Kategorie-Archiv: Aktuelles aus den Schulen

Studientag mit Prof. Susanne Viernickel an der Diakonissen Fachschule für Sozialwesen Speyer

Mit Prof. Susanne Viernickel begrüßte Schulleiter Matthias Kreiter in den ersten Wochen des neuen Schuljahres prominenten Besuch an der Fachschule. Die Wissenschaftlerin, die an der Universität Leipzig lehrt, ist Autorin zahlreicher Veröffentlichungen, die sich mit der Qualität pädagogischer Arbeit befassen. Sie wird vielfach und gerne zitiert, wenn es um die aktuellen Herausforderungen geht, denen die Kitas sich derzeit zu stellen haben.

Einen ganzen Studienvormittag lang ging es im Festsaal des Mutterhauses für die gesamte Schulgemeinschaft um die pädagogische Haltung, die grundlegend und individuell das Handeln von Erziehern beeinflusst und steuert. Die Haltung des Erziehers sei ein stabiles Muster – geprägt von individueller Authentizität und Persönlichkeit, in das kulturelle Werte und Normen wie auch berufsethische Prinzipien einfließen. Entsprechend müsse eine solche Haltung erworben und immer wieder neu daran gearbeitet werden.

Professionelle pädagogische Arbeit brauche aber in gleichem Maße fachliches und didaktisches Knowhow. Viernickel mahnte an, die Komplexität dieser Aufgabe nicht zu verkennen. Erzieher agierten in mancherlei Spannungsfeldern. So sollen beispielsweise einerseits Kinder bei Schuleintritt möglichst gleiche Startbedingungen mitbringen – in der Kita steht aber die inklusive Arbeit mit der Offenheit für Vielfalt und individuelle Entwicklungswege im Vordergrund pädagogischen Handelns.

Viernickel legte der Schulgemeinschaft die Kinderrechte, die gemäß der entsprechenden UN-Konvention für alle in Deutschland lebenden Kinder gelten, als Richtschnur für die Auseinandersetzung mit der professionellen Haltung ans Herz.

Mit der Arbeit an „Dilemma-Situationen“ sowie einer Methode, mittels Videografie die Interaktionen zwischen Erzieher und Kindern im Team zu analysieren, stellte die Professorin Möglichkeiten vor, mit denen Erzieher an ihrer eigenen pädagogischen Haltung arbeiten können. Die Schülerinnen und Schüler probierten dies in einer praktischen Einheit gleich aus und entwarfen und diskutierten in vorgegebene Szenarien neue Handlungsoptionen für die Erzieher.

So war der Studientag vollgepackt mit Theorie und Praxis zu für die angehenden Erzieher grundlegenden Themen. Auch Vorsteher Dr. Geisthardt hatte eingangs in seinem Grußwort betont, dass bei den Diakonissen die eigene Haltung auf allen Ebenen professionellen Handelns als Modell angesehen werden könne. Die Schulgemeinschaft dankte am Ende nicht nur Susanne Viernickel für diesen besonderen Schultag, sondern auch der stellvertretenden Schulleiterin, Serena Doerr, die nach Maria Aarts nun erneut eine international renommierte Referentin für die Fachschule gewinnen konnte.

Erntedankfest: Gehört das Smartphone zum „täglichen Brot“?

Erntedank in der Evangelischen Fachschule Stuttgart-Botnang – das bedeutet ein großes Buffet mit allem, was gut schmeckt und viele lecker belegte Brote. Denn Brot ist ein Grundnahrungsmittel und es steht für all das, was wir im Leben brauchen. So wie Martin Luther das erklärt in seinem Kleinen Katechismus:

„Was heißt denn tägliches Brot?
Alles, was not tut für Leib und Leben, wie Essen, Trinken, Kleider, Schuh, Haus, Hof, Acker, Vieh, Geld, Gut, fromme Eheleute, fromme Kinder, fromme Gehilfen, fromme und treue Oberherren, gute Regierung, gut Wetter, Friede, Gesundheit, Zucht, Ehre, gute Freunde, getreue Nachbarn und desgleichen.“

Und so wie im Hause Luther die Mahlzeiten immer auch Diskussionsrunden waren, so haben wir das auch versucht: Wir haben überlegt, was denn das tägliche Brot für uns heute alles ist. Große Einigkeit herrschte bei „Familie“ und „Freunden“. Ob das Smartphone auch schon dazu gehört, wurde heiß diskutiert.

