BNE – Bildung für nachhaltige Entwicklung

Ein Thema in der Frühpädagogik

Die evangelische Fachschule für Sozialpädagogik in Schwäbisch Hall nimmt sich dieses Themas schon lange an, nun hat BNE auch als Querschnittsthema Einzug in die Bildungs- und Lehrpläne gehalten. Neben anderen Themen wie Partizipation und Inklusion soll auch die Bildung für nachhaltige Entwicklung mit grundlegendem Wissen und als Haltung in der Ausbildung erarbeitet werden, abgeprüft wird dies im Rahmen der Abschlussprüfung zum Beispiel in einer Facharbeit oder über die schriftliche Prüfung.

Weltaktionsprogramm der UNESCO

Bildung für nachhaltige Entwicklung meint die Arbeit mit Kindern und Jugendlichen, bei der gemeinsam mit ihnen in einer Projektarbeit oder im gemeinsamen Philosophieren solchen Fragen nachgegangen wird. Die UNESCO hat für die Jahre 2015 bis 2019 ein Weltaktionsprogramm BNE ausgerufen. In allen Ländern machen sich bereits Kinder und Erwachsene auf den Weg, Müll einzusammeln, Bachläufe zu reinigen oder Tauschbörsen zu veranstalten. Ziel dieser Aktionen ist eine zukunftsfähige, faire und umweltfreundlichere Welt, in der auch die nächsten Generationen gut leben können.

 

BNE macht Mut

„BNE hat das Ziel, Menschen zu motivieren und zu befähigen, die Welt im Sinne einer nachhaltigen Entwicklung zu gestalten. Bildung für nachhaltige Entwicklung macht Mut – Mut, komplizierten Dingen auf den Grund zu gehen und sie zu verändern – Mut, Entscheidungen zu treffen – Mut, aus unterschiedlichen Perspektiven auf eine Sache zu schauen und neugierig darauf zu sein, was andere denken.“ (aus: Tür auf! Mein Einstieg in Bildung für nachhaltige Entwicklung. Broschüre „Haus der kleinen Forscher“)

 

Wie kann nachhaltige Entwicklung mit Kindern aussehen?

Wie die umweltpädagogische Praxis aussieht, ist abhängig von der Konzeption, der Zeit und den Fachkräften. Damit eine ganzheitliche Umsetzung möglich wird, sollten alle Beteiligten einbezogen werden: die Erzieherinnen und Erzieher, Kinder mit ihren Eltern/Familien, der Träger, Hausmeister und die Küche. Erzieherinnen und Erzieher sollen an den Alltagserfahrungen und dem kindlichem Spiel anknüpfen. Sie sollen außerdem die Fragen, Themen und Interessen der Kinder z.B. durch Projekte, Bilderbücher, Lieder oder das Einbeziehen von Experten aufgreifen. An die Kinder sollten diese Aktivitäten entwicklungsgemäß angepasst werden, indem die Themen beispielsweise durch experimentelle, kreative Prozesse und das Einbeziehen der Sinne erarbeitet werden. Hierbei geht es um die ganzheitliche und nicht rein kognitive Erarbeitung (Ganzheitlichkeit statt Erarbeiten von Sachwissen oder moralischem Appell).

 

Handlungskompetenz der Kinder fördern

Kinder erwerben in den ersten Lebensjahren Einstellungen, Wissen und Werte, welche das Handeln prägen. Wichtig dabe ist, dass für sie ein eigener Erfahrungsraum geschaffen wird, z.B. durch Wald-/ Naturtage, die Gestaltung eines naturnahen Außengeländes (dieses sollte groß, regelmäßig nutzbar sein, unterschiedliche Möglichkeiten bieten sowie ganzjährig und bei jedem Wetter zugänglich sein). Vor allem das, was Kinder selbst durch Naturerfahrungen erleben, ist prägend für ihr Handeln. Es ist aber auch wichtig, dass sie im Alltag mitbestimmen dürfen, zum Beispiel in Form von Kinderkonferenzen oder in der Projektarbeit. So erwerben sie Kompetenzen und erfahren, dass es sich lohnt, etwas zu tun und Verantwortung zu übernehmen.

Dr. Cornelia Schäfter, Dozentin
Elena Liebendörfer, Schülerin im Oberkurs
 

Evangelische Fachschule für Sozialpädagogik Schwäbisch Hall
www.fachschule-hall.de