremden Kultur im Kindergarten, in der Begegnung mit den Kolleginnen und den Familien vor Ort.“

Dozent Martin Mohr war zum ersten Mal in Ecuador und hat an die Dienstreise noch zwei Wochen Urlaub angehängt. „Was mich an diesem Land sehr fasziniert hat, ist die unglaubliche Vielfalt: sowohl klimatisch – wir hatten Schnee und Hochsommer – als auch geographisch – wir erlebten Regenwald, Hochgebirge und Sandstrand am Meer – als auch die Bevölkerung: auf der Straße sind Banker im Business-Anzug genauso unterwegs wie indigene Menschen in traditioneller Tracht, alle gehören dazu und sind unserem Eindruck nach gleichermaßen akzeptiert.“

„Das Berufspraktikum in Ecuador ist ein attraktives Angebot, das wir als Fachschule unseren Schülerinnen und Schülern ermöglichen“, sagt Schulleiterin Gabriele Beier, „sowohl wir als Fachschule als auch die angehenden Erzieherinnen profitieren vom interkulturellen Austausch zur Sicht auf Kindheit, kindlichem Spiel und Bildungsmöglichkeiten. Diese Kooperation werden wir weiterführen und vertiefen.“


Selfie vor dem Logo des deutschen Kindergartens in Cuenca/Ecuador: die angehenden Erzieherinnen Victoria, Sophia, Isabel, Madita und Sina mit ihrem betreuenden Lehrer Martin Mohr von der Evangelischen Fachschule Reutlingen.


Im Außenbereich des deutschen Kindergartens in Cuenca/Ecuador treffen sich die Kinder in ihren Gruppen zum Abschlusskreis vor den Osterfeiertagen.

Evangelische Fachschule für Sozialpädagogik
An der Kreuzeiche 19
72762 Reutlingen
Telefon: 07121 20 38 63
reutlingen@ev-fs.de
www.fachschule-reutlingen.de