Kategorie-Archiv: Aktuelles aus den Schulen

Auf dem Weg zur Fair-Trade-Schule

Als wir im letzten Schuljahr die Türen unseres Neubaus in Herbrechtingen öffneten und die Studierenden, neu wie alt, begrüßten, entdeckten wir schon sehr bald, welche Chancen uns dieser Neubau bieten würde: Zum Beispiel die Möglichkeit, ganz neue Formen des Unterrichtens zu erproben, viel Raum, Licht und Privilegien zu haben wie beispielsweise Smartboards oder modern gestaltete Seminarräume …

Es ist Tradition an unserer Schule, dass die SMV ein Projekt oder eine Aktion organisiert. Der im vorherigen Jahr durchgeführte Bad-Taste Day wurde schnell von der Liste gestrichen. Doch worum könnte es in diesem ersten Jahr im Neubau gehen? Etwas Bedeutendes musste her, so viel war klar, aber was genau?

Fair-Trade-Schulteam aus SMV und Vertrauenslehrerinnen in Herbrechtingen.

Schon bald keimte eine Idee in den Köpfen der Studierenden, genährt durch den Studientag der damaligen PiA-1-Klasse zum Thema „Fair-Trade Kindergarten“ und den Besuch von Expertin Karin Wirnsberger im Rahmen des Religionspädagogischen Projekts, die die Initiative „kikuna – Zukunft nachhaltig gestalten“ vorstellte. Wir wollen eine Fair-Trade-Schule werden: fair sein – gerecht sein – etwas von unseren Privilegien zurückgeben. Der Grundstein war gelegt.

Doch der Weg dorthin sollte noch einige Zeit in Anspruch nehmen. Referentin Maria Gießmann, die für die Umsetzung der Fair-Trade-Schulen in Baden-Württemberg verantwortlich ist, besuchte uns im letzten Schuljahr, um unsere abschließenden Fragen zu klären. Letztendlich trennten uns fünf zu erfüllende Kriterien von unserem Ziel:

  • die Gründung eines Schulteams,
  • das Entwickeln eines Fair-Trade-Kompasses,
  • eine Schulaktion pro Schuljahr zum Thema Fair-Trade,
  • der Verkauf mindestens zweier Fair-Trade-Produkte an unserer Schule und
  • die Integration des Themas „Fairer Handel“ in den Unterrichtsverlauf.

Die Gründung des Schulteams war schnell beschlossene Sache: die SMV würde diese Aufgabe gemeinsam mit den Vertrauenslehrerinnen übernehmen. Für das Amt des Sprechers erklärte sich unser Studierendensprecher Daniel Söder bereit. Gemeinsam entwickelten wir Kriterien, die uns als zukünftige Fair-Trade-Schule besonders am Herzen liegen. Daraus formulierte die SMV den Fair-Trade-Kompass. Auch die Fair-Trade-Schulaktion pro Schuljahr konnten wir durch den Besuch der beiden Referentinnen für dieses Schuljahr bereits in doppelter Form erfüllen. Die Idee eines Verkaufs von Fair-Trade-Produkten fand bei den Studierenden großen Anklang. Neben dem sowieso schon fair gehandelten Kaffee in unserem Kaffeeautomaten sollte es endlich die Möglichkeit geben, Snacks an der Schule erwerben zu können. Und dann auch noch Fair-Trade! Die Schwierigkeit dabei zeigte sich eher in der Organisation. Wann und wo sollte ein solcher Verkauf stattfinden? Und wer übernimmt diese Aufgabe? Die Lösung: Der Verkauf soll alle zwei Wochen vor und nach dem Religionspädagogischen Projekt stattfinden, wenn sich sowieso die gesamte Schulgemeinschaft im Foyer trifft. Auch für die Integration des Themas „Fair-Trade“ in den Unterricht bot sich der Bereich Religionspädagogik sowie das Fach Englisch an. Somit konnten wir auch das letzte Kriterium auf dem Weg zu einer Fair-Trade-Schule erfüllen. Unsere SMV ist sehr stolz und hofft, schon bald zur offiziellen Nominierung einladen zu können!

Simone Schmidbaur, Dozentin
Evangelische Fachschule für Sozialpädagogik Herbrechtingen
www.fachschule-herbrechtingen.de

Erasmus-Projekt „Mission Maths“ in Schwäbisch Hall erfolgreich abgeschlossen

Das gemeinsame Ziel der fünf Projekt-Schulen aus Polen, Italien, Spanien, Griechenland und Deutschland war es, die praktische Anwendung mathematischer Fähigkeiten im Alltag der Kinder und Jugendlichen zu verbessern, sich über innovative Unterrichtsmethoden auszutauschen sowie durch den kulturellen Austausch Vorurteile abzubauen und sprachliche Fähigkeiten zu verbessern.