 

Text: Birgit Deiss-Niethammer, Direktorin
Fotos: Annemarie Steiner, Dozentin für Ästhetische Bildung

Infor-Brief: Zur Jahrestagung der Arbeitsgemeinschaft Freie Schulen Nds. e.V. (AGFS) am 15. September 2017 in der Freien Rudolf-Steiner-Schule Ottersberg

„Vor der Landtagswahl nachgefragt: Wie sehen die Rahmenbedingungen für das freie Schulwesen in 2022 aus?“

Politiker aller im Landtag vertretenen Parteien waren von der Arbeitsgemeinschaft Freier Schulen Niedersachsen (AGFS) zu einer Podiumsdiskussion über das freie Schulwesen an die Freie Rudolf-Steiner-Schule nach Ottersberg eingeladen worden. Auf dem Podium diskutierten unter der Moderation von Martin Brüning (Rundblick) die Landtagsabgeordneten Anja Piel (Bündnis 90/Die Grünen), Kai Seefried (CDU), Ralf Borngräber (SPD) und Björn Försterling (FDP) sowie die Vorsitzende der AGFS, Heike Thies, vor über 100 Gästen.

Einstimmig hoben die Abgeordneten den besonderen bildungspolitischen Wert der freien Schulen in Niedersachsen hervor. Gleichwohl mussten sich die Landtagsabgeordneten der Tatsache stellen, dass Niedersachsen nach dem neuesten Bildungsbericht mit nur 5,9 % Schulen in freier Trägerschaft das Schlusslicht im Bundesländervergleich ist. Heike Thies machte dafür die nicht auskömmliche Finanzierung der freien Schulen in Niedersachsen und die fehlenden Finanzhilfeleistungen des Landes in den ersten drei Jahren nach Schulgründung sowie die zu großen bürokratischen Hürden beim Genehmigungsverfahren verantwortlich.

Dass die Finanzhilfe erhöht werden muss, darin waren sich alle Abgeordneten einig. Anja Piel stellte fest, dass ihre Partei eine Menge Sympathien für freie Schulen habe, so dass sie keine Sorge hätte, in einem Koalitionsvertrag eine solide Finanzgrundlage für freie Schulen mit zu diskutieren. Kai Seefried forderte: „Nach der Landtagswahl muss die Finanzhilfe massiv aufgeholt werden und die Abstände, die sich zwischen staatlichen und freien Schulen ergeben haben, müssen aufgearbeitet werden, so dass man wieder zu einem fairen Miteinander kommt“. Björn Försterling erwartet, dass automatisch freie Schulen mitgedacht werden müssen, wenn es Verbesserungen für staatliche Schulen gäbe. Diese positive Haltung freien Schulen gegenüber würde auch verhindern, dass sich die finanzielle Lücke immer weiter vergrößere. Ralf Borngräber hingegen sieht Niedersachsen bei den freien Schulen bereits auf einem Weg zu einer offeneren, besseren und transparenteren Finanzierung. Man müsse aber eine Menge Geduld haben.

Auf die Publikumsfrage, ob die Parteien politischen Spielraum sähen, um das Volumen der Finanzhilfe zu erhöhen, antworteten abschließend alle vier Landtagsabgeordneten mit “Ja”.

Anerkennung erhielten von Seiten der Politiker die berufsbildenden Schulen in freier Trägerschaft, die einen erheblichen Beitrag zur Beseitigung des Fachkräftemangels in Sozial- und Gesundheitsberufen leisten. An die Landtagsabgeordneten wurde die Forderung gestellt, sich dafür einzusetzen, dass das Land für diese Ausbildungsberufe, so wie bei der Altenpflegeausbildung, auch das Schulgeld übernimmt.

