Kategorie-Archiv: Allgemein

AGJ würdigt Wissenschaft, Praxis und Medien für herausragende Leistungen für junge Menschen und ihre Familien – Minister Dr. Garg, Prof. Böllert und Prof. Schröer überreichen Deutschen Kinder- und Jugendhilfepreis

Die Arbeitsgemeinschaft für Kinder- und Jugendhilfe – AGJ hat gestern Abend in Berlin den Deutschen Kinder- und Jugendhilfepreis – Hermine-Albers-Preis – an drei Preisträger verliehen. Prämiert wurden innovative und herausragende Arbeiten der politischen Bildung, der Medien und der Wissenschaft. Insgesamt wurden Preisgelder in Höhe von 12.000 Euro vergeben.

„Für die Zukunftsfähigkeit einer demokratischen und solidarischen Gesellschaft ist es wichtig, dass sich Menschen für Kinder, Jugendliche und ihre Familien engagieren – ihnen eine Stimme geben, sie beteiligen und Innovationen voranbringen,“ sagte die Vorsitzende der Arbeitsgemeinschaft für Kinder- und Jugendhilfe – AGJ, Prof. Dr. Karin Böllert, auf der Preisverleihung. Die Bewerbungen für den Deutschen Kinder- und Jugendhilfepreis 2018 zeigten, wie vielfältig die Angebote der Kinder- und Jugendhilfe sind, mit wie viel Herzblut sich Journalistinnen und Journalisten in ihrer Berichterstattung um die Belange von jungen Menschen und ihren Familien kümmern und wie mannigfaltig sich die Forschungslandschaft darstellt. Ermittelt wurden die diesjährigen Preisträgerinnen und Preisträger aus 135 eingereichten Bewerbungen von einer elfköpfigen Jury. Stifter des Preises sind die Obersten Jugend- und Familienbehörden der Länder. Die Preise wurden vom Vorsitzenden der Jugend- und Familienministerkonferenz, Minister Dr. Heiner Garg, der AGJ-Vorsitzenden Prof. Dr. Karin Böllert und dem Juryvorsitzenden Prof. Dr. Wolfgang Schröer in einem feierlichen Rahmen übergeben.

Minister Dr. Garg betont: „Mein herzlicher Dank und meine Gratulation gehen an die Ausgezeichneten, auch im Namen der Länder. Sie tragen dazu bei, dass der Fokus auf Jugendhilfe und innovative Entwicklungen in der Jugendhilfe gelenkt wird. Damit helfen die Preisträgerinnen und Preisträger auch, Jugendhilfe zu verbessern und geben wertvolle Impulse für die Weiterentwicklung in der Praxis. Im Mittelpunkt muss dabei immer das Wohl der Kinder und Jugendlichen stehen“, so Garg.

„Die Preisträgerinnen und Preisträger des Deutschen Kinder- und Jugendhilfepreises sind wichtige Vorbilder für eine gerechte und solidarische Gesellschaft – ganz im Sinne der Namensgeberin des Preises Hermine Albers.“ ergänzte Böllert.

Preisträgerinnen und Preisträger des Deutschen Kinder- und Jugendhilfepreises 2018, v. l.n. r: Jessica Briegmann (Medienpreis), Anja Kretschmer (Medienpreis); für das ABC Bildungs- und Tagungszentrum/Praxispreis: Patrick Merz, Franca Ulrich, Henning Wötzel-Herber, Meisam Amini; Dr. Daniela Reimer (Theorie- und Wissenschaftspreis)

 

Die Preisträgerinnen und Preisträger 2018

Praxispreis:
ABC Bildungs- und Tagungszentrum für das inklusive, filmische Partizipationsprojekt BIG EARTH