Hintergrund
In den verschiedenen Ländern wurde beobachtet, dass Schülerinnen und Schüler ihre theoretischen Kenntnisse in der Mathematik (die sie in Klausuren durchaus positiv unter Beweis stellen) kaum auf Alltagssituationen übertragen können. Demzufolge sind die traditionellen Methoden, die im Unterricht genutzt werden, nicht effektiv genug, um den Übertrag auf Alltagssituationen zu gewährleisten. Lehrkräften fehlen dazu innovative und effektive Lehrmethoden. Unter dieser Voraussetzung wurden wir als Schule angefragt, das Projekt Mission Maths mit dem Weitergeben von kreativen Problemlösestrategien zu unterstützen. Unser Knowhow als Evangelische Fachschule für Sozialpädagogik: Wir regen an, die Perspektive zu verändern. Wir schauen ganz bewusst und genau auf das Neugierverhalten der jungen Kinder: Ihr Interesse an einer ganzheitlichen Welterkundung und der „handgreifliche“ Zugang kann auch dem mathematischen und naturwissenschaftlichen Lernen mehr Sinnlichkeit und Alltagsnähe geben.

Umsetzung
Im Rahmen des Projekts fand ein jährlicher Schüleraustausch statt. Durch die positiven Rückmeldungen der teilnehmenden Schülerinnen und Schüler gab es im zweiten Projektjahr fünfmal so viele Interessierte wie Plätze, und es musste per Losverfahren ausgewählt werden, wer am Austausch teilnehmen darf. Pro Schuljahr wurden zwei Online-Workshops mit kreativen Inhalten für die Partnerschulen erstellt, um ihnen damit praktische Anregungen zum erfahrensorientierten mathematischen Lernen zu geben.

Ergebnis
Durch die Teilnahme am Erasmus+ Projekt „Mission Maths“ von 2015-2018 hat sich an unserer Schule das Interesse am kindgerechten und spielerischen Vermitteln mathematischer Inhalte deutlich intensiviert. Die Ziele des Projektes „Mission Maths“, das praktische Wissen über Mathematik auszubauen und auf andere Naturwissenschaften zu übertragen, sowie das methodische Know­how der Lehrerinnen und Lehrer zu vergrößern und durch kreative und innovative Problemlösestrategien zu erweitern, scheinen gut zu gelingen. Durch den gegenseitigen Austausch und den Einblick in die Vorgehensweisen der Partnerschulen konnte das Interesse der Schülerinnen und Schüler an der Mathematik geweckt und ausgebaut werden.

Martin Berger, Schulleiter
Evangelische Fachschule für Sozialpädagogik Schwäbisch Hall
www.fachschule-hall.de/erasmus


„Schritte gegen Tritte“ – Gewaltprävention auf Studientagen

„Erziehung und Bildung, insbesondere aber Friedenserziehung leisten bei der Entwicklung einer Friedenskultur einen wichtigen Beitrag. Frieden zu lernen ist deshalb die notwendige und aktuelle Aufgabe von Kirche und Gesellschaft und so ein selbstverständlicher Teil der Ausbildung an unseren Evangelischen Fachschulen“, so heißt es im friedenspädagogischen Profil der Evangelischen Fachschulen. Wenn wir auf eine freundliche, offene und konstruktive Lern­atmosphäre achten, erfahren die Schülerinnen und Schüler, was sie selber später mit Kindern in der Tageseinrichtung umsetzen sollen. Unser Beitrag für ein friedliches Zusammenleben muss auf zwei Ebenen ansetzen: zum einen auf der Ebene der Klassengemeinschaft und des Umgangs in der Klasse, zum anderen auf der gesellschaftlichen Ebene, indem wir uns mit wichtigen Themen kritisch im Unterricht auseinandersetzen. Wenn beides zusammenkommt, dann wird eine Kultur des Friedens etabliert.

Broschüre der Evangelischen Landeskirche Hannover zur Gewaltprävention

Eben hier setzt das Gewaltpräventionsprogramm „Schritte gegen Tritte“ an, das seit über 15 Jahren zu einer Kultur des Friedens und der Gerechtigkeit beiträgt. Das Programm wurde im Rahmen der Dekade zur Überwindung von Gewalt entwickelt. Die Studientage im Berufskolleg verfolgen das Ziel, die Basis für eine gute Klassengemeinschaft zu legen, die durch die Ausbildung trägt, wohlwissend, dass dies auch zur Gewaltverminderung beiträgt und beispielsweise Mobbing deutlich reduziert.

Während der Studientage setzten wir uns mit Hilfe von Referenten des Evangelischen Jugendwerks Württemberg (EJW) mit dem Programm „Schritte gegen Tritte“ zu Fragen von Gewalt und Rassismus auseinander. Wir beschäftigten uns mit der Situation von geflüchteten Menschen und erarbeiteten den Begriff der strukturellen Gewalt, wie ihn der norwegische Friedensforscher Johann Galtung entwickelt hat. Was bedeutet es beispielsweise, in einer Massenunterkunft auf nur wenigen Quadratmetern zu leben, ohne eigene Rückzugsmöglichkeiten? Die Schülerinnen und Schüler drückten es deutlich aus: So entsteht personale Gewalt aufgrund äußerer Bedingungen. In einem Rollenspiel erlebten sie, wie ungleich Ressourcen verteilt sind und wie dies zu mehr Gewalt führen kann. Auch stand die Auseinandersetzung mit persönlichen Einstellungen zum Thema Gewalt auf dem Programm. Innerhalb der Klasse entstand eine offene und nachdenkliche Diskussion. Wir lernten unterschiedliche Sichtweisen kennen und erlebten, dass sich so auch die eigene Meinung veränderte. Die handlungsorientierte Ausrichtung dieses Programms entspricht ganz den Prinzipien globalen Lernens. (vgl. Böhm, Dietmar (2017): Elementarpädagogik und Globales Lernen. In: Handlexikon Globales Lernen, S. 60ff)

So fiel die Bilanz in der Auswertungsrunde sehr positiv aus: Wir haben uns mit interessanten Themen beschäftigt und uns auch noch besser kennengelernt.