Mitmachaktion zum Weltkindertag in Hall

Pedalo-Parcours, Wackelbrücke, Becher-Stelzen: Bei der Spielstraße zum Weltkindertag konnten sich die Kinder am vergangen Samstag am Froschgraben austoben, unter dem Motto „Kindern eine Stimme geben“. Am Ende des Tages hieß es: „So viele Namen!“ Ein Plakat war mit bunten Fingerabdrücken und den Namen der Kinder gefüllt, die begeistert die Mitmachaktionen ausprobiert haben – unter Anleitung von angehenden Erzieherinnen und Erziehern der Evangelischen Fachschule für Sozialpädagogik. In einer Studiengruppe hatten sie sich in den letzten Monaten ausführlich mit dem Thema Kinderrechte beschäftigt und führten nun die Aktion in Zusammenarbeit mit dem Ortsverband Schwäbisch Hall des Deutschen Kinderschutzbundes durch. „Das war eine sehr interessante, praktische Lernsituation. Wir konnten unsere eigenen Ideen einbringen, um die unterschiedlichen Fähigkeiten der Kinder zu fördern“, berichteten die künftigen Erzieherinnen und Erzieher erschöpft, aber glücklich vom erfolgreichen Aktionstag.

Christine Haag-Merz
Öffentlichkeitsarbeit

Pressemitteilung: Kooperation zwischen Diakonie-FH und Friederike-Fliedner-Berufskolleg verkürzt das Studium erheblich

16. Juni 2017
Diakonie Mark-Ruhr gem. GmbH – Martin-Luther-Str. 9-11 – 58095 Hagen

Vom Friederike-Fliedner-Berufskolleg aus zum Bacherlor-Abschluss: Kooperation zwischen Diakonie-FH und Friederike-Fliedner-Berufskolleg verkürzt das Studium erheblich

Iserlohn. Eine tolle, neue Perspektive bietet das Friederike-Fliedner-Berufskolleg der Diakonie Mark-Ruhr: Absolventen der Fachschule für Sozialpädagogik des Berufskollegs können sich fortan nicht nur für den Bachelor-Studiengang „Soziale Arbeit“ in Bielefeld einschreiben, sondern die Studienzeit auch erheblich verkürzen. 180 Credit Points (CP) sind im Studium zu erbringen, 70 CP davon werden den Absolventen jetzt schon anerkannt, weitere 20 CP sind in der Erarbeitung.
„Das ist eine konsequente Fortsetzung unserer Zusammenarbeit“, freut sich Schulleiterin Andrea Schumann. „Wir freuen uns, dass die Kooperation jetzt mit Leben gefüllt wird.“ Nach zahlreichen Gesprächen und Prüfungen der Lerninhalte des Friederike-Fliedner-Berufskollegs haben FH-Rektorin Hilke Bertelsmann und Andrea Schumann im Mai diesen nächsten Schritt beider evangelischer Einrichtungen vertraglich besiegelt.
Bereits im Vorjahr hat der damalige Studiengangsleiter der Fachhochschule einen „letter of intent“ unterzeichnet; seit dem Sommersemester 2017 können Absolventen des Friederike-Fliedner-Berufskollegs (nebenberuflich) in Bielefeld studieren. „Wir haben das gemeinsame Ziel, jungen Menschen noch weitere Wege in der Bildung aufzuzeigen und zu ermöglichen. In Zeiten sich schnell wandelnder Strukturen unserer Gesellschaft, der Suche nach Orientierung und tragenden Werten, ermöglicht unsere Kooperation eine weitere Perspektive, Bildungswege zu gestalten. Kurzum: wir freuen uns über die vielen weiteren Möglichkeiten der Zusammenarbeit“, so Andrea Schumann.
So ist nach Ansicht der Diakonie Mark-Ruhr diese Form der Zusammenarbeit auch ein echter Gewinn für den lokalen Bildungsstandort, „zumal dies die erste dieser Art im Regierungsbezirk Arnsberg für eine Fachschule für Sozialpädagogik ist. Gute junge und qualifizierte Fachkräfte können so an die Region gebunden werden.“

Nach zahlreichen Gesprächen und Prüfungen der Lerninhalte des Friederike-Fliedner-Berufskollegs haben Rektorin der Fachhochschule der Diakonie Prof.in Dr. Hilke Bertelsmann und Schulleiterin des Friederike-Fliedner-Berufskollegs Andrea Schumann (rechts) diesen nächsten Schritt beider evangelischer Einrichtungen vertraglich besiegelt.