In der Kategorie Praxispreis wurde das ABC Bildungs- und Tagungszentrum Drochtersen-Hüll ausgezeichnet, das sich mit dem inklusiven, filmischen Partizipationsprojekt BIG EARTH für Jugendliche mit und ohne Fluchtgeschichte beworben hatte. In dem Kooperationsprojekt mit der Hüller Medienwerkstatt e. V. und DirectorsCut.ch und weiteren Partnern haben vier  Jahre lang mehr als 100 junge Menschen aus aller Welt zusammen mit professionellen Filmemachern, Theaterschaffenden, Pädagoginnen und Pädagogen aus der politischen Bildung einen abendfüllenden Langspielfilm produziert. Erzählt wird darin die Geschichte von sog. unbegleiteten minderjährigen Flüchtlingen, die in einem Landhotel in einer abgelegenen Gegend Niedersachsens gelandet sind. Was sie erleben, von rassistischen Anfeindungen über den Kontakt mit der Dorfjugend und Freundschaften schließen bis dahin, dass sie für eine Flüchtlingsshow missbraucht werden sollen, von Abschiebung bedroht sind und sich zwischen Hoffnung und Verzweiflung, tiefer Weisheit und Witz bewegen – dies alles erzählt dieser absolut sehenswerte Film. Als Grundlage für das Drehbuch dienten Geschichten, Episoden und Erlebnisse der Jugendlichen, die sie im Rahmen von Workshops des ABC Bildungs- und Tagungszentrums erzählten und in Medien-, Musik- und Theaterprojekten umsetzten.

Die Jury des Deutschen Kinder- und Jugendhilfepreises hat sich einstimmig für das ABC Bildungs- und Tagungszentrum als Preisträger in der Kategorie Praxispreis entschieden: „Das Projekt BIG EARTH erfüllt gleich mehrere Anliegen außerschulischer Jugendbildungsarbeit wie Partizipation, die Erfahrung von Selbstwirksamkeit und Inklusion. Der Schwerpunkt der diesjährigen Ausschreibung des Deutschen Kinder- und Jugendhilfepreises „politische Bildung in der Kinder- und Jugendhilfe“ ist klar zu erkennen. Aufgegriffen werden u. a. Themen wie Alltagsrassismus, Flüchtlingspolitik und ein demokratisches Miteinander. Das Projekt hat Menschen mit und ohne Fluchterfahrungen zusammengebracht. Darüber hinaus fand es die Jury besonders wohltuend, dass junge Menschen, z. B. aus Syrien oder Afghanistan, nicht als hilfsbedürftige Benachteiligte angesprochen wurden, sondern als junge Menschen mit Erfahrungen und Kompetenzen, die gefragt waren und die erfolgreich in das Projekt eingebracht werden konnten. Das Projekt hat die Jury vollkommen überzeugt.“

Medienpreis:
Anja Kretschmer und Jessica Briegmann für den Film „Krieg ums Kind – Wenn Eltern Betreuung brauchen“ (veröffentlicht am 24. November 2016 im WDR, Redaktion Menschen hautnah).

In der Kategorie Medienpreis wurden Anja Kretschmer und Jessica Briegmann für den Film „Krieg ums Kind – Wenn Eltern Betreuung brauchen“ ausgezeichnet. Der Film schildert den Arbeitsalltag einer Umgangsbegleiterin mit getrenntlebenden, zerstrittenen Eltern, die ihre Kämpfe über das Kind austragen. Die Autorin Anja Kretschmer begleitet dafür die Umgangsbegleiterin Cornelia Knöfel ein halbes Jahr lang und zeigt alle Menschen hautnah. Der Film präsentiert ein wenig thematisiertes Angebot der Kinder- und Jugendhilfe mit all seinen Chancen, aber auch den Problemen, die daraus entstehen. Er vermittelt einen seltenen intensiven Einblick in eine Situation, die für viele Menschen wahrlich kein Randproblem ist: rund 160.000 Ehen wurden im vergangenen Jahr geschieden. Der Film zeigt die Übergaben von Kindern, Geburtstage und vieles mehr. Eine Neunjährige sieht ihren Vater alle zwei Wochen für eineinhalb Stunden – unter Beaufsichtigung der Umgangsbegleiterin. Ihr Vater ist darüber nicht begeistert, aber ohne sie würde er seine Tochter überhaupt nicht mehr sehen dürfen. Neben dem Arbeitsalltag der Umgangsbegleiterin wird auch deren Rolle sehr eindringlich und genau dargestellt. Sie gerät immer mal wieder „zwischen die Fronten“ – in Einzelfällen wird sie sogar bedroht. Auch die Schattenseiten dieser Arbeit, wie u. a. zu wenig Anerkennung, werden thematisiert.