Dietmar Böhm, Klassenlehrer Berufskolleg
Evangelische Fachschule für Sozialpädagogik Stuttgart
www.fachschule-stuttgart.de

Aus HEP wird TEP

Fachkraft für TEilhabe und Pflege als neue Berufsbezeichnung für die Heilerziehungspflege

Ende Januar fand auf Einladung der Bundesarbeitsgemeinschaft der Ausbildungsstätten für Heilerziehungspflege (BAG HEP) ein Workshop mit Vertreter*innen zentraler Verbände statt. Das Ziel: eine neue Berufsbezeichnung für die Heilerziehungspflege. Am Ende stand ein eindeutiges Votum. Die Berufsbezeichnung soll sich in „Fachkraft für TEilhabe und Pflege“ weiter entwickeln.

Die BAG HEP Mitgliederversammlung hatte im November 2017 den Vorstand der BAG beauftragt erneut aktiv zu werden in Richtung einer neuen Berufsbezeichnung für die Heilerziehungspflege. Immer wieder stand der Name Heilerziehungspflege in den vergangenen Jahrzehnten in der Kritik vor allem auch der Selbstvertreter*innen. Zu fremdbestimmt, zu wenig positiv aussagekräftig für das, was den Beruf kennzeichnet, zu wenig lockend für am Beruf Interessierte, war die immer wieder vorgetragene kritische Rückmeldung.

Der Workshop-Tag startete Ende Januar 2019 mit einem Blick zurück in die Geschichte der Berufsbezeichnung und die in den letzten Jahren immer wieder geführte Diskussion rund um den Namen. Der Begründer des Berufs, Pfarrer Ludwig Schlaich, brandmarkte schon mit der Einführung des Namens für den von ihm in der damaligen „Anstalt“ Stetten (Baden-Württemberg) etablierten Beruf, die Berufsbezeichnung als „Wortungetüm“.

Mehrfach wurde sich mit dem Namen kritisch im Rahmen von Fachtagen auseinandergesetzt. „Vom Heilerziehungspfleger … zum Hepatroniker“ hieß es im März 2012 in Fulda. Kreativ wurden seinerzeit Ideen für einen möglichen Nachfolgenamen gesucht. In der im Juli 2012 von BAG HEP, Berufsverband HEP und Schlaich-Stiftung etablierten Online-Befragung sprachen sich 64% der Teilnehmenden für eine neue Berufsbezeichnung aus. Von einer Einigung auf einen Namen war man aber noch meilenweit entfernt. Der 2. Fachtag im März 2014 in Mainz wurde unter dem Motto: „Berufsbezeichnung Heilerziehungspflege – den Aufbruch wagen“ konkreter. Neben Kritik an der Berufsbezeichnung von Selbstvertreter*innen wurden drei konkrete Vorschläge als alternative Namen diskutiert:

  • Inklusionspädagoge,
  • Sozialpädagoge Fachrichtung Behindertenhilfe oder die
  • Fachkraft für Teilhabe, Bildung und Pflege.

Zuletzt setzte sich Ende 2017 prominent Raul Krauthausen als Selbstvertreter unter dem Titel „Ich möchte nicht geheilt werden“ kritisch mit der Berufsbezeichnung auseinander.[1]

Angesichts aktueller Entwicklungen in der Eingliederungshilfe und der Ausbildungsdiskussion (ICF, UN-Behindertenrechtskonvention, Bundesteilhabegesetz, DQR 6) ist es notwendiger denn je, die Berufsbezeichnung zu aktualisieren, denn der Berufsname Heilerziehungspflege trägt immer wieder zu Missverständnissen in Bezug auf das Berufsbild bei. Der Name für die Fachkräfte in der Eingliederungshilfe repräsentiert nicht stimmig, was heute die Arbeit in der sogenannten Heilerziehungspflege ausmacht.

Vor diesem Hintergrund kamen Vertreter*innen der BAG-HEP, der Ludwig-Schlaich-Stiftung, des Inklusionsbeirats, des Berufsverband HEP, der Verbände (Anthropoi Bundesverband, Bundesverband evangelische Behindertenhilfe BeB, Caritas Behindertenhilfe und Psychiatrie CBP, Bundesvereinigung Lebenshilfe), der Gewerkschaft Ver.di, und Fachschüler*innen und Heilerziehungspfleger*innen zusammen mit dem Ziel eine zeitgemäße attraktive Berufsbezeichnung für das Berufsbild HEP zu entwickeln.

Am Ende des Tages stand ein sehr eindeutiges Votum mit einer 80-prozentigen Zustimmung der Teilnehmenden für eine neue Berufsbezeichnung:
Aus HEP wird TEP!
Fachkraft für TEilhabe und Pflege.

Mit der Einigung auf eine neue Berufsbezeichnung ist nun ein erster wichtiger Schritt in Richtung Umbenennung des Berufs getan. Gemeinsam mit den Verbänden wird sich nun die BAG HEP für eine Umsetzung der Namensänderung einsetzen!