Fachtag „Personalarbeit 4.0 – Arbeit kompetenzorientiert gestalten“

findet am 21.11.2017 in der Diakonie Deutschland, im EWDE in Berlin statt.

Was heißt Personalarbeit 4.0?

Was sind die neuen Herausforderungen, denen sich Personalarbeit im Non-Profit-Bereich zu stellen hat, um marktfähig bleiben zu können?

Woraus ergeben sich Chancen für die Arbeitsfelder der Diakonie und der Freien Wohlfahrtspflege? Welche Rolle spielt dabei der DQR und die damit verbundene Kompetenzorientierung?

Der Fachtag wendet sich an Personalverantwortliche, Multiplikator_innen, Träger, Bildungseinrichtungen und Verbände.

Auf dem Fachtag werden ein Erklärfilm und ein Leitfaden zur kompetenzorientierten Arbeit präsentiert.

Die Teilnehmendenzahl des Fachtages ist begrenzt. Bitte melden Sie sich daher bei Interesse zeitnah an.

Wir freuen uns auf Ihre Anmeldungen mit dem dazugehörigen Anmeldeformular.

Vertiefungs-Bausteine für Krippenpädagogik

Wie überall im Land ist auch im Umfeld unserer Fachschule zu beobachten, dass die Krippenplätze stark ausgebaut werden. Der Krippenpädagogik beziehungsweise der Pädagogik für die Altersgruppe der unter Dreijährigen (U3) sollte darum auch im Rahmen der Erzieherausbildung genügend Raum und Aufmerksamkeit zukommen. Für uns war selbstverständlich, dass nicht nur diejenigen, die die PiA-Ausbildung machen, während ihrer Ausbildung alle Altersgruppen kennenlernen sollten (U3, 3-6-Jährige, Hortkinder), wie es für diese Ausbildungsform vorgeschrieben ist, sondern wir wollten dies auch für die klassische Ausbildung als elementaren Bestandteil ermöglichen. Das Krippenpraktikum als letztes Praktikum im Berufskolleg war dafür immer weniger geeignet, weil die Zahl der Quereinsteiger im Unterkurs der Fachschule zunimmt. Nach eingehenden Beratungen und konzeptionellen Überlegungen ist nun das Krippenpraktikum elementarer Bestandteil der Praxis im Oberkurs. Es wird damit dem Argument Rechnung getragen, dass unserer Einschätzung nach die Arbeit mit den Kleinsten das höchste Maß an Sensibilität und Fachlichkeit voraussetzt. Zudem wird dieses Praktikum mit Vertiefungsbausteinen, also zusätzlichen Unterrichtsstunden, bereits ab dem Unterkurs hinterlegt, die abschließend auch zertifiziert werden sollen. Nur so scheint uns gewährleistet, dass die von uns ausgebildeten Erzieherinnen und Erzieher beim Eintritt in den Beruf beste Voraussetzungen mitbringen, um auch in einer Krippengruppe hochqualifizierte Arbeit zu leisten.

BU: Pädagogik für die Altersgruppe der unter Dreijährigen (U3) spielt im Berufsfeld eine immer größere Rolle.