Die Jury des Deutschen Kinder- und Jugendhilfepreises hat sich einstimmig für den Film „Krieg ums Kind – Wenn Eltern Betreuung brauchen“ und damit für die Autorin Anja Kretschmer und die Redakteurin Jessica Briegmann als Preisträgerinnen in der Kategorie Medienpreis entschieden: „Die Arbeit der Umgangsbegleiterin wird emphatisch und gut nachvollziehbar dargestellt. Neben ihr kommen die Kinder zu Wort und beide Eltern, um deren Sichtweisen darzustellen, um die Geschichte von zwei Seiten aus zu erzählen und was es für das Kind bedeutet. Besonders die offenen Antworten und Überlegungen des Kindes rühren den Zuschauer. Der Film ist sehr ruhig, unaufgeregt und erzählt das Thema sehr ausgewogen. Wenn überhaupt Partei ergriffen wird, dann am ehesten für die Kinder. Es macht Freude, den Film zu sehen, weil die distanziert-emphatische Darstellung die Möglichkeit gibt, sich behutsam auf die Personen, ihre Sichtweisen und ihren Umgang mit dem Kind einzulassen. Der Film überrascht mit einer großen Nähe, Intensität und Differenziertheit.“

Theorie- und Wissenschaftspreis:
Dr. Daniela Reimer für ihre Dissertation und Buchveröffentlichung „Normalitätskonstruktionen in Biografien ehemaliger Pflegekinder“.

In der Kategorie Theorie- und Wissenschaftspreis wurde Dr. Daniela Reimer von der Universität Siegen für die Dissertation und Buchveröffentlichung „Normalitätskonstruktionen in Biografien ehemaliger Pflegekinder“ ausgezeichnet. In Biografien ehemaliger Pflegekinder gibt es Erfahrungen, die sie von Menschen, die keine Pflegekinder sind oder waren, unterscheiden und die sie in ihren eigenen Augen und denen anderer als unnormal erscheinen lassen. Mit biografischen Interviews untersucht Daniela Reimer, welche konkreten Erfahrungen und Erlebnisse es sind, die Pflegekinder mit mangelnder oder fragiler Normalität machen. Aus den Erfahrungen werden Konstruktionen von Normalität, die die jeweiligen Biografieträger vornehmen, rekonstruiert; biografische Hintergründe sowie Strategien der Normalitätsbalance werden analysiert.

Die Jury des Deutschen Kinder- und Jugendhilfepreises hat sich einstimmig für die Dissertation und Buchveröffentlichung „Normalitätskonstruktionen in Biografien ehemaliger Pflegekinder“ und damit für Dr. Daniela Reimer als Preisträgerin in der Kategorie Theorie- und Wissenschaftspreis entschieden: „Die Arbeit liefert wichtige empirische Einsichten sowohl für die Fach- als auch die öffentliche Diskussion um das Pflegekinderwesen speziell zu der Frage, wie Pflegekinder ihre Biografie deuten und verarbeiten. Mit Hilfe von aufwändigen Detailanalysen der geführten Interviews werden Perspektiven und Einsichten eröffnet, die den bisherigen Debatten wichtige Differenzierungen aus der Sicht der ehemaligen Pflegekinder hinzufügen. Gerade weil die aus der Sicht der Betroffenen geschilderten Fälle sich in weiten Teilen den üblichen Klischees von Pflegekinderkonstellationen widersetzen und es zudem gelingt, die Mühen der Auseinandersetzung mit diesen Zuschreibungen empirisch sichtbar zu machen, gehört das Buch in jede Ausbildung von Pflegefamilien und ins Zentrum der entsprechenden Fachdiskussion.“

Die Dokumentation der Veranstaltung und nähere Informationen zum Deutschen Kinder- und Jugendhilfepreis finden Sie auf der Website der AGJ unter www.agj.de. Die nächste Ausschreibung des Deutschen Kinder- und Jugendhilfepreises erfolgt im Frühjahr 2019.