Dabei schlägt der am Tag entwickelte Slogan „aus HEP wird TEP“ eine gelungene Verbindung zwischen alter und neuer Berufsbezeichnung. Mit dieser Brücke gilt es nun auch alle die, die vielleicht noch Berührungsängste mit dem neuen Namen haben, nicht nur zu überzeugen und mit ins Boot zu holen, sondern in dieser zukunftsfähigen Entscheidung für die Heilerziehungspflege zu aktiven Mitstreitern zu machen.

In der finalen Diskussion des Workshop-Tages wurde deutlich auf den Punkt gebracht was die Heilerziehungspflege dringend benötigt: Einen realistischen Namen, der gut die Besonderheit der Heilerziehungspflege und die Kernaufgaben als die Fachkräfte für Teilhabe und Pflege deutlich macht! Mit dieser Kurzfassung des Berufs können zukünftig viel leichter neue Berufsinteressent*innen angesprochen werden. Sie ist auch berufspolitisch wertvoll, da Sie gleich die Besonderheit des Berufes als „Multiprofession“ im Namen stimmig deutlich macht und die beiden im Beruf verknüpften Kernbereiche schon in der Berufsbezeichnung aufführt: Aus Heilerziehungspflege wird die Fachkraft für TEilhabe und Pflege. Aus HEP wird TEP!


[1] https://raul.de/allgemein/ich-moechte-nicht-geheilt-werden/ zuletzt aufgerufen am 26.02.2019

Angehende Erzieher*innen berichten von ihren Auslandspraktika

Erste Zinzendorfschüler mit EU-Programm Erasmus+ im Ausland

Königsfeld. Wie sehr ein Auslandsaufenthalt junge Menschen im positiven Sinne verändert, zeigt sich gerade bei den angehenden Erzieherinnen und Erziehern sowie Jugend- und Heimerzieherinnen und –erziehern der Zinzendorfschulen, die einen Teil ihrer Praktika über das von der Europäischen Union geförderte Programm ERASMUS+ absolvieren. Die Fachschulen für Sozialwesen und Sozialpädagogik der Zinzendorfschulen arbeiten mit bislang drei Standorten in Italien, Spanien und Rumänien zusammen.

Zu den Schwierigkeiten gehört es, Kindern, die noch nie im Leben Schnee gesehen haben, zu erklären, was ein Schneemann ist. Die angehende Jugend- und Heimerzieherin Alketa Kutleshi hat aber auch diese Hürde genommen, wie sie ihren Mitschülern an den Zinzendorfschulen schildert. Foto: Zinzendorfschulen

Die erste Teilnehmerin des erst im vergangenen Jahr ins Leben gerufenen Programms, Alketa Kutleshi, hat gerade die Hälfte ihres einjährigen Berufspraktikums in Bilbao beendet und kurz vor ihrer endgültigen Rückkehr während eines Besuchs in Königsfeld ihren Mitschülern davon berichtet. Vier weitere Teilnehmerinnen haben per Mail ihre ersten Eindrücke aus Bukarest, Sizilien und Bilbao geschildert.

Die angehende Jugend- und Heimerzieherin, die an der Deutschen Schule in Bilbao eine Kindergartengruppe betreut hat, sprühte nur so vor Begeisterung. „Die Zeit war für mich unfassbar bereichernd“, sagte sie. „Ich bin in an mir selbst und in meiner Rolle als Erzieherin gewachsen.“

Sie schilderte die politische Situation im Baskenland und ihre Arbeit mit den Kindern, die sie manchmal vor ungeahnte Probleme stellt: „Es ist nicht einfach, Kindern, die nie in ihrem Leben Schnee gesehen haben, zu erklären, was ein Schneemann ist.“ Ihren Mitschülern gab sie wertvolle Tipps, was den Spracherwerb, die Wohnungssuche und die kulturellen Unterschiede angeht, aber auch zu alltäglichen Dingen wie Einkauf oder öffentliche Verkehrsmittel.

Anna Gottwald freute sie sich über die Offenheit und Gastfreundschaft der Menschen in Rumänien. Foto: Zinzendorfschulen

Auch Marisa Flaig und Diana Kocovski sind an der Deutschen Schule in Bilbao. „Hier sind alle sehr hilfsbereit und haben für jeden ein offenes Ohr“ freut sich Marisa und berichtet: „Auf dem eingezäunten Gelände befinden sich der Kindergarten, die Grundschule und das Gymnasium. Wenn die Kinder morgens mit den Bussen oder von ihren Eltern gebracht werden, geht der Trubel in der Einrichtung los. Die Kinder sind aufgeweckt und offen und haben kaum Berührungsängste, was mir den Start als Praktikantin erleichtert hat. In Spanien geht es insgesamt viel gelassener zu als in Deutschland.“

Als „Maestra Rosa” (Lehrerin Rosa) wurde Rosa D’Alessandro im sizilianischen Riesi von den zwei- bis sechsjährigen Kindern im Servizio Cristiano Valdese aufgenommen. Foto: Zinzendorfschulen

Diese Erfahrung hat auch Rosa D’Alessandro im sizilianischen Riesi gemacht. „An den ersten Tagen des Praktikums wusste ich nicht wirklich, wie ich mit dieser Gelassenheit umgehen soll. Teilweise hat sie mich überfordert. Jetzt aber kann ich sagen, dass ich diese Haltung sehr gut finde, da sie einem das Gefühl der Sorgenlosigkeit gibt.“ Auch sie wurde an ihrer Praktikumsstelle von den Kindern vom ersten Tag an als „Maestra Rosa” (Lehrerin Rosa) aufgenommen und akzeptiert. Rosa arbeitet im Kindergarten des Servizio Cristiano Valdese mit Kindern im Alter von 2- bis 6 Jahren.