Kronenkreuz in Gold verliehen

Vor genau 30 Jahren hat Christiana Heinrich-Burscheid im Januar 1987 ihre Lehrtätigkeit an der Evangelischen Fachschule für Sozialpädagogik begonnen. Sie hatte damals ihr Diplom als Musiklehrerin im Hauptfach Rhythmik an der Musikhochschule Trossingen mit Bravour abgeschlossen und übernahm in Herbrechtingen den Bereich Musik, Rhythmik, Theaterpädagogik und Bewegungserziehung in der Erzieherausbildung. Als Ausdruck der großen Wertschätzung für den langjährigen Einsatz überreichte ihr Beate Sorg-Pleitner, Direktorin der Evangelischen Fachschule, das Kronenkreuz der Diakonie in Gold. „Unser Dank für Ihre mitreißende und professionelle Lehrtätigkeit kommt von Herzen“, sagte Sorg-Pleitner bei der Übergabe, „Sie haben tausende angehende Erzieherinnen und Erzieher für ihren anspruchsvollen Beruf im Bereich Musik und Bewegung ausgebildet und ihnen zur Entwicklung einer reifen Persönlichkeit und einer selbstsicheren Ausdrucksfähigkeit verholfen – ein großartiger Schatz fürs ganze Leben!“

Die Überreichung der Brosche mit Ehrenurkunde geschah unter anhaltendem Applaus der Schülerinnen und Schüler während der Aufführung der traditionellen Vesper. Das sei genau der passende Rahmen, betonte die Direktorin, „denn diese Veranstaltung haben Sie in den vergangenen Jahren aus einem kleinen Weihnachtssingen entwickelt und mit Performance, Theater und Rhythmik zum Highlight des Schuljahres ausgeprägt.“

 BU: Dozentin Christiana Heinrich-Burscheid (links) bekam für ihre 30-jährige Tätigkeit an der Evangelischen Fachschule für Sozialpädagogik das Kronenkreuz der Diakonie in Gold verliehen. Foto: Simon Steinhauer

Pfarrerin Beate Sorg-Pleitner, Direktorin
Evangelische Fachschule für Sozialpädagogik Herbrechtingen

www.fachschule-herbrechtingen.de

 

70 Jahre Evangelische Fachschule für Sozialpädagogik in Stuttgart-Botnang

Jubiläen, kleine und große, sind immer eine Gelegenheit, um eine Bestandsaufnahme zu machen, Erinnerungen auszukramen und lebendig werden zu lassen. Wir haben das im Rahmen unseres Tages der offenen Tür im November getan, unter anderem durch:

  • Interviews mit ehemaligen Studierenden
    Wie verlief denn Ihr Werdegang nach der Ausbildung zur Erzieherin? Wenn Sie heute nochmals Studierende wären, was wäre Ihnen dann wichtig? Was möchten Sie Auszubildenden für die Tätigkeit als Erzieherin mit auf den Weg geben? Absolventinnen aus unterschiedlichen Jahrgängen gaben persönliche Antworten auf die Interviewfragen. Wie sich Einschätzungen im Laufe von Jahrzehnten wandeln, zeigte die Antwort der ältesten Ehemaligen auf die Frage, was sie denn von Männern im Erzieherberuf halte: „Männer finde ich in den Kindergärten nicht so gut, vor allem wegen des Singens. Ich habe immer viel mit den Kindern gesungen, das können die Männer nicht.“
    BU: Beim Tag der offenen Tür machte eine Modenschau den Wandel der Zeit deutlich.
  • Wandfries zu den jährlichen Absolventenzahlen
    Um einen Eindruck zu erhalten, wie viele Frauen und Männer in den vergangenen 70 Jahren in der Fachschule ausgebildet wurden, gestaltete eine Gruppe ein Wandfries im Stempelverfahren. Für jedes Abschlussjahr wurde die Anzahl der Frauen (rot) und Männer (blau) mit Stempelfiguren übereinander dargestellt. Die größeren Figuren stehen für jeweils zehn, die kleinen für eine einzige Person: Insgesamt waren es 4332 Frauen und 149 Männer.
    BU: Stempelmännchen symbolisieren die Anzahl der Schülerinnen und Schüler in den vergangenen 70 Jahren.
  • Alte und neue Spiele
    Unsere Studierenden haben Ideen und Vorschläge gesammelt, um ein interaktives Spiele-Angebot für die Besucherinnen und Besucher anzubieten. Spiele wie „Pfennige an die Wand“, „Himmel oder Hölle“ oder „Gummitwist“ haben große und kleine Besucher am Tag der offenen Tür zum aktiven Mitmachen eingeladen.
    BU: Himmel oder Hölle: Als Aktion zum Mitmachen gab es alte und neue Spiele.
  • Geburtstagskaffee mit ehemaligen Mitarbeiterinnen und Mitarbeitern
    Ehemalige Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter folgten der Einladung zu einem Treffen bei Kaffee und Torte in der Fachschule. Lebendige Erzählungen, etwa von Kolleginnen, die in den 70er- und 80er-Jahren an die Fachschule kamen, machten deutlich, dass die Herausforderungen für Lehrkräfte früher wie heute in manchem (noch) ganz ähnlich sind.
    BU: Eine feine Geburtstagstorte wurde beim Treffen ehemaliger Mitarbeiterinnen und Mitarbeit serviert.

