„Müssen wir da mitmachen?“ Kompetenzorientierung in der Personalgewinnung und –entwicklung

Vorstellung des gerade erschienen Erklärfilms und des Handbuches

22. November 2017
Maja Roedenbeck Schäfer

In den Personalabteilungen des Sozial- und Gesundheitswesens geistert seit einigen Jahren ein Schlagwort herum: Kompetenzorientierung. Müsste man sich mal mit auseinandersetzen, so heißt es. Aber was steckt dahinter? Ist das einfach nur mehr Arbeit oder hilft mir das wirklich bei der Personalgewinnung und -entwicklung? Und wie sieht eine kompetenzorientierte Stellenanzeige aus? Antworten gibt es in dem Ergebnisbericht zum Fachtag „Personalarbeit 4.0 – Arbeit kompetenzorientiert gestalten“ der Diakonie Deutschland am 21. November 2017.

Was dahinter steckt
2013 hat die Bundesregierung den Deutschen Qualifikationsrahmen für lebenslanges Lernen (DQR) verabschiedet. Er soll für mehr Orientierung im deutschen Bildungssystem sorgen und – in Anlehnung an den Europäischen Qualifikationsrahmen (EQR) – dafür, dass Berufsabschlüsse EU-weit besser vergleichbar sind. Die Idee: Mitarbeitende werden nicht mehr nur nach ihren Berufsabschlüssen bewertet, sondern auch nach ihren Kompetenzen. Selbst nach Fähigkeiten, die außerhalb der Ausbildung oder des Studiums oder sogar außerhalb beruflicher Zusammenhänge gewonnen wurden. Über die Integration von Geflüchteten lernt man schließlich nicht nur im Studium Soziale Arbeit etwas, sondern auch als Elternsprecher in der Kita. Umwege im Berufsleben sind aus Sicht der Kompetenzorientierung kein Makel mehr, sondern normal. Gute Bewerbende sind die, die lebenslang bereit sind zu lernen, und nicht die, die damals den besten Ausbildungsabschluss gemacht hat. Besonders profitieren Mitarbeitende in Assistenztätigkeiten oder ohne Schulabschluss, mit Behinderungen und Ehrenamtliche, deren Fähigkeiten nun sichtbar gemacht werden können.
Klingt grundsätzlich gut. Wenn Personalerinnen und Personaler dann aber hören, was sie alles überarbeiten sollen, um die Kompetenzorientierung bei sich im Unternehmen umzusetzen, sinkt die Begeisterung: Stellenprofile und Stellenanzeigen, Fort- und Weiterbildungsprogramme, Zeugnisse, Assessmentverfahren, Entscheidungskriterien für die Bewerberauswahl, Kompetenzbilanzierungsverfahren für die Personalentwicklung. Was, so viel? Und was muss da genau gemacht werden? Einen Einblick gibt folgender Erklärfilm und das Handbuch „Personalarbeit 4.0 – Arbeit kompetenzorientiert gestalten“ von Dr. Annett Herrmann, in dem unter anderem Vorlagen und Best Practice-Beispiele für kompetenzorientierte Mitarbeitergespräche und Trainee-Programme zu finden sind.

Zur Bestellung des Handbuches …