Aus Bukarest berichtet Anna Gottwald von der Deutsche Schule, in der Wert auf die Entwicklung interkultureller Kompetenz gelegt wird. Dort gibt es  eine Krippe, einen Kindergarten, eine Grundschule und ein Gymnasium. Anna absolviert ihr Praktikum in der Grundschule, in der rumänische und deutsche Kinder gemeinsam mit Kindern aus anderen Ländern lernen. Im Alltag freut sie sich über die Offenheit und Gastfreundschaft der Menschen. „Dadurch findet man schnell Freunde und Anschluss.“ Die Menschen seien sehr hilfsbereit sind und man brauche keine Angst zu haben, um Hilfe zu fragen. „Ich spreche zwar rumänisch, aber man kommt hier auch gut mit Englisch durch.“

Diana Kocovski, die zeitgleich mit Marisa Flaig in Bilbao war, hatte sich anfangs etwas Sorgen gemacht, da sie noch nie alleine über mehreren Wochen von zu Hause weg war. „Aber es hat sich definitiv gelohnt, da ich mich dadurch ein bisschen mehr kennengelernt habe.“

Auch Rosa D’Alessandro ist trotz der Fülle an Aufgaben und manchen Hindernissen sehr glücklich über ihr Auslandspraktikum und empfiehlt es ihren Mitschülern, es ihr gleich zu tun: „Es ist eine unglaubliche Erfahrung in der ihr euren Horizont in jederlei Hinsicht erweitern könnt.“

Zusatz-Info:
Als einzige Fachschule in der Region bieten die Fachschulen für Sozialwesen und Sozialpädagogik der Zinzendorfschulen mit dem europäischen Förderprogramm Erasmus+ Schülerinnen oder Schülern die Möglichkeit, Praxiszeiten im Rahmen der Ausbildung im europäischen Ausland zu absolvieren.

Durch den Arbeitsalltag in einem neuen Umfeld werden einmalige Einblicke in unterschiedliche Vorgehensweisen, Kulturkreise und andersartige pädagogische Konzeptionen vermittelt. Dies stärkt die angehenden Erzieher in ihrer Wahrnehmung, schenkt ihnen Selbstvertrauen, baut Sprach- und Sozialkompetenzen aus und stärkt sie für den späteren Beruf. Grundsätzliches Ziel ist es auch, Offenheit und Wertschätzung gegenüber Neuem und ungewohnten Gepflogenheiten zu schaffen. Mit dem ERASMUS+-Programm können unsere  Schülerinnen und Schüler ihre Praxiszeiten (Blöcke á vier oder sieben Wochen) im Rahmen der Erzieherausbildung im europäischen Ausland absolvieren, werden dabei gefördert und erhalten organisatorische Unterstützung. Die Praxiszeiten werden wie übliche Praxiserfahrungen anerkannt und professionell begleitet. Im praktischen Anerkennungsjahr/Berufspraktikum nach der Schulausbildung können sogar sechs bis zu 12 Monate im europäischen Ausland erlebt werden. Hierzu haben wir die Kooperationspartner im Ausland gesucht und alles mit ihnen geregelt.

Interkulturelle Kompetenz als Qualitätskennzeichen der Erzieher*innen*ausbildung

Das Projekt „Interkulturelles Lernen für angehende Erzieherinnen und Erzieher“ geht in die vierte Runde. Auch diesen Sommer wird die Bernstein Köllner Stiftung zwei Stipendien für ein mehrwöchiges Kita-Praktikum im muslimisch geprägten Sarajevo finanzieren. In Kooperation mit der Evangelischen Fachschule für Sozialpädagogik in Stuttgart-Botnang wird zum ersten Mal ein männlicher Erzieher nach Bosnien entsendet.

STUTTGART, 21.02.2019. Bereits seit vier Jahren läuft erfolgreich das Stipendium der Bernstein Köllner Stiftung „Interkulturelles Lernen für angehende Erzieherinnen und Erzieher“. In Kooperation mit der Evangelischen Fachschule für Sozialpädagogik in Stuttgart-Botnang können Studierende ein mehrwöchiges Kita-Praktikum im muslimisch geprägten Ausland absolvieren. Die Stiftung mit Sitz in Feuerbach fördert durch dieses Projekt die konkrete Begegnung mit der islamischen Kultur. Das Ziel ist, pädagogischen Fachkräften eigene Erfahrungen im Ausland zu ermöglichen, um eine kultursensible Haltung in den Kitas auszubauen. Ein Projekt, das laut Philip C. Hansis, Vorstand der Bernstein Köllner Stiftung, Schule machen sollte: „Es ist unser Wunsch, dass auch andere den Mehrwert erkennen und sehen, dass ein Praxiseinsatz im Ausland ein wesentlicher Baustein in unserer heutigen Ausbildung ist. Unsere Erfahrungen zeigen, dass die jungen Erzieher bei einem solchen Einsatz eine große persönliche und fachliche Bereicherung erfahren.“

Laura Kurzendörfer und Florian Schwemmer von der Evangelischen Fachschule für Sozialpädagogik in Stuttgart-Botnang sind die neuen Stipendiaten der Bernstein Köllner Stiftung für das Kita-Praktikum in Sarajevo/Bosnien im Sommer 2019.