 

Wanderausstellung: Flucht und Vertreibung in der Kinder- und Jugendliteratur

Anfang der Jahres eröffnete die Botnanger Fachschule eine aktuelle Buchausstellung mit Kinder- und Jugendliteratur zum Thema „Flucht und Vertreibung“. Präsentiert wurden rund 40 Titel von A wie „Akim rennt“ über M wie „Maulwurf Grabowski“ bis Z wie „Zuhause“. Die Ausstellung zeigt die Vielfalt an Literatur zum Thema und unterstützt die künftigen Erzieherinnen und Erzieher dabei, die Bücher in der Kita einzusetzen und die Fragen der Kinder zum Thema Flucht und Fremdsein pädagogisch sinnvoll aufzugreifen.

Die ausgestellten Kinder- und Jugendbücher eigenen sich alle zum gemeinsam Betrachten und Vorlesen mit Kindern oder Jugendlichen. Die Ausstellung ist als Wanderausstellung angelegt und kann inklusive Roll-Up und Infomaterial gerne bei der Fachschule ausgeliehen werden: stuttgart@ev-fs.de

BU: Das Roll-Up zeigt einige Buchtitel der Wanderausstellung „Flucht und Vertreibung“.

mission maths: Fünf Schulen in Europa rechnen für eine gemeinsame Sache

Wie kann mathematisches und naturwissenschaftliches Interesse bei Kindern geweckt und aufrechterhalten werden? Dieser Frage geht die Haller Fachschule gemeinsam mit Schulen aus Polen, Spanien, Italien und Griechenland nach. Das Projekt „mission maths“ wird von der Euro­päischen Union über ERASMUS plus unterstützt und läuft von September 2015 bis September 2018.

Unser Beitrag: Erfahrungsorientiertes und selbstmotiviertes Lernen

Als Fachschule in Schwäbisch Hall bringen wir unser Know-How bezüglich Lernmotivation von Kindern und Jugendlichen ein und geben Erfahrungen aus unserer pädagogischen Arbeit im Projekt „Haus der kleinen Forscher“ weiter:

  • Forschendes Lernen: Wir lenken das Augenmerk auf Situationen, in denen mathematische Fähigkeiten unseren Alltag erleichtern, können kreative Problemlösestrategien weitergeben und zum Einsatz innovativer Methoden motivieren, die den Forscherdrang der Kinder und Jugendlichen unterstützen.
  • Wir regen an, die Perspektive zu verändern. Wir schauen ganz bewusst und genau auf das Neugierverhalten der jungen Kinder. Ihr Interesse an einer ganzheitlichen Welterkundung und der „handgreifliche“ Zugang kann auch dem mathematischen und naturwissenschaftlichen Lernen mehr Sinnlichkeit und Alltagsnähe geben.