Schwarz, weiß Farbig?

Sprache bezeichnet und schafft Bedeutungszusammenhänge!!

Neue Begriffe für eine diskriminierungsfreie Sprache

In Politik, Zeitungen, Internet und im Bildungsbereich arbeiten wir jeden Tag mit der Sprache. Dabei sollte Sprache möglichst wertfrei sein und korrekt wie präzise die Sachverhalte wiedergeben, um diskriminierungsfrei Zusammenhänge zu formulieren.

Nicht selten werden Wörter wie »Einwanderer«, »Zuwanderer” und »Migrantin« im selben Text nebeneinander verwendet, in der Annahme, sie würden alle dasselbe bedeuten. Worin sich diese Begriffe unterscheiden und bei welchen weiteren Themen ungenau formuliert wird, wird im „Glossar der Neuen deutschen Medienmacher“ nachgegangen und Formulierungshilfen vorgeschlagen. Das Glossar soll als Hilfestellung für die tägliche Arbeit dienen. Alle Anregungen, Alternativbegriffe und Empfehlungen darin sind ein Beitrag zu einer laufenden Debatte und nicht abschließend. Ein Beispiel: Schwarz, weiß, farbig, was ist die richtige Bezeichnung? Dazu das Glossar: „Schwarze – ‚Wenn es um Rassismus, unterschiedliche Erfahrungen und Sozialisationen geht, ist der politisch korrekte Begriff Schwarze. In allen anderen Fällen gibt es aber meistens gar keinen Grund, dazu zu sagen, ob eine Person Schwarz oder Weiß ist.‘ (zitiert von www.derbraunemob.info). [und weiter] Farbige/farbig ist ein kolonialistischer Begriff und negativ konnotiert. Eine Alternative ist die Selbstbezeichnung People of Color (PoC, Singular: Person of Color).“ Schauen Sie einfach mal rein: https://glossar.neuemedienmacher.de/glossar/filter:a/

Migration und Flucht von Kindern – globale und lokale Herausforderungen für ein kinderrechtlich orientiertes Denken und Handeln

Die internationale Tagung lädt alle Interessierten dazu ein, sich auf eine Reise durch verschiedene Länder und Kontinente zu begeben, um Flucht und Migration in der Gegenwart als lokale wie auch globale Bewegung begreifen zu können. Die Referent*innen berichten zum einen von Projekten und Studien im Gemeinwesen und zum anderen aus der Perspektive der Kinderrechte, die für Kinder in der ganzen Welt sehr unterschiedliche Bedeutung haben kann. Die Tagung verspricht eine Annäherung an unterschiedliche Lebenswelten von Mädchen und Jungen und Einblicke in Sichtweisen und Diskurse, die Kindheiten in ihren unterschiedlichen gesellschaftspolitischen und epochalen wie auch geopolitischen Dimensionen erkennbar werden lassen.

Positionspapier: Vom Menschen her denken

Frühkindliche Bildung aus evangelischer Perspektive. Eine Positionierung des Bundesverbandes ev. Ausbildungsstätten für Sozialpädagogik (BeA)

Der Titel benennt programmatisch Anspruch, Perspektive und Ziel dieser Veröffentlichung, mit der der Bundesverband evangelischer Ausbildungsstätten für Sozialpädagogik (BeA) sich einmischt und einbringt in die aktuelle bildungspolitische Debatte um die Bedeutung und den Stellenwert frühkindlicher Bildung.

Das Thema „Frühkindliche Bildung“ steht historisch betrachtet spätestens seit Fröbel auf der Agenda der Pädagogik. Fröbel versteht den Kindergarten als Ort frühkindlicher Bildung – frühe Kindheit ist Bildungszeit. Mit Montessori wird das Verhältnis zwischen selbsttätigem Kind und unterstützendem Erwachsenen neu ausgelotet und bestimmt. „Hilf mir, es selbst zu tun!“ – der Erwachsene begleitet die Selbstbildungsprozesse des Kindes. Mit der Reggiopädagogik werden die Kinder als Akteure und Konstrukteure ihres eigenen Weltaneignungsprozesses wahrgenommen.