Zum ersten Mal wird in diesem Sommer ein männlicher Erzieher in die Kita nach Sarajevo entsendet. Für den 25-jährigen Florian Schwemmer, Auszubildender an der Evangelischen Fachschule in Stuttgart-Botnang, ist dies ein wertvoller Schritt in seinem pädagogischen Werdegang: „Ich möchte meine Persönlichkeit weiterentwickeln und stelle mich neuen Herausforderungen und Unbekanntem. In unserer vernetzten und multikulturellen Welt ist es wichtiger denn je, einander Verständnis, Toleranz und Wertschätzung entgegen zu bringen.“ Auch seine Kommilitonin Laura Kurzendörfer findet es wichtig, als angehende pädagogische Fachkraft Erfahrungen mit unterschiedlichen Sprachen, Kulturen, Bildungsplänen und Religionen zu sammeln. „Durch das Auslandspraktikum fällt es mir im späteren Berufsleben sicherlich leichter, mich in die Lage von Menschen zu versetzen, die eine andere Herkunft haben und möglicherweise kaum etwas verstehen“, sagt die 22-Jährige zu ihrer Motivation.

In der Erzieher*innen*ausbildung an der Evangelischen Fachschule wird interkulturelle Kompetenz als Basisfähigkeit in den Blick genommen. Schulleiterin Birgit Deiss-Niethammer sieht den Unterricht in Religionspädagogik und die Studienfahrten ins Ausland als wichtige Impulsgeber, um später Unterschiedlichkeit und Vielfalt in der Kita gestalten zu können. „Entscheidend ist das Hinwirken auf eine grundlegend positive Einstellung gegenüber kultureller und religiöser Vielfalt. Dies wird nur durch zahlreiche Lernerfahrungen in der Ausbildung erreicht, besonders auch durch ein Praktikum im Ausland“, so Deiss-Niethammer. In der Praxis spielt vor allem auch die Kommunikation mit den Eltern eine wichtige Rolle. Gabriele Vogt, Leiterin des Kindergartens der Fachschule, legt Wert darauf, Elternbedürfnisse und Erziehungsvorstellungen der Kita in Einklang zu bringen. „Für mich ist eine Kita kultursensibel, wenn durch eine gelebte Erziehungspartnerschaft alle voneinander profitieren, egal welcher Herkunft, Religion oder Kultur“, betont die Kindergarten-Leiterin.

Aus der Zusammenarbeit von Stiftung und Fachschule hat sich seit 2015 eine Erfolgsgeschichte entwickelt, sagt Roswitha Wenzl, Projektleiterin Interkulturelle Bildung der Bernstein Köllner Stiftung: „Es war der richtige Weg, nicht in die Theorie, sondern in die Praxis zu investieren, und zwar mit dem Thema der interkulturellen Kompetenz. Nur wer selbst kulturell sensibel denkt und handelt, kann den Kindern ein Vorbild sein. Wo aber kann man das besser lernen und erfahren, als wenn man sich selber in eine andere Kultur begibt und am eigenen Leib erfährt, was es heißt, fremd zu sein.“

Kontakt
Direktorin Birgit Deiss-Niethammer, T: 0711 697620, birgit.deiss-niethammer@ev-fs.de 
Projektleiterin Roswitha Wenzl, Bernstein Köllner Stiftung,
T: 0151 46329017, roswitha.wenzl@me.com

Kennen.Lernen. – Das Schwerpunktthema der Diakonie Deutschland

Mit der Initiative „Kennen.Lernen.“ setzt sich die Diakonie Deutschland in Kooperation mit den evangelischen Kirchen für Vielfalt und Begegnung ein.

Das Schwerpunktthema 2018-2020 „Kennen.Lernen. Eine Initiative für Vielfalt und Begegnung“

Unsere Gesellschaft wird kulturell, religiös und sozial vielfältiger. Die Diakonie tritt für eine offene, vielfältige Gesellschaft ein, in der Menschen sich vor Ort in ihrem Alltag mit Respekt und Toleranz begegnen. Integration, Inklusion und Teilhabe sind gewichtige Querschnittsthemen für alle diakonischen und kirchlichen Arbeitsfelder.

Einladung zur Beteiligung an der Initiative

Die Initiative Kennen.Lernen will die Sensibilität für Diversität stärken und zu einer breiteren gesellschaftlichen Debatte über Inklusion, Diversität und interkultureller Orientierung ermutigen.

Fachverbände, Landeskirchen und Diakonische Werke, aber auch einzelne Kirchengemeinden, Einrichtungen und Projekte sind eingeladen, sich am Schwerpunktthema zu beteiligen.