Online-Workshops und Begegnungen

Lehrkräfte aus den Partnerländern

Neben Planungs- und Kooperationstreffen in Polen, Deutschland und Spanien gestalteten wir mehrere Online-Workshops für die vier Partnerschulen – zum Beispiel zum Thema Optik (Licht, Spiegelung, Dunkelheit, Schatten, Farben) und zum Thema Mathematik (Fibonacci-Folge und Goldener Schnitt mit Beispielen aus Architektur und Natur). Bei der Workshop-Woche in Schwäbisch Hall tauschten wir uns mit 20 Lehrkräften aus den Partnerländern über innovative Unterrichtsmethoden aus und genossen die kulturübergreifende Begegnung. Wir bekamen viele positive Rückmeldungen für die gute Organisation und die herzliche Gastfreundschaft. Auch bleibt das gemeinsame Fußballschauen dem Lehrerteam aus Griechenland in lebhafter Erinnerung, wie eine Rückmeldung per E-Mail zeigt: „Thank you once more for the wonderful moments we shared! So sad that your team didn’t make it to the finals.”

Unsere Studierenden profitieren sehr durch den Blick über den Tellerrand. Sie können bei Hospitationen vor Ort erfahren und erleben, wie in anderen Ländern pädagogisch gearbeitet wird und teilen diese Eindrücke dann in der Schulgemeinschaft mit dem ganzen Haus. Alle sind so begeistert dabei, dass wir für die nächste Studienfahrt die Plätze auslosen mussten.

Martin Berger, Direktor

Theaterprojekt zum Thema „Flucht“

Im Schwerpunkt Theaterpädagogik erlebten die Studierenden aus dem Oberkurs vier intensive Studientage mit der Inszenierung eines Theaterstückes. Dass dies innerhalb von vier Tagen wirklich gelingen kann, können sich die Studierenden meist nicht vorstellen. Aber bisher gab es jedes Jahr eine tolle Werkstatt-Aufführung; das meint: Das Stück, die Rollen und Szenen sind erarbeitet, angelegt und können vorgespielt werden. Für eine Aufführung vor öffentlichem Publikum fehlen sicher noch die Verfestigung und der Probenfeinschliff. Das Ziel der Schwerpunktsetzung Theaterpädagogik ist aber auch nicht die Aufführung eines klassischen Schultheaterstückes, sondern die Vermittlung und Erprobung von theaterpädagogischen Methoden und Techniken. Die Auszubildenden sollen ein erstes fachliches Wissen über theaterpädagogische Grundlagen erwerben und diese anhand eines konkreten Theaterstückes in der abschließenden Werkstattinszenierung zusammenführen und aktiv erproben.


Da in der Gesellschaft das Thema „Nach Deutschland kommen Menschen auf der Flucht vor Krieg und Elend“ die Emotionen und Gedanken beherrscht, war in unserem Theaterpädagogik-Team bald klar: Wir wagen über das Theaterspiel eine inhaltliche Auseinandersetzung mit dem Thema Flucht. Flucht bedeutet Not – Aufbruch – Unterwegssein – Ankommen. Diese Themen suchten wir in Geschichten und Stücken, die sich auch für Kinder und Jugendliche in der Umsetzung als Theaterprojekt anbieten. Fündig wurden wir schließlich im Volksmärchen „Die Bremer Stadtmusikanten“ der Gebrüder Grimm und dem dazu entwickelten Theaterstück von Friedrich Karl Waechter.

Es folgte eine intensive Auseinandersetzung mit dem Stück und dem Nachspüren ganz persönlicher Fragen: Aufbruch, Unterwegssein, Ankommen, Fremdsein … – kenne ich das auch in meinem Leben?

Später wurde mit der Methode des Ausdrucksspiels Jeux-Dramatiques eine spielerische Auseinandersetzung mit diesen Themen angeregt und erlebt.

Nach den intensiven Inszenierungs- und Probeeinheiten sowie der Werkstattaufführung am letzten Vormittag waren die Studierenden zwar erschöpft, aber auch sehr zufrieden und stolz auf „ihr“ Stück. Und im abschließenden Feedback-Kreis wurde eines sehr deutlich zurückgemeldet: Die Auseinandersetzung mit dem Thema Flucht über dieses theaterpädagogische Projekt hatte alle sichtlich bewegt, sensibilisiert und um Erkenntnisse bereichert. Das „Theaterspielen“ hatte ihnen tatsächlich neue Erfahrungsräume eröffnet.

Antje Bauer, Dozentin