Spätestens mit dem PISA-Schock wird die frühe Kindheit deutlich von der deutschen Bildungspolitik entdeckt. Verfechter eines eigenständigen Bildungsauftrages von Kindertageseinrichtungen und Befürworter einer schulaffinen Ausrichtung von Frühkindlicher Bildung debattieren um das Verhältnis von Elementar- und Primarbereich. Gleichwohl – auch in dieser Kontroverse bleibt die Bedeutung Frühkindlicher Bildung unstrittig!

Die vorliegende Schrift des Bundesverbandes ev. Ausbildungsstätten (BeA) erhebt den Anspruch, in dieser Diskussion konsequent vom Menschen und damit also vom Kind her zu denken und zu argumentieren. Es entspricht unserem Bild vom Menschen, ihn und sie von Anfang an als eine von Gott bejahte und mit Würde ausgestattete Person zu sehen.

Aus dieser Überzeugung heraus wird ein Frühkindlicher Bildungsbegriff aus evangelischer Perspektive formuliert. Der Bundesverband ev. Ausbildungsstätten (BeA) weiß sich dabei in die Tradition der Reformation als umfassender Bildungsbewegung gestellt. Gleichzeitig können wir anknüpfen an aktuelle Stellungnahmen der Evangelischen Kirche von Deutschland (EKD) und vorherige Veröffentlichung des Bundesverbandes zum „Evangelischen Profil von Bildung“.

Unsere Positionierung folgt dem Ziel, einen aktuellen Beitrag zur Stärkung eines vom Kind her gedachten Bildungsverständnisses zu leisten, das den evangelischen Fachschulen für Sozialpädagogik zur Orientierung dienen kann.

Gleichzeitig betont unsere Positionierung die hohe Bedeutung Frühkindlicher Bildung für die Bildungsbiografie von Menschen, und unterstreicht den hohen Stellenwert, den die professionelle Begleitung der kindlichen Selbstbildungsprozesse durch gut ausgebildete Erzieherinnen und Erzieher hat.

Norbert Göttker (Vorsitzender des BeA)

Das Positionspapier als PDF zum Download.

Frühjahrssitzung des Fachausschusses der Schulleitungen des Evangelischen Fachverbandes für Berufskollegs der Diakonie Rheinland-Westfalen Lippe

Der Fachausschuss der Schulleitungen des Evangelischen Fachverbandes für Berufskollegs der Diakonie Rheinland-Westfalen Lippe hat sich in seiner Frühjahrssitzung mit der Situation in den Schulen beschäftigt und Informationen zu Neuerungen und Entwicklungen in den Bildungsgängen ausgetauscht. Weitere Themen waren die Lehrer*innen*genehmigung und -gewinnung und die Schulentwicklung.

Weltgebetstag in der Evangelischen Fachschule für Soziale Berufe Wolmirstedt

Der Weltgebetstag wird jedes Jahr von Frauen aus einem anderen Land vorbereitet. Am ersten Freitag im März wird dieser Gottesdienst in mehr als 120 Ländern durch verschiedene Zeitzonen rund um den Globus insgesamt 24 Stunden gefeiert.
Aus Südamerika kommt das weltumspannende Gebet der Frauen für 2018. Surinam ist das kleinste Land des Subkontinent und doch eines seiner buntesten. Als Teil Amazoniens weist es eine sehr hohe Biodiversität auf: über 90 Prozent des Landes sind von Regenwald aus 1000 verschiedenen Bauarten bewachsen.
Um diese Vielfalt geht es auch beim Weltgebetstag, der in der Evangelischen Fachschule für Soziale Berufe Wolmirstedt am vergangenen Mittwoch in einer Andacht gefeiert wurde. Im Kurs Religionspädagogik wurde die Andacht von Schülerinnen und Schülern der Fachschule vorbereitet.

Kathrin Müller-Bauschke

„Müssen wir da mitmachen?“ Kompetenzorientierung in der Personalgewinnung und –entwicklung

Vorstellung des gerade erschienen Erklärfilms und des Handbuches.