Die Teilnahme am Schwerpunktthema „Kennen.Lernen.“ kann in vielfältiger Weise geschehen:

  • Sie planen im Rahmen Ihres Arbeitsgebiets eine Veranstaltung (z.B. einen Fachtag, ein Forum, eine Aktion oder Ähnliches), die zum Thema „Vielfalt“ passt? Ziehen Sie Ihre Veranstaltung doch unter das Dach des Schwerpunktthemas!
  • Gleiches gilt für geplante Publikationen, die sich – egal in welchem Fachgebiet – mit gesellschaftlicher Vielfalt auseinandersetzen: Auch Texte, Beiträge, Veröffentlichungen können Teil des Schwerpunktthemas sein.
  • Sie leiten ein Projekt, das „Vielfalt und Begegnung“ ermöglicht oder haben im Rahmen Ihrer Arbeit mit solchen Projekten zu tun? Wir wollen gute Projekte und Initiativen auf unserer digitalen Plattform bündeln und für andere sichtbar machen. Stellen Sie Ihr Projekt dort ein und erhalten als Dankeschön Materialien (möglich ab 01.03.2019): www.diakonie.de/kennenlernen
  • Sie wollen Vielfalt ein Gesicht geben? Werden Sie Botschafter*in des Kennen.Lernens  – melden Sie sich dazu ab März 2019 auf der Plattform www.diakonie.de/kennenlernen an und nehmen an einem Gipfeltreffen im Sommer 2019 teil!
  • Kennen Sie schon den „Tag der Nachbarn“? Die Diakonie Deutschland kooperiert im Rahmen des Schwerpunktthemas mit der nebenan.de Stiftung. Am 24. Mai 2019 sollen  im ganzen Bundesgebiet Nachbarschaftsfeste stattfinden. Diakonische Projekte und Träger sind herzlich dazu eingeladen, sich zu beteiligen! Mehr Informationen auf www.tagdernachbarn.de

Sie möchten mehr über die Initiative erfahren oder haben bereits Ideen, um sich zu beteiligen?

Wir informieren und beraten sie gern:

Tobias Wirth & Nina Awe
Schwerpunktthema Diakonie Deutschland
Email: kennen.lernen@diakonie.de
Tel.: 030-65211-1635 /-1775

Ev. Werk für Diakonie und Entwicklung e.V.
Caroline-Michaelis-Str. 1
10115 Berlin

Fachtag „Musik- und Religionspädagogik im Kita-Alltag“

Evangelische Pop-Akademie veranstaltet einen Fachtag im Berufskolleg Bleibergquelle in Velbert

Schwerpunkt der Fachtagung ist die musik- und religionspädagogische Bildung in Kindertagesstätten. Diese findet am 15.3.2019 von 10 Uhr bis 16 Uhr im Berufskolleg Bleibergquelle in Velbert statt. Die Teilnehmenden erhalten einen Überblick alltagsintegrierbarer „Best practice“-Modelle für U3-Kinder bis zum Grundschuleintritt, die größtenteils sofort umgesetzt werden können. Inspirierende Vorträge, Fachmesse und zwei wählbare Workshops wollen die Möglichkeiten aufzeigen, wie alle Bildungsbereiche in der KiTa durch Musikerleben profitieren können.

Folgende Workshops sind geplant:

  • Werkstattgespräche „Voneinander lernen, gemeinsam unterwegs“ – Entspannen mit Klangschalen mit Nicole Zörner, Einrichtungsleiterin & Iris Bartsch, pädagogische Fachkraft
  • 1 x 1 der Liedanleitung. mit Uwe Lal, Kinderliedermacher
  • Minimusicals in Kitas mit Brigitte Sussick, Einrichtungsleiterin & Elisabeth Miller, musikpädagogische Fachkraft
  • Stimmbildung und  Stimmbildungsgeschichten mit Constanze Pitz, Vokalpädagogin, Chorverband NRW)
  • Singen geht (fast) immer mit Ute Springer, Kirchenmusikdirektorin, Institut für Aus- Fort- und Weiterbildung Villigst
  • Andachten und Gottesdienste in der Kita mit Kerstin Othmer, Pfarrerin, Institut für Aus- Fort und Weiterbildung Villigst, Westfälischer Kindergottesdienstverband
  • Jesusgeschichten mit dem Friedenskreuz mit Ulrich Walter, Pfarrer, Pädagogisches Institut Villigst & Reinhard Horn Liedermacher
  • Mit Storybags lebendig erzählen mit David Ruddat, Pfarrer, Pädagogisches Institut Bonn, Kindergottesdienstverband Rheinland
  • Toni singt von Gott und der Welt mit Hannah Meister, Vokalpädagogin, Chorverband NRW & Johannes Ditthardt, Pfarrer, Evangelische Pop Akademie)
  • Orgel Kids mit Johanna Wimmer, Kreiskantorin, Kirchenkreis Herford
  • Musik in KiTas – Markenkern Evangelischer Trägerschaft mit Martin Bartelworth, Geschäftsführer Evangelische Pop-Akademie, Regine Henneken, KiTa Fachberatung, Kirchenkreis Herford, Burkhard Leich, Projektleitung Musik in KiTas, Kirchenkreis Herford
  • Liederwerkstatt – Singen mit U3 Kindern mit Petra Halfmann, Liedermacherin und Lehrerin für Musik und Religion am Berufskolleg & Beate Schmidt, Einrichtungsleiterin der U3-KiTa „Quellenzwerge“
  • Musikalische Geschichten für U3-Kinder alltagsnah entwickeln mit Marion Böller, U3-Musikpädagogin und Inhaberin der Musikschule LÜTTE SKOL
  • Kreativer Einsatz von Musik im Kita-Alltag mit Eva Biallas, Musikpädagogin und Projektmitarbeiterin beim Netzwerk Musik im Kita-Alltag-NRW
  • Rhythmisch durch den Kita-Tag – trommeln mit Kindern leicht gemacht mit Andreas Hermjakob, Percussionist und Musikschulleiter
  • Musik und Tänze aus einer Welt. mit Milena Hiessl, Musik- und Vokalpädagogin, Bonn
  • Interreligiöse Begegnung in Kita und Schule – eine „Schatzsuche“ mit Geschichten und Liedern. Beate Brauckhoff, Pfarrerin, Pädagogisches Institut Villigst & Reinhard Horn, Kinderliederkünstler
  • Hüpfen, Hopsen, Springen – „Gott-Lieder“, die Kinder in Bewegung bringen.  mit Bastian Basse, Liederpfarrer
  • Die Kinderbibel lebendig werden lassen mit Sylvia Mansel, Theaterpädagogin, Kindermusicalregisseurin, Creative Kirche Witten

Mit der Errichtung der Evangelischen Pop-Akademie hat die Evangelische Kirche von Westfalen und die Stiftung Creative Kirche 2015 eine Qualitätsoffensive „singende und musizierende Gemeinde“ ausgerufen.

Anmeldung und Infos zur Fachtagung:

www.ev-pop.de oder 02302 28222-80

Veranstalter:
Evangelische Pop-Akademie, Institut für Weiterbildung & Evangelisches Berufskolleg Bleibergquelle

Aschenputtel, Frau Holle und die Goldene Gans

Theaterprojekt an der Evangelischen Fachschule begeistert Grundschulkinder

Was macht man eigentlich, wenn man den Text vergessen hat? Wie klingt das Geräusch von flatternden Täubchen? Wie oft muss ich mich im Stück umziehen?  Welche Musik nehmen wir? Welche Stichworte helfen uns in der Verständigung? Es waren viele Fragen, die den Schülerinnen und Schülern zu Beginn des Theaterprojektes durch den Kopf gingen und die die Lehrerinnen Frau Salzer und Frau Kwaschik im Rahmen der Projekteröffnung selbst gekonnt vorspielten.

Dass an der Evangelischen Fachschule eine sehr praxisorientierte Berufsausbildung stattfindet, erleben die jungen Frauen und Männer, die Sozialassistenten bzw. Erzieher werden wollen, an ganz unterschiedlichen Aspekten. In diesem Fall ist es das szenische Spiel, das einerseits Teil der Ausbildung andererseits gerade im Advent eine Anforderung im beruflichen Alltag ist. So können sich die Schülerinnen und Schüler der Fachschule im Rahmen des Wahlpflichtunterrichtes für „Theaterpädagogik“ entscheiden. Unter Leitung der Theaterpädagogin Ute Kwaschik lernen die Auszubildenden verschiedene Übungen und Spiele kennen, die auf das Theaterspielen vorbereiten. Sie üben, mit der Stimme gestaltend zu sprechen und eben eine Textgrundlage in ein darstellendes Spiel zu verwandeln. In der vergangenen Woche hatten die Klassen SP 17a und SP 17b Zeit, sich ganz auf das Inszenieren und Spielen zu konzentrieren. Im späteren Berufsalltag wird ihnen diese Selbsterfahrung helfen, zum Beispiel Eltern im Theaterspielen anzuleiten, die dann das Weihnachtsmärchen für ihre Kindergartenkinder spielen.

Innerhalb weniger Tage fanden alle Schülerinnen und Schüler Antworten auf ihre Fragen. Denn bereits am vergangenen Freitag waren mehr als 120 Grundschulkinder der Stadt Wolmirstedt in der Fachschule zu Gast. Sie fieberten angespannt mit den Märchenhelden, wurden in das Geschehen teilweise einbezogen und antworteten begeistert. Die Kinder durften die Goldmarie anfassen und schimpften innig auf die Pechmarie. Herzhaft lachen konnten die Kinder über die zahlreichen Wiederholungen des Bruders Franz im Märchen „Die goldene Gans“, der immerzu betonte: „Hab ich ein Pech, hab ich ein Pech!“. Eine Lehrerin der Grundschule zollte den schauspielernden Schülern großes Lob, als sie im Anschluss an die Vorstellung sagte: “Das war etwas für die Seele. So schön!“ Gemeint war die Version von Frau Holle, in der auch Filzpuppen in das Spiel einbezogen wurden. Ein weiterer Höhepunkt der Schauspielkunst war das Schattenspiel, das im Märchen Aschenputtel vor allem die traurigen Szenen geschickt transportierte.

Natürlich hatten auch die Schülerinnen und Schüler der Fachschule selbst Gelegenheit, die Märchen anzuschauen. Nachdem die Grundschulkinder die Märchen gesehen hatten, gab es in der Evangelischen Fachschule eine „Gemeinsame Zeit im Advent“. Es wurden Lieder gesungen, Gedichte gesprochen, es wurde musiziert – und eben Theater gespielt.


Evangelische Fachschule für Soziale Berufe
Parkstr. 5 – 39326 Wolmirstedt – Tel. 039201 30215