In den Personalabteilungen des Sozial- und Gesundheitswesens geistert seit einigen Jahren ein Schlagwort herum: Kompetenzorientierung. Müsste man sich mal mit auseinandersetzen, so heißt es. Aber was steckt dahinter? Ist das einfach nur mehr Arbeit oder hilft mir das wirklich bei der Personalgewinnung und -entwicklung? Und wie sieht eine kompetenzorientierte Stellenanzeige aus? Antworten gibt es in dem Ergebnisbericht zum Fachtag „Personalarbeit 4.0 – Arbeit kompetenzorientiert gestalten“ der Diakonie Deutschland am 21. November 2017.

Was dahinter steckt
2013 hat die Bundesregierung den Deutschen Qualifikationsrahmen für lebenslanges Lernen (DQR) verabschiedet. Er soll für mehr Orientierung im deutschen Bildungssystem sorgen und – in Anlehnung an den Europäischen Qualifikationsrahmen (EQR) – dafür, dass Berufsabschlüsse EU-weit besser vergleichbar sind. Die Idee: Mitarbeitende werden nicht mehr nur nach ihren Berufsabschlüssen bewertet, sondern auch nach ihren Kompetenzen. Selbst nach Fähigkeiten, die außerhalb der Ausbildung oder des Studiums oder sogar außerhalb beruflicher Zusammenhänge gewonnen wurden. Über die Integration von Geflüchteten lernt man schließlich nicht nur im Studium Soziale Arbeit etwas, sondern auch als Elternsprecher in der Kita. Umwege im Berufsleben sind aus Sicht der Kompetenzorientierung kein Makel mehr, sondern normal. Gute Bewerbende sind die, die lebenslang bereit sind zu lernen, und nicht die, die damals den besten Ausbildungsabschluss gemacht hat. Besonders profitieren Mitarbeitende in Assistenztätigkeiten oder ohne Schulabschluss, mit Behinderungen und Ehrenamtliche, deren Fähigkeiten nun sichtbar gemacht werden können.
Klingt grundsätzlich gut. Wenn Personalerinnen und Personaler dann aber hören, was sie alles überarbeiten sollen, um die Kompetenzorientierung bei sich im Unternehmen umzusetzen, sinkt die Begeisterung: Stellenprofile und Stellenanzeigen, Fort- und Weiterbildungsprogramme, Zeugnisse, Assessmentverfahren, Entscheidungskriterien für die Bewerberauswahl, Kompetenzbilanzierungsverfahren für die Personalentwicklung. Was, so viel? Und was muss da genau gemacht werden? Einen Einblick gibt folgender Erklärfilm und das Handbuch „Personalarbeit 4.0 – Arbeit kompetenzorientiert gestalten“ von Dr. Annett Herrmann, in dem unter anderem Vorlagen und Best Practice-Beispiele für kompetenzorientierte Mitarbeitergespräche und Trainee-Programme zu finden sind.

22. November 2017
Maja Roedenbeck Schäfer

Zur Bestellung des Handbuches …

Seit der Reformation ist Bildung Kernaufgabe evangelischen Denkens, Handelns und Seins

Liebe Mitgliedsschulen des BeA,

mit großer Bestürzung haben wir als Bundesverband der evangelischen Ausbildungsstätten für Sozialpädagogik die Nachricht aufgenommen, dass die Evangelische Sozialpädagogische Ausbildungsstätte in Münster, kurz die ESPA, zum Schuljahr 2018/1019 aus der Trägerschaft Bethels in die Trägerschaft der Kommune, der Stadt Münster, überführt werden soll.

Erschüttert stellen wir fest, dass sich mit Bethel ein großer evangelisch-diakonischer Träger aus der Bildungsverantwortung in Münster verabschiedet.

Bethel lässt dazu folgendes, offiziell auf seiner Homepage verlautbaren:

Pressenotiz, Bielefeld 20.09.2017

„ESPA in Münster Münster/Bielefeld. Die Evangelische Sozialpädagogische Ausbildungsstätte Münster, kurz ESPA, ist seit 2004 in Trägerschaft der v. Bodelschwinghschen Stiftungen Bethel. Bethel hat dieses Berufskolleg der ESPA gGmbH aufgrund der Insolvenz des damaligen Trägers, des Vereins zur Unterhaltung des Diakonissenmutterhauses Münster/Westfalen, übernommen. Seitdem hat Bethel als Schulträger kontinuierlich in die Sanierung und Modernisierung des Gebäudes und die Ausstattung investiert sowie gemeinsam mit Schulleitung und Kollegium die fachliche und personelle Entwicklung an der Coerdestraße vorangetrieben. Die v.
Bodelschwinghschen Stiftungen Bethel möchten die Bildungsgänge erhalten, jedoch den Übergang in eine andere Trägerschaft vorbereiten.

Motivation für Trägerwechsel

2004 ging es darum, diese evangelische Ausbildungsstätte zu retten; das ist gelungen, und die ESPA ist heute etabliert, hat einen guten Ruf und bietet ein gutes zukunftsträchtiges Ausbildungsprogramm an. Allerdings hat sich gezeigt, dass sie kein Element der Personalentwicklung Bethels geworden ist. Anders als ursprünglich geplant gibt es in Münster und Umgebung keine Angebote der v. Bodelschwinghschen Stiftungen Bethel. So hat Bethel durch die ESPA keinen Nachwuchs gewinnen können.

Zugleich haben sich Absolventen der ESPA schwer damit getan, die Region zu wechseln, um in Bethel zu arbeiten. In Münster und Umgebung gibt es genug attraktive Arbeitsplätze für sie. In der Ausbildung und Personalentwicklung will sich Bethel künftig auf die eigenen Schulen und Berufskollegs in Bielefeld, Hannover und Berlin konzentrieren; dort und in den jeweiligen Regionen werden eigene Einrichtungen in verschiedenen Hilfefeldern unterhalten.

Termin des Übergangs

Ein möglicher Übergang soll zum 01.08.2018 und damit zum neuen Schuljahr angestrebt werden, da er mit dem Schuljahreswechsel verbunden sein muss.

Zukunft der ESPA / Was passiert mit dem Standort Coerdestraße?

In der ESPA werden rund 550 Schülerinnen und Schüler in Berufen der Erziehung, Pflege und Heilerziehungspflege ausgebildet. Der Fachkräftebedarf in Pflege und Erziehung zeichnet sich bereits jetzt deutlich ab, sowohl im sozialpädagogischen wie besonders auch im erzieherischen Bereich. Einig sind sich die v. Bodelschwinghschen Stiftungen Bethel, Bezirksregierung und Stadt Münster nach intensiven Gesprächen, dass die Bildungsgänge und damit die Ausbildungskapazitäten für den beruflichen Nachwuchs für Stadt und Region unverzichtbar sind. Ziel ist der Erhalt der Bildungsgänge.

Die Stadt Münster könnte die Bildungsgänge der ESPA ab dem Schuljahr 2018/19 organisatorisch unter dem Dach des Anne-Frank-Berufskollegs, Manfred-von-Richthofen-Straße, fortführen. Dabei würden die angestammten Räumlichkeiten an der Coerdestraße zunächst weiter genutzt.

Bislang sind politische Gremien mit einer Übernahme der Trägerschaft noch nicht befasst worden. Erforderliche Beschlüsse stehen daher noch aus.

Konditionen für den Übergang

Im Sinne eines gelingenden und auch für die Stadt Münster verkraftbaren Übergangs haben die v. Bodelschwinghschen Stiftungen Bethel angeboten, die Aufwendungen für die ersten beiden Jahre (Schuljahr 2018/19 und 2019/20) zu erstatten, so dass für den städtischen Haushalt erstmalig in 2020 Aufwendungen entstehen würden.

Wie viele Beschäftigte gibt es / Welche Zukunft haben sie?

37 Lehrkräfte, 5 Personen nicht-lehrendes Personal (Hausmeister, Schulsekretärinnen) und 5 Lehrkräfte mit Einzelstunden sind aktuell in der ESPA tätig. Allen Lehrkräften soll für den Fall eines Trägerwechsels ein Angebot zum Übergang in den Landesdienst NRW gemacht werden. Dazu wird aktuell eine Rahmenvereinbarung mit der Bezirksregierung abgestimmt, um einen guten Übergang zu regeln. Die Schulsekretärinnen und Hausmeister sollen ein Angebot der Stadt Münster zur Übernahme bekommen.

Auswirkungen für Schülerinnen und Schüler?

Auf die Schülerinnen, die zurzeit ihre Ausbildung an der ESPA machen, wird es keine Auswirkungen geben. Die Ausbildungen können bei einem möglichen Trägerwechsel wie begonnen weitergeführt und abgeschlossen werden. Wie oben beschrieben, sollen die Ausbildungskapazitäten in diesen zukunftsträchtigen Berufen erhalten bleiben.“

(Zitat der Pressemeldung Ende)

Für den BeA ergeben sich daraus folgende Fragen:

1. Welchen Stellenwert nimmt die evangelische berufliche Bildung im evangelischen Sein und Handeln ein?

2. Können wir es uns leisten, Schulgemeinden als Teil evangelischen Lebens aufzugeben?

3. Wie soll es gelingen, dass sich aus dem anvisierten Trägerwechsel keine Auswirkungen für die Schulgemeinde ergeben werden?

4. Ist die Berufsbildung an evangelischen Ausbildungsstätten nur dem Zweck der Personalgewinnung unterworfen und unter markt- und fiskalpolitischen Aspekten zu betrachten?

Der Vorstand des BeA ist bestürzt!

Im letzten Jahr haben wir uns im BeA intensiv mit der Zukunftsfähigkeit evangelischer Fachschulen auseinandergesetzt. Nun ist dies aktueller denn je. Der BeA-Vorstand arbeitet an einer weiteren Stellungnahme, die den entsprechenden Gremien zugehen und im BeA veröffentlicht wird. Am Rande des Bundeskongresses der evangelischen Schulen in Warnemünde (27.-29.9.2017) haben wir zahlreiche Gespräche mit Vertreterinnen und Vertretern der Diakonie, der EKD und der Evangelischen Landeskirche von Westfalen geführt.

Wir fordern die Verantwortlichen aus Kirche, Diakonie und Gesellschaft auf, einem Paradigmenwechsel entgegenzuwirken und die berufsbildenden Schulen in evangelischer Trägerschaft nicht zu schwächen, sondern zu stärken.

Mit freundlichen Grüßen
für den BeA-Vorstand

Silvia Gartinger, Fachschule für Sozialpädagogik d. Ev. Johannesstift, Berlin

Ulrike Kläfker, Ev. Fachschule für Sozial- und Heilpädagogik, Osnabrück

Andrea Schumann, Friederike-Fliedner-Berufskolleg, Iserlohn

Silke Seidel-Beck, Ev. Fachschule für Sozialpädagogik Nonnenweier, Schwanau

Susanne Weber-Ludwig, Diakonisches Bildungsinstitut Johannes Falk gGmgH, Eisenach

 

Beitrag als PDF zum Download:

Der Sozial-O-Mat 2017

Vergleichen Sie Ihre Standpunkte mit den Antworten von sechs großen Parteien zu den sozialen Themen der Bundestagswahl 2017.

Außerdem sehen Sie, welche Auswirkungen die politischen Entscheidungen auf das Leben von einzelnen Menschen haben.

Der Sozial-O-Mat ist keine Wahlempfehlung, sondern ein Informationsangebot der Diakonie zu den Themen Familie, Armut, Pflege und Flucht.

https://www.sozial-o-mat.de/

 

Neues Schuljahr 2017/18

Liebe BeA-Mitglieder, liebe Schulleitungen, liebe Kolleginnen und Kollegen,
wir wünschen Ihnen ein gutes neues Schuljahr und freuen uns auf die gemeinsame BeA-Arbeit.

Mit vielen Grüßen Norbert Göttker und Dr. Annett Herrmann

Bildrechte: Dr. Annett Herrmann